Rechtstracker.at

Anl. 1

Fassungen
ab 24.07.1993 — BGBl. Nr. 492/1993 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 1 heute24.07.1993 BGBl. Nr. 492/1993 (Stammfassung)

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Kurztitel

Lehrplan – Evangelischer Religionsunterricht an Hauptschulen

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Nr. 492 aus 1993,

Typ

K

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage eins

Inkrafttretensdatum

24.07.1993BGBl. Nr. 492/1993

Außerkrafttretensdatum

Index

70/07 Schule und Kirche

Text

Anlage Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen Bildungs- und Lehraufgaben:

  1. Ziffer eins
    Der Pflichtgegenstand Evangelische Religion ist in seinem Auftrag zweifach begründet. Von der Kirche besorgt, weiß er sich der biblischen Verkündigung, wie sie in der Heiligen Schrift und in den Bekenntnissen bezeugt wird, und der religiösen Bildung verpflichtet. Im Rahmen der öffentlichen Schule übernimmt er die Aufgabe, eine Begegnung mit dem Bildungsauftrag der Gesellschaft unter Herausforderung durch das Evangelium in einem gegenseitigen kritischen Dialog herbeizuführen. In dieser zweifachen Begründung liegt der spezifische Beitrag des evangelischen Religionsunterrichtes in der Erziehung zum mündigen Christen und Staatsbürger.
  2. Ziffer 2
    Der Religionsunterricht soll dem Schüler verhelfen
    1. Litera a
      Basiswissen zu erwerben,
    2. Litera b
      sich qualifiziert auseinandersetzen zu können,
    3. Litera c
      sich vom Glaubensanspruch herausfordern zu lassen.

Dies geschieht in der Beachtung der folgenden Gegenstandsbereiche:

  • Strichaufzählung
    Biblische Schriften (Altes und Neues Testament) als Quelle der Offenbarung und der Geschichte Gottes mit den Menschen
  • Strichaufzählung
    Methoden des Umganges mit der Bibel
  • Strichaufzählung
    Tradition als Wirkungsgeschichte des christlichen Glaubens im sozial-politischen und kulturellen Kontext
  • Strichaufzählung
    Bekenntnisschriften der Evangelischen Kirche Ausschussbericht und HB in Österreich
  • Strichaufzählung
    Christliche Bekenntnisse (andere christliche Konfessionen), andere Religionen und Weltanschauungen
  • Strichaufzählung
    Christliche Glaubenslehre (Dogmatik) als Ausdruck des gläubigen Selbstverständnisses im Ringen um die Wahrheit
  • Strichaufzählung
    Entstehung und Geschichte der Kirche und der christlichen Glaubenslehre
  • Strichaufzählung
    Theologie und Philosophie
  • Strichaufzählung
    Weltbild der Einzel-(Natur-)wissenschaften
  • Strichaufzählung
    Christliche Anthropologie – das Verständnis des Menschen im Lichte der Offenbarung als Schöpfung und Erlösung
  • Strichaufzählung
    Anthropologische Konzepte der Humanwissenschaften
  • Strichaufzählung
    Christliche Ethik als Forderung des Guten und Einsicht in die Grenzen der verantwortlichen Selbstbestimmung (usus politicus et elenchticus)
  • Strichaufzählung
    Gesetz und Evangelium
  • Strichaufzählung
    Menschenrechte und Unverfügbarkeit des Heils
  • Strichaufzählung
    Philosophische Ethik(en)
  • Strichaufzählung
    Christliche Praxis als Verwirklichung der Liebe zu Gott und den Menschen
  • Strichaufzählung
    Diakonie, Seelsorge, Mission, Ökumene
  • Strichaufzählung
    Humanität um das Problem der Wertfreiheit
  • Strichaufzählung
    Christliche Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen und als Institution
  • Strichaufzählung
    Menschliche Sozialformen als Verwirklichung und Hinderung von Gemeinschaften
  • Strichaufzählung
    Die Gestaltung des Christlichen (Poiesis)
  • Strichaufzählung
    Sakramentalität und die Sakramente der Kirche(n)
  • Strichaufzählung
    Gottesdienst, Riten, Feste
  • Strichaufzählung
    Symbole
  • Strichaufzählung
    Literatur, Kunst, Musik, AV-Medien
  • Strichaufzählung
    Religionskritik – Anliegen, Berechtigung, Kritik der Kritik
  • Strichaufzählung
    Ideologie – Ideologien.

Durch die gemeinsame Bearbeitung der angeführten Gegenstandsfelder durch Lehrer und Schüler sollen folgende Befähigungen und Haltungen erworben werden:

a) Befähigungen:

  • Strichaufzählung
    Basiswissen erwerben und sichern (1),
  • Strichaufzählung
    Entstehungszusammenhänge und geschichtliche Prozesse erkennen (2),
  • Strichaufzählung
    Erkenntnisschritte selbsttätig vollziehen (3),
  • Strichaufzählung
    Mißverständnisse und Vorurteile (zB gegenüber Kirche, Glaube und Religion) durchschauen und abbauen (4),
  • Strichaufzählung
    sich dem Prozeß der denkenden Aneignung des Glaubens stellen (5),
  • Strichaufzählung
    Intentionen und Methoden der verschiedenen Wissenschaften (Theologie, Philosophie, Natur- und Humanwissenschaften) unterscheiden, sachgemäß zuordnen und anwenden können (6),
  • Strichaufzählung
    Symbole kennen und wiedererkennen (7),
  • Strichaufzählung
    Kritik an Kirche und Religion als Suche nach der rechten Gestalt des Glaubens wahrnehmen (8),
  • Strichaufzählung
    die Struktur von Glaubensaussagen erkennen und wiedererkennen (9).

b) Haltungen:

  • Strichaufzählung
    Sich qualifiziert auseinandersetzen (10),
  • Strichaufzählung
    zu einer selbstverantworteten Einstellung finden (11),
  • Strichaufzählung
    sich vom christlichen Glaubenszeugnis betroffen machen und herausfordern lassen (12),
  • Strichaufzählung
    die Glaubensmotivation von Menschen aus Geschichte und Gegenwart wahrnehmen, ernstnehmen und achten (Toleranz) (13),
  • Strichaufzählung
    sich mit Wert- und Glaubenshaltungen auseinandersetzen (Dialogfähigkeit) (14),
  • Strichaufzählung
    die eigene Überzeugung vertreten und argumentieren können (Konfliktfähigkeit) (15),
  • Strichaufzählung
    sich der ethischen Forderung in Unterscheidung von Gut und Böse stellen und Umkehr als Erlösungsangebot verstehen können (16),
  • Strichaufzählung
    mit der gottesdienstlichen, sakramentalen und diakonischen Praxis der Kirche vertraut werden und daran teilhaben (17),
  • Strichaufzählung
    Mündigkeit und Verantwortung gegenüber sich selbst, dem Mitmenschen und der Umwelt (18),
  • Strichaufzählung
    ökumenische und interkulturelle Verständigungsbereitschaft (19),
  • Strichaufzählung
    sich in der Minderheitensituation bewähren (20).

