Text
LEIBESERZIEHUNG
Lehrstoff:
Sportpädagogik:
Sportpädagogische Grundbegriffe; Wert- und Bildungsbereiche der Leibesübungen und des Sports; Strukturprobleme und Systematiken;
Erziehungsziele; Lehrplan und Curriculum; sportliche Leistung;
pädagogische Prinzipien; anthropologische Grundlagen; Spieltheorien;
historische Aspekte der Leibesübungen und des Sports.
Sportpsychologie:
Entwicklungspsychologische Aspekte: Entwicklungsphasen, Übungsbedarf und psychische Belastbarkeit.
Persönlichkeitspsychologische Aspekte: typenmäßige Veranlagung, psychische Ursachen von Leistungsschwäche; Persönlichkeit des Leibeserziehers; positive und negative Auswirkungen des Sports auf die Persönlichkeit; Lehrerverhalten.
Motivationspsychologische Aspekte: Handlungsformen, Motivationsentwicklung, Leistungsmotivation, Motivationshilfen.
Lernpsychologische Aspekte: Lernprozesse, Informationsverarbeitung, psychologische Aspekte motorischen Lernens (Transfer, Lernplateau, mentales Üben).
Spezielle Fragestellungen: emotionale Prozesse im sportlichen Handeln; interaktionspsychologische Probleme im Sport; regulative Methoden im Sport; Aggression, Frustration, Angst.
Sportsoziologie:
Einfluß der Gesellschaft auf den Sport; Einfluß des Sports auf die Gesellschaft; soziale Mobilität durch Sport; soziale Schichtung und Sport.
Soziale Strukturen und Prozesse innerhalb des Sports: soziale Integration; soziales Lernen im Sport; Schulsport - Leistungssport;
Interaktionsprozesse im Sport; Gruppendynamik im Sport; Koedukation;
Soziogramme im Sport.
Bewegungslehre:
Prinzipien der Sportmotorik, sportmotorische Entwicklung, sportmotorische Eigenschaften, Bewegungseigenschaften; sensomotorische Aspekte; biomechanische Grundlagen und ihre Anwendung; spezielle Bewegungslehre und ihre Konsequenzen für die Methodik; Bewegungsanalysen; Untersuchungsmethoden.
Anatomie und Sportphysiologie:
Skelett- und Organsysteme im Hinblick auf die Bewegungsfunktion, auf Haltungsschäden und -schwächen; physiologische Bedingungen für die Leistungs- und Belastungsfähigkeit des Organismus bei Leibesübungen und Sport.
Praktisch-methodische Ausbildung:
Verbesserung der allgemein-motorischen Grundlagen sowie der Steigerung des Eigenkönnens in den Übungsbereichen Turnen, Leichtathletik, Schwimmen - Wasserspringen - Retten, Spiele, Skilauf, Eislauf, Tanz und Gymnastik, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Fähigkeit, die Prinzipien der Leibesübungen in der Hauptschule und im Polytechnischen Lehrgang (Bewegen, Spielen, Leisten und gesunde Lebensführung) vermitteln zu können. Dabei ist auf die didaktisch-methodischen Erfordernisse des Unterrichtes in der Hauptschule und im Polytechnischen Lehrgang (auch im Rahmen von Schulveranstaltungen) Rücksicht zu nehmen. Der methodische Aufbau des Lehrstoffes aus Leibesübungen der Hauptschule und des Polytechnischen Lehrganges, das situations- und sachgemäße Sichern und Helfen sind zu vermitteln und ein spezielles Sicherheitsverhalten zu entwickeln. Zusätzlich können nach örtlichen Gegebenheiten weitere Veranstaltungen für freizeitrelevante Sportarten (zB Bergwandern, Spiele, Gemeinschafts- und Volkstänze, Orientierungslauf, Ringen, Judo, Fechten, Tennis, Tischtennis, Rudern, Federtuchspringen) eingerichtet werden.
Anhang zum Lehrplan „Leibeserziehung'':
Leistungsanforderungen für männliche Studierende aus dem Studienfach Leibeserziehung:
Turnen: Gute Ausführung der im Lehrplan der Hauptschule vorgesehenen Übungen; einwandfreies Sichern und Helfen.
