Kurztitel
Lehrplan - land- und forstwirt. berufspädagogische Akademien
Kundmachungsorgan
BGBl. Nr. 425/1989 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 409/2001Bundesgesetzblatt Nr. 425 aus 1989, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 409 aus 2001,
Index
71 Land- und forstwirtschaftliche Schulen
Beachte
Anlage 1
Semesterweise gestaffeltes Inkrafttreten (Art. II Abs. 1 Z 2)Semesterweise gestaffeltes Inkrafttreten (Artikel römisch zwei, Absatz eins, Ziffer 2,)
Text
V. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN DERrömisch fünf. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN DER
EINZELNEN UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE, AUFTEILUNG DES LEHRSTOFFES
AUF DIE EINZELNEN SEMESTER, DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
A. PFLICHTGEGENSTÄNDE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Studierende soll sich der an Lehrer gestellte Forderungen bewußt sein und seine persönlichen Stärken und Schwächen kennen. Er soll bereit sein, die Einstellungen und das Verhalten anderer Menschen zu verstehen und ihnen tolerant gegenüberzutreten. Er soll zur Verbesserung seiner Fähigkeiten bereit sein und hiefür geeignete Methoden kennen.
Der Studierende soll die Ziele, Einflußfaktoren und Methoden der Erziehung von Schülern, insbesondere von Schülern land- und forstwirtschaftlicher Schulen, kennen; er soll sie analysieren und bewerten können. Er soll die Probleme der Erziehungspraxis kennen und aus den Lösungsmöglichkeiten sachgerecht auswählen können. Er soll Schüler in Problemsituationen beraten und mit Erziehungsberechtigten zusammenarbeiten können.
Lehrstoff:
Semester (1 Wochenstunde Vorlesung):
Erziehungsbegriff:
Wesen, Begründung. Abgrenzung gegenüber Sozialisation und Bildung. Erziehungsnormen und Erziehungsziele (Bedeutung, Rechtfertigung, historische und soziokulturelle Bedingtheit; ideologiekritische Reflexion; Zielkonflikte; Ursachen von Mängeln in der Zielerreichung, Problematik der Erfolgskontrolle). Entwicklung des österreichischen Erziehungssystems, Abweichungen in anderen Ländern. In Rechtsvorschriften enthaltene Erziehungsaufträge.
Erziehungsfaktoren:
Entwicklungssituationen des Jugendlichen, Motivation. Mitschüler, Lehrer, Klassenvorstand, Schulgemeinschaft, Internat. Außerschulische Erziehungseinflüsse.
Semester (1 Wochenstunde Vorlesung, 1 Wochenstunde Seminar):
Operationalisierung von Erziehungszielen:
Leistungsbereitschaft, Finden einer Position zwischen Anpassung und Selbstbehauptung, Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft, Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.
Erziehungsmethoden:
Führungsstile, Autorität, Lenkungsverhalten, Ordnung, Disziplin und Gehorsam. Schülermitbestimmung. Maßnahmen zur Schaffung eines förderlichen Schulklimas. Betreuungsformen. Erziehungsmittel; Technik des Erziehungsgesprächs. Erziehungsschwierigkeiten. Erzieherische Aspekte der Unterrichtsprinzipien, der Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen. Entwickeln eines eigenständigen Repertoires von Handlungsmöglichkeiten. Konflikte (Arten, Bewältigung).
Semester (1 Wochenstunde Seminar):
Einzelfallhilfe und Beratung:
Fertigkeiten und Einstellungen des Beraters. Schüler- und Elternberatung. Unterstützende Einrichtungen (Bildungsberatung, schulärztlicher und schulpsychologischer Dienst). Aktuelle Erziehungsprobleme, insbesondere im ländlichen Raum.
Lehrerrollen:
Selbstbild und Fremdbild gegenüber Schülern, Erziehungsberechtigten, Kollegen und Vorgesetzten. Vorbildfunktion.
Fachübergreifende Fähigkeiten:
Kooperation, Kritikannahme und Selbstkritik, Menschenführung, Organisation. Fortbildung.
Didaktische Grundsätze:
Hauptkriterien für die Lehrstoffauswahl sind:
der Beitrag zur Förderung der Bereitschaft des Studierenden, an sich zu arbeiten;
der Beitrag zur unmittelbaren Verbesserung des Lehrerverhaltens;
der Beitrag zur Bewältigung von Erziehungsaufgaben, insbesondere an land- und forstwirtschaftlichen Schulen;
Die Bildungs- und Lehraufgabe wird umso besser erreicht werden können, je konkreter die Lehrinhalte sind; daher empfiehlt sich das Ausgehen von Fallbeispielen, auch aus Erfahrungen der Studierenden, und die Anleitung der Studierenden zu Beobachtung und Bewertung einschließlich Selbstbeobachtung und Selbstbewertung.
Schlagworte
Bildungsaufgabe, Kommunikationsbereitschaft, Schülerberatung