Von dem Lehrer werden folgende Befähigungen und Haltungen erwartet:

a) Befähigungen:

  • Strichaufzählung
    Schülern anhand von Quellentexten eine eigenständige Arbeit und ein qualifiziertes Urteil ermöglichen,
  • Strichaufzählung
    verantwortliche Einschätzung der konkreten didaktischen Situation in der Klasse,
  • Strichaufzählung
    das erzieherische Gefälle und die Schutzbedürftigkeit der Heranwachsenden beachten,
  • Strichaufzählung
    offen sein für die Gegenseitigkeit von Lernprozessen,
  • Strichaufzählung
    Methoden wissenschaftlicher Theologie einbringen,
  • Strichaufzählung
    Methodenvielfalt praktizieren.

b) Haltungen:

  • Strichaufzählung
    Fragen und Suche der Schüler unterstützen,
  • Strichaufzählung
    Verantwortungs- und Vergebungsbereitschaft praktizieren und fördern,
  • Strichaufzählung
    Bereitschaft, über den eigenen Glauben offen zu sprechen,
  • Strichaufzählung
    Bereitschaft, den Glauben im Handeln zu bewähren,
  • Strichaufzählung
    Eingehen auf persönliche Probleme der Schüler,
  • Strichaufzählung
    Gewissensbindungen der Schüler achten,
  • Strichaufzählung
    Reifungsprozesse im Glauben berücksichtigen,
  • Strichaufzählung
    Kontakt mit der eigenen Gemeinde und anderen Gemeinden, sowie mit dem Elternhaus der Schüler pflegen,
  • Strichaufzählung
    Partnerschaft anstreben,
  • Strichaufzählung
    mit den Kollegen anderer Fächer zusammenarbeiten (zB fächerübergreifender Unterricht),
  • Strichaufzählung
    aktuelle Anlässe berücksichtigen,
  • Strichaufzählung
    verantwortliche Teilnahme am schulischen Leben.

Evangelischer Religionsunterricht sieht sich im Rahmen des allgemeinen Lehrplans. Unter „aktueller Bezug“ sind Anregungen gegeben, die nicht als endgültige Norm gelesen werden dürfen. Sie sind in der Praxis zu überprüfen und zu erweitern. Zu der jedem Lehrer zustehenden Methodenfreiheit kommt für den evangelischen Religionsunterricht noch die Rücksichtnahme auf die jeweilige theologische, pädagogische und psychologische Position des Lehrers. Anordnung, Gliederung, Akzentuierung, exemplarische Einheiten, Reihenfolge und Stoffauswahl bleiben der Verantwortung der Lehrerin/des Lehrers ebenso anheimgestellt wie die Beachtung ihrer speziellen Unterrichtsgruppen, ihrer speziellen Schule, des Diasporacharakters und des Unterschieds von Unterricht in Großgruppen (Klasse), wie sie die Schüler meist erleben, zum Unterricht in der Kleingruppe mit ganz anderem Sozialcharakter.

Lehrstoff:

1. Klasse:

ICH UND DIE SPRACHE

Ziele:

Die Schüler können

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    ihre bisherigen Erfahrungen mit Religion und dem Gebrauch religiöser Begriffe ausdrücken und darüber nachdenken;
  • Strichaufzählung
    den Zusammenhang zwischen religiösen Begriffen und religiöser Praxis verstehen;
  • Strichaufzählung
    und dabei auch die Bedeutung der Kommunikation mit Mitschülern und Lehrern begreifen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    Ihre Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen in bezug auf den Religionsunterricht bzw. „Religion“ überhaupt ausdrücken.

Inhalte: Religiöse Begriffe, religiöse Sprache – ihre Bedeutung und ihr Gebrauch.

Befähigung/Haltungen: 1, 3-6, 8-10, 12-15, 19.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Bedeutung der Sprache in Selbstdarstellung, Äußern von Gefühlen, Lebensbedürfnissen, Beschreiben von Erfahrungen, Aussprechen von Erwartungen, Wünschen, Befürchtungen, Eingehen auf die Worte der Mitschüler und des Lehrers, Sprache als Mittel der Kommunikation, Sprache und Sprachen, Inländer – Ausländer.

ICH UND DIE BIBEL

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    mit ihrer Bibel und den Karten, Tabellen und Verzeichnissen vertraut werden:
  • Strichaufzählung
    in wesentlichen Grundzügen einen Überblick über Inhalt, Aufbau und Einteilung der Bibel bekommen;
  • Strichaufzählung
    die existentielle Betroffenheit als Ausgangspunkt mündlicher Tradition kennen;
  • Strichaufzählung
    die Geschichte der Entstehung über Überlieferung der Bibel und ihrer Übersetzungen in Grundzügen wissen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    den Unterschied von gottesdienstlichem Gebrauch, unterrichtlichem und sonstigen Gebrauch der Bibel verstehen und außerdem für den Mißbrauch der Bibel sensibel werden.

Inhalte: Entstehung und Geschichte der Bibel.

Befähigung/Haltungen: 1, 2, 4-6, 11, 12-15, 19.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Gesprochenes Wort – geschriebenes Wort, Lesen und Bibellesen, Gottesdienst.

ICH UND DIE GESCHICHTE

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Geschichte der Propheten in Grundzügen wissen und deren Bedeutung erkennen;
  • Strichaufzählung
    die Tradition vom Auszug aus Ägypten als Grundgegebenheit biblischen Glaubens erkennen.
(Weitere Ziele)
  • Strichaufzählung
    Die Väterüberlieferungen Israels in ihrer Entstehung, Bedeutung und Überlieferung an einem Beispiel wissen;
  • Strichaufzählung
    die Spannung von Priestertum, Tempel, König einerseits und Propheten andererseits wissen;
  • Strichaufzählung
    die prophetische Aufgabe der Christen kennenlernen als Kritik an ungerechten Verhältnissen und falscher Religion einerseits und als Mitarbeit an mehr Gerechtigkeit und Frieden andererseits;
  • Strichaufzählung
    „Vision“ historisch begreifen und als Ausdruck von Hoffnung auf eine bessere Zukunft und Kritik an schlechter Gegenwart.