Boden: Mindestens achtteilige Kür, der Handstützüberschlag vw, Nacken- oder Kopfstützüberschlag, Felgrolle und Handstützüberschlag sw zu enthalten hat.
Reck: Mindestens fünfteilige Kür, die Kippaufschwung vl vw, Hüftumschwung vl rw, Hüftumschwung vl vw, Hocke oder Grätsche zu enthalten hat.
Barren: Mindestens fünfteilige Kür, die Oberarmkippe, Stemmaufschwung, Oberarmstand und Drehhocke zu enthalten hat.
Kasten: (quer, volle Höhe): Handstützüberschlag vw.
Kasten: (lang, volle Höhe): Hocke oder Grätsche.
Spiele: Technische und taktische Grundlagen für die Spiele Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und Faustball; Kenntnis der Spielregeln; Fähigkeit, die Spiele zu leiten.
Leichtathletik: Die Leistungen im 100-m-Lauf, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoß und 5000-m-Lauf müssen der jeweils gültigen ÖSTA-Leistungsstufe in der entsprechenden Altersklasse (zwei Disziplinen können auf dem Niveau der ÖSTA-Grundstufe sein) entsprechen. Techniknachweis: Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoß, Schlagballwurf, Hürdenlauf, Speerwurf; Kenntnis der Wettkampfbestimmungen.
Schwimmen: 100 m beliebig in 1:50,0 Minuten, 300 m beliebig in 7:00,0 Minuten; Leistungen des Retterscheines der Österreichischen Wasserrettung; Sprünge vom 1-m-Brett: Kopfsprung vw und rw, Delphin- oder Auersbachsprung, 1 1/2 Salto vw; Sprünge vom 3-m-Brett:
Kopfsprung vw, Abfaller rw; Techniknachweis: Rücken, Brust, Kraul, Delphin.
Eislauf: Einfache Grundformen aus dem Kunstlauf, einfache Tanzschritte; nach örtlichen Gegebenheiten allenfalls auch Schnellauf und Eishockey.
Skilauf: Fahrkönnen der Fortgeschrittenenstufe; Einführung in den Skilanglauf.
Rhythmische Gymnasik: Grundtechniken.
Leistungsanforderungen für weibliche Studierende aus dem Studienfach Leibeserziehung:
Turnen: Ausführung der im Lehrplan der Hauptschule vorgesehenen Übungen; einwandfreies Sichern und Helfen.
Boden: Mindestens fünfteilige Kür, die Felgrolle, Handstützüberschlag sw und Handstand abrollen zu enthalten
hat; Kür mit Musikbegleitung.
Reck: Mindestens vierteilige Kür am kopfhohen Reck, die Hüftaufschwung, Hüftumschwung rw und Flanke oder Hocke zu enthalten hat.
Stufenbarren: Mindestens fünfteilige Kür, die mindestens dreimaligen Holmwechsel, zwei verschiedene Umschwünge und zwei verschiedene Aufschwünge zu enthalten hat.
Balken: Eine Kür über mindestens drei Balkenlängen, die zwei Sprungkombinationen, zwei statische Elemente und entsprechenden Auf- und Abgang zu enthalten hat.
Kasten: (lang, volle Höhe): Grätsche oder Hocke.
Spiele: Technische und taktische Grundlagen für die Spiele Handball, Basketball, Volleyball; Kenntnis der Spielregeln; Fähigkeit, Spiele zu leiten.
Leichtathletik: Die Leistungen im 100-m-Lauf, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoß und 2000-m-Lauf müssen der jeweils gültigen ÖSTA-Leistungsstufe in der entsprechenden Altersklasse (zwei Disziplinen können auf dem Niveau der ÖSTA-Grundstufe sein) entsprechen. Techniknachweis: Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoß, Schlagballwurf, Speerwurf und Hürdenlauf; Kenntnis
der Wettkampfbestimmungen.