Inhalte: Patriarchen, Exodus, Wüstenzeit, Propheten.

Befähigung/Haltungen: 1, 2, 5, 6, 8-10, 12-15, 19, 20.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Eigene Erfahrungen von Geschichte: Biographie – Geschichte der Eltern – der Familie – der Freunde – der Gemeinde; sich erinnern und Neues wagen; Führungsansprüche und Machtkämpfe; Zustimmung und Widerspruch, für seine Überzeugung eintreten.

ICH UND DIE GEMEINSCHAFT

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die kulturellen, sozialen und religiösen Bedingungen zur Zeit der Landnahme und die daraus entstehenden Konflikte wissen;
  • Strichaufzählung
    die Konflikte um die Einführung des Königtums, sowie die Kritik und die Verheißung für den König kennenlernen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Verhältnisse vor der Einwanderung in Kanaan kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    eine wesentliche Tradition aus der Richterzeit kennenlernen,
  • Strichaufzählung
    den Übergang vom nomadischen Leben Israels zur seßhaften Lebensweise begreifen.

Inhalte: Landnahme, Richter, Könige, Gottesvolk, Bund.

Befähigungen/Haltungen: 1, 3, 9f., 15, 18–20.

Beziehungen zur Lebenswelt der Schüler: Leben in Gemeinschaften (Schulen, Familie, Staat). Umgehen mit anderen, Erkennen und Bewältigen von Konflikten, partnerschaftliche Beziehungen herstellen (sich entschuldigen, fair streiten, bedanken, ermuntern, trösten), Schulklassenbewußtsein, Einüben in Kleingruppengespräche. Spiele.

ICH UND MEINE VERANTWORTUNG

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

die Notwendigkeit sozialer Regeln verstehen;

  • Strichaufzählung
    den Beitrag des Glaubens dazu verstehen;
  • Strichaufzählung
    das Wesen von Gesetzestexten und einige exemplarische Traditionen im AT kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    die 10 Gebote in ihrer biblischen und kirchlichen Überlieferung wissen;
  • Strichaufzählung
    die Freiheit als Voraussetzung für ethisches Handeln verstehen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Unterschiede der katechismusartig gebrauchten 10 Gebote im Judentum und in den verschiedenen christlichen Konfessionen kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    in Ansätzen die Problematik von Gesetz und Evangelium begreifen lernen.

Inhalte: 10 Gebote, Schöpfung, alte und neue Katechismen.

Befähigung/Haltungen: 1, 3-5, 9-16, 18-20.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Siehe „Ich und die Gemeinschaft“.

ICH UND DIE UMWELT

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    Schöpfung als Verheißungs- und Verantwortungszusammenhang kennenlernen und verstehen, und zwar gegenüber Menschen, Tieren, Pflanzen und unbelebter Schöpfung;
  • Strichaufzählung
    Schöpfung als Auftrag zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung begreifen;
  • Strichaufzählung
    sich selbst als gewolltes, einmaliges, ganzheitliches Geschöpf erleben.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Schöpfungsberichte lesen und deren Unterschiede wissen;
  • Strichaufzählung
    die historische Situation der Schöpfungsberichte kennenlernen und deren Aussage verstehen;
  • Strichaufzählung
    den Unterschied von naturwissenschaftlichen Weltentstehungstheorien („wie es wahrscheinlich gewesen ist“) und biblischen Schöpfungsglauben (Sinn der Welt und des Lebens, Verantwortung und Praxis) verstehen.

Inhalte: Schöpfungstexte (Genesis 1 und 2, Psalm 8, 104, 139 ua., Hiob 38f., Jesaja 40).

Befähigungen/Haltungen: 1, 4–6, 10–15, 18.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Ökologie, Weltbilder, Haustiere, Tier – Mensch – Beziehung, Männlichkeit – Weiblichkeit, Evolution, Anthropologie.

WENN WIR FEIERN, DANN BRAUCHEN WIR

Ziele:

Die Schüler können:

  • Strichaufzählung
    Wesen und Bedingungen von Festen und Feiern verstehen;
  • Strichaufzählung
    die historischen und theologischen Beziehungen von Stiftshütte – Erstem und Zweitem Tempel – Synagoge – Kirche – Moschee kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    das Kirchenjahr in seinen Bezügen zum jüdischen, moslemischen Jahr und dem Jahresablauf der anderen christlichen Kirche kennenlernen und als Chance zum Feiern begreifen;
  • Strichaufzählung
    Kirchenbau als Ausdruck gelebten Glaubens begreifen.

Inhalte: Stiftshütte, Erster und zweiter Tempel, Synagoge, Kirche, Moschee, Grundformen menschlicher Religiosität, Religionen in Österreich.

Befähigungen/Haltungen: 1, 3–5, 7–10, 12–15, 17, 18–20.

Beziehung zur Lebenswert der Schüler: Kirchenjahr, Feste verschiedener Religionen und Konfessionen (Mitschüler!), Lied, Kirchenmusik, Kirchenraum.

Didaktische Grundsätze:

Das erste Schuljahr ist für die Schüler geprägt von der Notwendigkeit der Einbindung in einen neuen Klassenverband und der Gewöhnung an eine andere Art von Schule (Lehrerwechsel, verschiedene Lehrer in verschiedenen Stunden, neue Mitschüler). Daher ist es auch gekennzeichnet von Unsicherheit. Eine neue Position in der neuen Großgruppe muß gefunden werden. Für den evangelischen Religionsunterricht kommt noch hinzu, daß sich der Schüler an eine neue Kleingruppe gewöhnen muß. Die Erfahrungen mit dem evangelischen Religionsunterricht werden für die Schüler möglicherweise sehr unterschiedlich sein. Daher ist den mitgebrachten Erfahrungen ebensosehr Aufmerksamkeit zu widmen, wie dem unterschiedlichen Wissen. Außerdem könnten einige Schüler bestimmte Sozialformen des Unterrichts kennen (zB Gruppenarbeit, Partnerarbeit), andere nicht. Ebenso muß Raum sein, damit die Schüler ihre sicherlich ganz unterschiedliche religiöse Sozialisation darstellen können. Die Lehrer werden wegen der Kleingruppenstruktur den biographischen Hintergrund der Kinder stärker als die Lehrer anderer Gegenstände mitbekommen und reflektieren müssen. Umgekehrt stehen die Lehrer, besonders in der Anfangsphase, im Zentrum der Aufmerksamkeit der sich bildenden Religionsunterrichtsgruppen. Die Kooperation mit anderen Kollegen legt sich nicht nur wegen inhaltlicher Bezüge nahe, sondern auch wegen der für alle anderen Lehrer bestehenden Notwendigkeit, den Schülern beim Hineinwachsen in die neue Klasse zu helfen.

Lehrstoff:

2. Klasse:

VON JESUS WIRD WEITERERZÄHLT UND AUFGESCHRIEBEN

Ziele:

Die Schüler können:

  • Strichaufzählung
    Inhalt und Umfang des Neuen Testaments kennenlernen und in seinen Gebrauch eingeführt werden;
  • Strichaufzählung
    die Geschichte der Entstehung des Kanons des Neuen Testaments im Überblick kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    wissen, daß es auch andere frühchristliche Literatur außerhalb des Kanons gibt;
  • Strichaufzählung
    existentielle Betroffenheit als Grund zur mündlichen und schriftlichen Tradition von Jesus begreifen;
  • Strichaufzählung
    den Unterschied mündlicher und schriftlicher Tradition kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    Gattungen mündlicher und schriftlicher Tradition kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    Gründe für die schriftliche Redaktion mündlicher Tradition nennen können;
  • Strichaufzählung
    die Evangelien als schriftliche Redaktion begreifen;
  • Strichaufzählung
    die Evangelien in ihren gemeinsamen und unterschiedlichen Intentionen, in ihrem Aufbau und ihren Unterschieden von historischen Quellen begreifen;
  • Strichaufzählung
    die anderen literarischen Gattungen des Neuen Testaments in ihrer Eigenart und ihren Intentionen im Überblick wissen.

Inhalte: Mündliche und schriftliche Tradition, Redaktion, die Evangelien (Sprüche, Gleichnisse, Wundererzählungen, Streitgespräche, Ostertradition), der Kanon und die Apokryphen, die Briefe.

Befähigungen/Haltungen: 1–7, 9, 11, 12–15, 18.

Beziehungen zur Lebenswelt der Schüler: Verkündigung in Medien, Comics, Film, Rundfunk, Fernsehen, Kinderbibeln. Die Bedeutung des Streitens um Kanon und Apokryphe als Auseinandersetzung der Großkirchen, mit Sekten und religiösen Sondergruppen.

JESUS, DER MENSCH

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Hauptinhalte der Lehre Jesu kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    die von Jesus überlieferte Lebenspraxis verstehen;
  • Strichaufzählung
    exemplarische Konflikte Jesu, deren Gründe und beteiligte Personen wissen;
  • Strichaufzählung
    die Darstellung des Prozesses Jesu nach den Evangelien in deren theologischer Absicht von der Frage nach der Historizität unterscheiden.

Inhalte: Reich Gottes, Umkehr, Toraverschärfung – Torarelativierung, Jesus und die Jesus-Gruppe, Jesus und „die anderen“ (Sünder, Zöllner, Kranke, Behinderte, Frauen, Kinder ...), die Konflikte Jesu, Bergpredigt, Feindesliebe, Gerechtigkeit, der Prozeß und sein Tod.

Befähigung/Haltungen: 1, 3, 8, 9-11.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Juden und Christen.

ZEIT UND UMWELT JESU

Ziele:

Die Schüler können:

  • Strichaufzählung
    die Datierungsversuche zur Geschichte Jesu und des Urchristentums kennenlernen, die sich auf historische Quellen stützen;
  • Strichaufzählung
    die Schwierigkeiten einer genauen historischen Darstellung des Lebens Jesu und der Geschichte des Urchristentums kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    den Zusammenhang der neutestamentlichen Zeitgeschichte mit der Geschichte Israels vorher und nachher wissen;
  • Strichaufzählung
    wirtschaftliche, politische, kulturelle und religiöse Verhältnisse in Palästina zur Zeit Jesu kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    Bevölkerungsschichten und Gruppen dieser Zeit kennenlernen.

Inhalt: Geschichte Israels bis heute, Juden und Christen, Neutestamentliche Zeitgeschichte. Datierungsfragen, die Suche nach dem „historischen Jesus“.

Befähigung/Haltungen: 1-3, 6, 12.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Hoffnung oder Resignation; wir und unsere Konflikte, wir und die Randgruppen, Probleme des Überlebens der Menschheit (Frieden, Ökologie, Gerechtigkeit in der Verteilung der Güter). Was kann Christ sein heute bedeuten?

GLAUBEN AN JESUS

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    den Unterschied von historischen Quellen zu der theologischen Intention der neutestamentlichen Schriften begreifen;
  • Strichaufzählung
    begreifen und an Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart verstehen lernen, daß Personen, das Leben, das Sterben und die Auferstehung Jesu immer wieder Glauben, neue Lebenspraxis und Lebensformen hervorgerufen haben;
  • Strichaufzählung
    an Beispielen erfahren, daß es auch nichtchristliche und nichtreligiöse Deutungen von Jesu gibt, die von Betroffenheit bestimmt sind;
  • Strichaufzählung
    die Darstellung des Lebens Jesu in den Evangelien in groben Zügen wissen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    das Neue Testament als eine Sammlung mündlicher und schriftlicher Reaktionen des Glaubens an Jesus von Nazareth verstehen lernen;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen Auferstehungstraditionen in den Schriften des Neuen Testament in ihren Absichten verstehen lernen;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen Traditionen über das Kreuz Jesu kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    die Hoheitstitel Jesu in ihrer Herkunft und Bedeutung kennen- und verstehenlernen;
  • Strichaufzählung
    begreifen, daß die Hoheitstitel ausdrücken, welche jeweils aktuelle Bedeutung Jesus für Christen hat.

Inhalte: Ostertraditionen, Hoheitstitel, Judenchristen und Heidenchristen, Jesus und die Geschichte des Christentums.

Befähigungen/Haltungen: 1, 2, 5–7, 12–15, 17.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Jesusdarstellungen in Kunst und Musik der Vergangenheit und Gegenwart, Popkultur, Spirituals.

GEMEINDE JESU

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Tradition von der Geisterfahrung im Neuen Testament kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    Geisterfahrung als für die christliche Gemeinde konstitutiv verstehen;
  • Strichaufzählung
    die verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen in der Geschichte des Urchristentums kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    wissen, daß es von Anfang an verschiedene Gruppen im Christentum gab.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    begreifen, daß der Heilige Geist Erinnerung an Jesu Worte, Taten, sein Kreuz und seine Auferweckung bedeutet (und damit Kriterium christlicher Gemeinde ist);
  • Strichaufzählung
    begreifen, daß Heiliger Geist Inkraftsetzung der Lehre, des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu für die jeweilige Gegenwart in ihren sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und historischen Bedingungen bedeutet;
  • Strichaufzählung
    Heiligen Geist ansatzweise als den „Neuschöpfer“ und das „Angeld“ des messianischen Reiches verstehen lernen;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen neutestamentlichen Gemeindemodelle kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    begreifen, daß Glaube je nach kulturellen, historischen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen unterschiedliche Formen von „Kerygma, Diakonia, Koinonia“ schafft;
  • Strichaufzählung
    den Dialog als angemessene Form sozialen Verhaltens angesichts unterschiedlicher christlicher Konfessionen (Ökumene), verschiedene Gruppen in den Regionen, den Kulturen, dem eigenen Land und in der eigenen Lebenserfahrung begreifen.