Schwimmen: 100 m beliebig in 2:05,0 Minuten mit Startsprung, 200 m beliebig in 4:40,0 Minuten; Leistungen des Helferscheines der Österreichischen Wasserrettung; Sprünge vom 1-m-Brett: Kopfsprung vw, Salto; Sprünge vom 3-m-Brett: Abfaller, Fußschlußsprung;
Techniknachweis: Rücken, Brust, Kraul, allenfalls Delphin.
Eislauf: Einfache Grundformen aus dem Kunstlauf und einfache Tanzschritte.
Skilauf: Fahrkönnen der Fortgeschrittenenstufe; Einführung in den Skilanglauf.
Rhythmische Gymnasik: Ausführung der im Lehrplan der Hauptschule und des Polytechnischen Lehrganges vorgesehenen Übungen; Pflicht- und Kürübungen zur Musik mit Grundtechniken der Jazzgymnastik und der Rhythmischen Sportgymnastik; Fähigkeit der Bewegungsbegleitung.
FACHDIDAKTIK LEIBESERZIEHUNG
Lehrstoff:
Interpretation des Lehrplans der Hauptschule, insbesondere der Bildungs- und Lehraufgaben des Faches; spezielle Anwendung der didaktischen Grundsätze und der Unterrichtsprinzipien.
Zielproblematik: Bestimmung von Lernzielen im Zusammenhang mit der Stoffauswahl; Begründung von Zielentscheidungen (psychomotorischer, sozial-affektiver, kognitiver Aspekt); Lernzielkatalog unter den Aspekten: Ausgleich und Kondition, Formung, Leistung, Gestaltung, Spiel, Wissen, Einsichten und Einstellungen.
Unterrichtsorganisation: zB Stundentypen; Stundenmodelle mit besonderen Schwerpunkten; Aufstellungs- und Betriebsformen;
Betriebsweisen; Individualisierung; Differenzierung; Intensivierung des Unterrichts; Struktur des Lehr- und Lernvorganges;
Unterrichtsverfahren; methodische Reihen, programmgesteuerter Unterricht; Lernhilfen; Funktion und Anwendung der methodischen Maßnahmen; Sichern und Helfen; Korrektur; offene Lehr- und Lernsituation; Interaktionsformen; Lehrerverhalten; Üben, Trainieren - Trainingsmethoden; Möglichkeiten der Koordinationsschulung; Förderung der Gestaltungsfähigkeit und Kreativität; Lernkontrolle, Leistungserhebung, Aspekte der Schülerbeurteilung, altersspezifische sportmotorische Tests.
Unterrichtsplanung:
Jahresplanung; mittelfristige Planung aufgrund didaktisch-methodischer Analysen; Stundenplanung, Analyse und Reflexion von Sportstunden; Ausarbeitung von Projekten; Planung und Durchführung von Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen.
Spezielle didaktische Fragestellungen: Spezielle Maßnahmen der Unfallverhütung, Entwicklung sicherheitsorientierten Verhaltens;
Erkennen von Fehlhaltungen, Haltungsschwächen und Haltungsfehlern und spezielle Maßnahmen der Haltungserziehung; Neigungsgruppen;
Gestaltung von Leibesübungen unter erschwerten Bedingungen;
projektorientierter Unterricht; koeduktiver Sportunterricht;
Gesundheitserziehung, Hygiene; die Bedeutung von Körpererfahrung im Sportunterricht und Möglichkeiten ihrer Vermittlung; normierte Bewegungen, subjektive Bewegungserfahrung; Stoffsammlungen, Übungsprogramme, Wettkampfbestimmungen und Spielregeln; Terminologie.
Medieneinsatz und Literaturstudium:
Einsatz von Musik; Verwendung alternativer Sport- und Spielgeräte; Herstellung und Einsatz von Lehr- und Lernmaterialien (Arbeitskarten, Skizzen, Bildreihen, Lichtbild, Film, Rhythmusinstrumente) zur Schaffung von Bewegungsvorstellungen, als Motivationsverstärkung, als Organisationshilfe, zur Leistungskontrolle; Verwendung des Videogerätes zur Bewegungsanalyse und Bewegungskorrektur; fachspezifische Gesetze, Erlässe, Verordnungen; Studium und Reflexion der einschlägigen Fachliteratur.