Inhalte: Geisterfahrung, Pfingsten, Himmelfahrt, Gruppen im Urchristentum, Christentum in anderen Kulturen, Dialog mit den anderen Religionen.

Befähigungen/Haltungen: 1–5, 8, 11, 12–16, 18–20.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Streit und Konflikt, Gruppen in der Schulklasse, Gruppen in der Gesellschaft und ihr Umgang miteinander, Ökumene in Österreich und in der übrigen Welt, andere Religionen, Aufgabe der Christen heute, die eigene Pfarrgemeinde und die Kirche, kirchliche Erneuerungsbewegungen.

Didaktische Grundsätze:

Das zweite Schuljahr an AHS könnte für die Schülerinnen und Schüler dadurch gekennzeichnet sein, daß die anfängliche Integrationsprobleme sich beruhigen und das Gruppenklima der Klasse durch feste Rollen sichtbar wird. Abgesehen von der Frage, ob eine phasenorientierte Entwicklungspsychologie ihr Recht hat, ist zu überlegen, ob sich in diesem Schuljahr nicht der Wechsel von der „Mitte der Kindheit“, einem ganzheitlichen Wirklichkeitsverständnis, zur Vorpubertät stattfindet. Existentielle Unsicherheit einerseits und das verstärkte Praktizieren von empirischem Denken und Erfahren der Wirklichkeit werden dann stärker als Gegensatz empfunden. In diesem Schuljahr werden Geschichte und Physik eingeführt. Für den evangelischen Religionsunterricht kann es sehr wichtig sein, naturwissenschaftliches uns historisches Denken und Arbeiten positiv zu würdigen, und gleichzeitig aufzuzeigen, daß die Wirklichkeit des Glaubens dies nicht nur verträgt, sondern daß es im Glauben um existentielle Betroffenheit, um Sinn und Verantwortung geht. Das könnte nicht nur von vornherein wissenschaftlich schon längst als falsch erwiesene Alternativen vermeiden, sondern die Schüler auch stützen und ihnen den Zugang zu einem ganzheitlichen Wirklichkeitsverständnis offen zu halten. Da Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Kleingruppe des evangelischen Religionsunterrichtes anders, weil wegen der Größe der Gruppe viel intensiver stattfindet, können vielleicht Veränderungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler schon viel früher sichtbar werden als in der Großgruppe. Das könnte für den Lehrer bedeuten, gerade mit diesem Hintergrund das Gespräch mit den anderen Klassenlehrern zu suchen, um seine Einschätzung der Gruppe zu ergänzen und zu korrigieren.

Lehrstoff:

3. Klasse:

WIE ENTSTEHT KIRCHE?

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die wesentlichen neutestamentlichen Texte zur Entstehung der Kirche lesen;
  • Strichaufzählung
    die Institution und Wirksamkeit der Kirche auf Jesus und seine Botschaft hin befragen;
  • Strichaufzählung
    Lehre, Leben, Sterben und die Auferweckung Jesu als Kriterium christlicher Selbsterkenntnis auf konkrete Situationen anwenden;
  • Strichaufzählung
    die Berührungspunkte zwischen der eigenen Lebensgeschichte und der Geschichte der Kirche aufzeigen und besprechen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    Osterglaube, Geisterfahrung und Christuskult als gestaltbildende Elemente von Kirche wissen;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen neutestamentlichen und späteren Konzepte von Kirche und ihrer theologischen Begründung und praktischen Bedeutung kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    die Frage nach der existentiellen Bedeutung der neutestamentlichen Texte über Kirche und deren Wirkungsgeschichte für sich selber stellen.

Inhalte: Jesus und seine Jünger/innen, Jesu Tod und Auferweckung, Geisterfahrung, Pfingsten, unterschiedliche Gemeindemodelle im Neuen Testament und in der Kirchengeschichte.

Befähigungen/Haltungen: 1–3, 5, 7, 8, 15–18.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Ich bin getauft, Konfirmation. Wie entsteht heute Kirche?

WIE ORGANISIERT SICH KIRCHE?

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    erste Glaubensbekenntnisse und Texte vom Tun aus Glauben im Neuen Testament und aus der Geschichte des Christentums lesen und verstehen;
  • Strichaufzählung
    Bekenntnis, Gemeindebildung und christliche Praxis als Antwort auf Geisterfahrung kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    den Zusammenhang der Ämter in der Kirche mit der Aufgabe der Kirche in der Gesellschaft erkennen (zB Diakonie – Eintreten der Kirche für die Schwachen).

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    dauernde Organisationsprobleme der Christen und ihre Hintergründe verstehen (Charisma – Institution, Enthusiasmus – geschichtliche Kontinuität);
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen Gemeindekonzepte im Neuen Testament kennen und deren Unterschiede und Konflikte verstehen;
  • Strichaufzählung
    die historischen und theologischen Gründe der Kanonsbildung, der Formulierung fester Bekenntnisformeln und der Herausbildung des Amtes der Kirche wissen;
  • Strichaufzählung
    den konstitutiv sprachlich-kommunikativen und sozialen Charakter des christlichen Glaubens verstehen.

Inhalt: Jünger/Apostel/Diakone; Paulinische Gemeinde (ein Leib Christi – viele Gaben); Johanneische Gemeinde (Gemeinschaft aus der Liebe Gottes), Frühkatholizismus (Herausbildung des Bischofamtes, Hinausdrängung der Frau).

Befähigung/Haltung: 1-3, 5, 7-15, 17.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Neue Glaubensbekenntnisse, Schwarze Theologie, Basisgemeinden, neue Gemeindeformen, Ämter in der Kirche, Mitverantwortung in der Gemeinde. Und siehe „Gemeinde Jesu“

2. Klasse.

KIRCHE UND STAAT

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    den Konflikt Jesu mit den politischen und religiösen Autoritäten als maßgebenden Markstein für Kirche wissen;
  • Strichaufzählung
    die vielfältigen Konflikte von Christen mit den religiösen und politischen Autoritäten im Laufe der Geschichte kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    die Bedeutung der „konstantinischen Wende“ für die weitere Geschichte des Christentums begreifen;
  • Strichaufzählung
    die Frage nach der Bedeutsamkeit christlichen Handelns in aktuellen politischen Verhältnissen stellen und diskutieren;

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    Papismus, Cäsaropapismus, Theokratie und die verschiedenen Ausformungen der Zwei Schwerter-Theorie in der Kirchengeschichte kennenlernen und diskutieren;
  • Strichaufzählung
    neuere Versuche der theologischen Ethik und Politik kennenlernen, das Verhältnis von Kirche und Staat zu bestimmen;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen historischen Entwicklungen in der Ost- und Westkirche in Grundzügen wissen;
  • Strichaufzählung
    die Bedeutsamkeit der unterschiedlichen Konzepte des Verhältnisses von Staat und Kirche für die ökumenischen Bemühungen verstehen.

Inhalte: Christenverfolgungen, Konstantin, Kirche und Macht, Konzilien, Cäsaropapismus/Papismus/Theokratie, Zwei-Schwerte/Zwei Reiche/Zwei Regimenter – Lehre, Byzanz – Moskau, Papsttum, Barmer Theologische Erklärung, Ökumenischer Rat der Kirchen, Widerstand, Revolution oder Gehorsam?

Befähigung/Haltungen: 1-3, 5, 7, 9-15, 19.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Evangelisch in Österreich, Christen in Österreich, öffentliche Äußerungen der Kirchen. Gibt es eine „christliche“ Politik?

KIRCHE UND ANDERE RELIGIONEN

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    lernen, daß es verschiedene Möglichkeiten gibt, nach Gott und Lebenssinn zu fragen;
  • Strichaufzählung
    Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen wissen;
  • Strichaufzählung
    Haß auf den „anderen“ und Antijudaismus als dem christlichen Glauben widersprechend erkennen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    lernen, daß der Maßstab zur Beurteilung von Religionen nicht in erster Linie in der eigenen Religion, sondern im Maßstab liegt, ob und inwieweit Religion der Identität eines Menschen und der Vermenschlichung der Gesellschaft dient;
  • Strichaufzählung
    die Entstehung, Theorie und Praxis bedeutsamer Religionen für Identität, zwischenmenschliches und politisches Verhalten untersuchen und wissen;
  • Strichaufzählung
    Gründe und Ausformungen des spezifisch christlichen Antijudaismus in Vergangenheit wissen und durchschauen;
  • Strichaufzählung
    ideologischen Mißbrauch von Religionen kennenlernen und diskutieren;
  • Strichaufzählung
    Alternativen zum Umgang mit „anderen“ in allen Lebensdimensionen erfragen.

Inhalte: Judentum – Christentum – Islam; andere große Religionen; Hinduismus, Buddhismus, neue Religionen; religiöser Antijudaismus vom NT bis heute – „Antisemitismus“ aus anderen Gründen; Kreuzzüge, Islam, Dschihad.

Befähigungen/Haltungen: 1–5, 8–15, 18f.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Begegnung mit ausländischen Mitschülern, interkulturelles Lernen, Gastarbeiter, Asylanten, Fremdenhaß.

KIRCHE UND KETZER

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    erkennen, daß Gruppenbildung auch Ausgrenzung anderer und ihre Bezeichnung als „andersartig“ bedeuten kann;
  • Strichaufzählung
    einsehen, daß Feindbilder nicht der wirklichen Identität einer Gruppe dienen;
  • Strichaufzählung
    verstehen lernen, daß nicht nur einzelne, sondern auch Gruppen, Volks- und Glaubensgemeinschaften Buße tun müssen, um für die Gegenwart und Zukunft frei zu werden;
  • Strichaufzählung
    wissen, daß die kirchenkritischen Bewegungen das arme Leben Jesu und der Apostel, Jesu Machtlosigkeit und die Predigt der Bibel in der Landessprache als Maßstäbe für die Erneuerung der Kirche ansahen;
  • Strichaufzählung
    Projektionsmechanismen und Diskriminierungen auch in der eigenen Mitwelt wahrnehmen:

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    an Beispielen aus der Kirchengeschichte erkennen, wie oft sich die Unfähigkeit zu Reue und Buße wiederholt hat;
  • Strichaufzählung
    den Wiederholungszwang als Folge kollektiver Verleugnung einer schuldhaften Vergangenheit verstehen;
  • Strichaufzählung
    historische Beispiele für Sündenbocksuche und -verfolgung in Kirche und Gesellschaft kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    Meinungen und Urteile als interessensbestimmt sehen;
  • Strichaufzählung
    Grundlagen und Phasen der Inquisition kennen sowie Parallelen in der Gegenwart aufsuchen;
  • Strichaufzählung
    einsehen, daß die Kirchen durch den Geist Christi zu permanenter Erneuerung ihrer Lehre und ihres Lebens verpflichtet sind.

Inhalte: Kirche an der Macht, „Ketzer“ in der frühen Zeit und im Mittelalter, innerkirchlicher Reformbewegungen, Hexenverfolgungen, radikale Randgruppen und Sekten als Antwort auf die Mängel in Lehre und Leben in der Kirche.

Befähigungen/Haltungen: 1–5, 7–15, 18–20.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Graffiti, jugendlicher Randgruppen, Verketzerungen und Aussteiger; als religiöse Minderheit leben.

DIE ERNEUERUNG DER KIRCHE (REFORMATION)

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Gerechtmachung des Gottlosen allein aus Glauben und allein durch Jesus Christus als zentrales theologisches Motiv der Reformation kennenlernen, verstehen und auch aktuell und existentiell erfahren und anwenden;
  • Strichaufzählung
    die Folgen dieser Erkenntnis für die Ekklesiologie erkennen;
  • Strichaufzählung
    die theologische und sprachgeschichtliche Bedeutung der Bibel und der Bibelübersetzungen kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    umstrittene Punkte der Reformationsgeschichte diskutieren;
  • Strichaufzählung
    die Geschichte der Evangelischen Kirche in Österreich in ihrer Eigenart wissen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    die historischen, kulturellen, gesellschaftlichen, ökonomischen und theologischen Gründe für die Reformation kennenlernen,
  • Strichaufzählung
    die Biografien der Reformatoren in Grundzügen wissen;
  • Strichaufzählung
    die Unterschiede zwischen den verschiedenen Strömungen der Reformation in Grundzügen wissen;
  • Strichaufzählung
    innerevangelische Konflikte und ihre Lösungen kennen;
  • Strichaufzählung
    die Verbindung von religiösen Aussagen und Tätigkeiten mit anderen Interessen durchschauen und anwenden;
  • Strichaufzählung
    die Bedeutung reformatorischer Tradition als Hinweis auf Christus in seiner aktuellen Bedeutung verstehen;
  • Strichaufzählung
    die ständige Erneuerung kirchlicher Theorie und Praxis als evangelischen Auftrag verstehen.

Inhalte: Luther, Calvin, Zwingli, Müntzer, Bauernkriege, Luther und die Juden, neues Gottesbild, neuer Gottesdienst, neues Verhältnis zur Politik, Bibel und Übersetzungen.

Befähigungen/Haltungen: 1–3, 7–20.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Evangelisch in Österreich, Erziehung, Leistungsgesellschaft, Unterscheidungen der Kirchen und ökumenische Bemühungen, Leuenberger Konkordie, Gewaltfrage, landläufige Kirchenkritik.

Didaktische Grundsätze:

Mit den Vorschlägen für die dritte und vierte Klasse steht in besonderer Weise der Kirchengeschichtsunterricht zur Debatte. Fachdidaktisch sind unterschiedliche Konzepte denkbar, die eine Vermittlung kirchengeschichtlicher Inhalte nach bestimmten Anschauungen von der Geschichte des Christentums beabsichtigen (zB heilsgeschichtlich, sozialgeschichtlich usw.). Wenn allgemein gilt, daß nur vermittelt werden kann, wovon der Lehrer selbst überzeugt und unterrichtet ist, so werden Schüler, die in der Pubertät sind, ganz besonders auf Glaubwürdigkeit und Sachkompetenzen achten. Auch wenn die phasenorientierte Entwicklungspsychologie nicht schematisch angewendet werden kann und auf die konkrete Lerngruppe geachtet werden muß, sollte doch auf ein verstärktes Hinterfragen alles Überlieferten durch die Schüler geachtet werden. Gerade das Thema Kirchengeschichte verbalisiert die Problematik der Auseinandersetzung mit allem Überlieferten. Da Schülern dieser Altersstufe erfahrungsgemäß der Zugang zur Geschichte nicht leicht fällt, ist besonders auf die aktuelle Bezugnahme, auf ihre Lebenswelt zu achten.

Lehrstoff:

4. Klasse:

GLAUBE FÜR DIE WELT

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Phasen der Missionsgeschichte in ihrer Charakteristik begreifen und diskutieren;
  • Strichaufzählung
    die Verbindung von Glauben, Wirtschaft und Politik erkennen und durchschauen;
  • Strichaufzählung
    verstehen, daß die Kirche nur Kirche ist als Instrument Gottes.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    verstehen, daß Kirche gesandt ist, der Sendung Gottes in die Welt zu folgen;
  • Strichaufzählung
    verstehen, daß Kirche nur Kirche ist, wenn sie für andere da ist;
  • Strichaufzählung
    siehe auch Ziele zu „Kirche und anderen Religionen“ 3. Klasse.

Inhalte: Missionsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart (zB Apostelgeschichte, Anfänge des Christentums in Österreich, Germanen, Lateinamerika, Afrika ...), Dialog mit den anderen Weltreligionen, Mission und Entwicklungshilfe, -politik, Kirche und Weltwirtschaftsordnung.

Befähigungen/Haltungen: 1–5, 8–15, 18f.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Missionarische Praktiken von Sekten, Umgang mit anderen Überzeugungen und Kulturen, aktuelle Beispiele aus der Zeitgeschichte.

GLAUBE IN DER KIRCHE

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Bedeutung des historischen Glaubens für das eigene Leben erfragen;
  • Strichaufzählung
    den sozialen Bezug des christlichen Glaubens erkennen;
  • Strichaufzählung
    eigene positive und negative Erfahrungen mit Kirche besprechen und bewältigen;
  • Strichaufzählung
    Modelle gelebten Christenseins in der näheren und ferneren Umwelt kennenlernen und verstehen.

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    die Beziehung von Glauben und Gemeindebildung verstehen;
  • Strichaufzählung
    die Gemeinde als unverzichtbares Element des christlichen Glaubens verstehen;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen theologischen Konzepte von Gemeinde im Neuen Testament, in der Geschichte des Christentums und in der Gegenwart bzw. deren Konsequenzen in der Praxis kennenlernen und verstehen;
  • Strichaufzählung
    Ursachen und Auswirkungen der Säkularisierung für das Leben der Kirche kennenlernen und diskutieren.

Inhalte: Evangelische Kirche in Österreich, Kirche in Afrika, Asien, Lateinamerika, Nordamerika; ÖRK; Wirkungsgeschichte der Reformation; Allgemeines Priestertum; Gottesdienst und Aktion; Ämter in der Kirche; lebendige Gemeinde und Volkskirche. Warum sind Menschen in der Kirche?

Befähigungen/Haltungen: 1–5, 8–20.

GLAUBE UND SOZIALE FRAGE

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    Beispiele aus der Geschichte der Diakonie genauer besprechen;
  • Strichaufzählung
    über neue Aufgaben der Diakonie in einer veränderten Welt nachdenken;
  • Strichaufzählung
    Möglichkeiten diakonischen Handelns für sich selber entdecken;

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    die vielfachen biblischen und theologischen Begründungen sozialen Handelns aus Glaube kennenlernen und in ihrer praktischen Auswirkung diskutieren;
  • Strichaufzählung
    vergangene und gegenwärtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Marxismus und Diakonie in der Analyse sozialer Probleme und deren Behebung kennen und diskutieren;
  • Strichaufzählung
    Möglichkeiten der Zusammenarbeit staatlicher und kirchlicher Stellen wissen und kennenlernen.

Inhalte: Geschichte der Diakonie, Einrichtungen und Einzelpersonen (zB Wichern, Bodelschwingh, Gallneukirchen, Waiern uvm.) Ursachen beseitigen oder Folgen lindern?

Befähigungen/Haltungen: 1–3, 6, 8–19.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Behinderte, Gastarbeiter, Heimkinder, Alte, jugendliche Randgruppen, Krankheit, Leiden und Sterben, Euthanasie.

GLAUBE UND DENKEN

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    Möglichkeiten der Verbindung von Glaube, Erkenntnis und Ethik kennenlernen und für sich selber diskutieren;
  • Strichaufzählung
    Glauben, Wissen und Handeln als unterschiedliche Zugänge zur Wirklichkeit verstehen und unterscheiden können;
(Weitere Ziele)
  • Strichaufzählung
    den Unterschied zwischen Beschreibung von Fakten und Aussagen über Sinn und Verantwortung kenn- und verstehenlernen;
  • Strichaufzählung
    wesentliche Phasen und Persönlichkeiten der Entwicklung der modernen Naturwissenschaft kennenlernen;
  • Strichaufzählung
    aktuelle Positionen der Frage Glaube und Naturwissenschaft kennen und diskutieren;
  • Strichaufzählung
    die wesentliche Verbindung zwischen Erkenntnis, Glaube und Ethik kennenlernen und für sich selber diskutieren;
  • Strichaufzählung
    nachvollziehen, daß auch Erwachsene glauben und daraus handeln können;
  • Strichaufzählung
    eigene Möglichkeiten erkennenden und verantwortungsvollen Handelns aus Glauben erfragen.

Inhalte: Kepler – Galilei – Pascal – Darwin, Aufklärung, Kreatianismus oder Evolution? Fundamentalismus oder historischkritische Bibellektüre? Glaube und Denken, Kinderglaube und Erwachsenenglaube, Schöpfungstexte und -glaube, Ökologie und Ethik.

Befähigungen/Haltungen: 1–6, 8–15, 18f.

Beziehung zum Leben der Schüler: Kritische Fragen an den Kinderglauben, kritischer Konsum, Ökologie im Haushalt, Suche nach eigenständigem Ausdruck des Glaubens, Faszination der Technik.

GLAUBE UND POLITIK

Ziele:

Die Schüler können:

(Vorrangige Ziele)

  • Strichaufzählung
    die vielen biblischen und theologischen Begründungsmodelle für ein politisches Handeln des einzelnen und der Kirchen kennenlernen und verstehen;

(Weitere Ziele)

  • Strichaufzählung
    erkennen, daß jedes menschliche Handeln auf das Zusammenleben der Menschen bezogen ist;
  • Strichaufzählung
    erkennen, daß in religiösen Aussagen immer auch politische Optionen stecken;
  • Strichaufzählung
    ideologischen Mißbrauch von Religion und bewußtes politisches Argumentieren und Handeln aus Glauben unterscheiden lernen;
  • Strichaufzählung
    siehe „Kirche und Staat“ 3. Klasse.

Inhalte: Christenverfolgung, Konstantin, Kirche und Macht, Konzilien, Cäsaropapismus/Papismus/Theokratie, Zwei-Schwerte/Zwei-Reiche/Zwei-Regimenter – Lehre, Byzanz – Moskau, Papsttum, Barmer Theologische Erklärung, Ökumenischer Rat der Kirchen, Widerstand, Revolution oder Gehorsam?, Karl der Große, Investiturstreit, Kreuzzüge, Inquisition, Reformation, Säkularisierung; Kirche und Kolonialismus, Kirche und Faschismus, Kirche in der 3. Welt, Modelle gelebten Christseins.

Befähigungen/Haltungen: 1, 2, 4, 5, 8–16, 18f.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit; tagespolitische Themen, Stellungnahme der Kirchen zu aktuellen Themen, Politik mit dem Einkaufskorb.

GLAUBE UND NEUE RELIGIOSITÄT (ERWEITERUNGSMÖGLICHKEIT)

Ziele:

Die Schüler können:

  • Strichaufzählung
    Phänomene neuer Religiosität und deren Ursachen erforschen und begreifen;
  • Strichaufzählung
    Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den religiösen Bedürfnissen und der christlichen Tradition herausarbeiten;
  • Strichaufzählung
    die unterschiedlichen Bewertungsmöglichkeiten religiöser Phänomene kennenlernen und verstehen;
  • Strichaufzählung
    die befreiende oder unterdrückerische Rolle von Religion für Individuen und Gruppen wissen und diskutieren;
  • Strichaufzählung
    lernen, daß es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, nach Gott als Sinn des Lebens zu fragen und daraus zu leben;
  • Strichaufzählung
    Konfliktebenen zwischen kirchlich verfaßtem Christentum und anderen religiösen Sondergruppen kennenlernen und begreifen;
  • Strichaufzählung
    einen eigenen Standpunkt in der religiösen Szene der Gegenwart beziehen.

Inhalte: „Großkirche“ und „Sekte“; „alte“ und „neue“ Sekten; Formen der Verschmelzung verschiedener religiöser Traditionen.

Befähigungen/Haltungen: 1–5, 8–15, 18f.

Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Siehe Inhalte, aktuelle religiöse Gruppen und Konflikte.

GLAUBE ALS HILFE ZUM LEBEN

Ziele:

Die Schüler können:

  • Strichaufzählung
    den christlichen Glauben als Lebenshilfe für individuelle, soziale und politische Probleme verstehen;
  • Strichaufzählung
    eigene Probleme und Fragen artikulieren und Antworten des Glaubens dafür diskutieren;
  • Strichaufzählung
    die Bedeutung des christlichen Glaubens für ihr eigenes Leben erfragen;
  • Strichaufzählung
    wichtige Informationen zu Lebensfragen einholen.

Inhalte/Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Arbeit und Beruf, Arbeitslosigkeit, Sexualität, Partnerschaft, Ehe, Drogen, Medien, Technisierung, Ökologie, Zivildienst oder Waffengebrauch.

Befähigungen/Haltungen: 1f., 5f., 8–19.

Didaktische Grundsätze:

Wie für die dritte, ist auch für die vierte Klasse die Lebensphase der Pubertät bei den Schülern zu beachten. Außerdem ist für viele Schüler dieses Schuljahr ein Jahr des Nachdenkens über Schulwechsel und Berufswahl. Verunsicherung und Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens sowie nach lebbaren Konkretionen stehen im Vordergrund. Möglicherweise versuchen auch die Kollegen in den anderen Gegenständen, die Schüler auf den Schulwechsel oder den Übertritt ins Berufsleben vorzubereiten und auch die damit verbundenen existentiellen Fragen aufzugreifen. Traditionell werden die 14jährigen von ihren Gemeinden wegen des Konfirmandenunterrichts und wegen der Konfirmation angeschrieben. Damit stellt sich die Frage nach den religiösen und kirchlichen Erfahrungen intensiv. Es ist wichtig, die Gemeinsamkeit und Unterschiede zwischen schulischen und kirchlichem Unterricht aufzuzeigen, der Frage nach der Bedeutung des christlichen Glaubens und kirchlichen Lebens für das gegenwärtige und zukünftige Leben der Schüler nachzugehen.

Schlagworte

Bildungsaufgabe, Einzelwissenschaft, Verantwortungsbereitschaft, Verheißungszusammenhang, Selbstwahrnehmung, Ostkirche, Volksgemeinschaft, Sündenbockverfolgung, Entwicklungspolitik, Schöpfungsglaube

Zuletzt aktualisiert am

08.06.2016

Gesetzesnummer

10009874

Dokumentnummer

NOR12124546

alte Dokumentnummer

N7199316815L