Rechtstracker.at

Anl. 16

Fassungen
ab 01.03.1995 — BGBl. Nr. 95/1995 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 16 heute01.03.1995 BGBl. Nr. 95/1995 (Stammfassung)

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Kurztitel

Kosmetik – Analysenverordnung

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Nr. 95 aus 1995,

Typ

römisch fünf

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage 16

Inkrafttretensdatum

01.03.1995BGBl. Nr. 95/1995

Außerkrafttretensdatum

Index

82/05 Lebensmittelrecht

Text

Anlage 16 QUANTITATIVE BESTIMMUNG DES AMMONIAKS

  1. Ziffer eins
    ANWENDUNGSBEREICH
    Die Methode beschreibt die Bestimmung von freiem Ammoniak in kosmetischen Erzeugnissen.
  2. Ziffer 2
    DEFINITION
    Der nach dieser Methode bestimmte Gehalt der Probe an Ammoniak wird ausgedrückt in Massenprozent NH3.
  3. Ziffer 3
    PRINZIP
    Zu dem kosmetischen Erzeugnis wird in Methanol-Wasser-Medium eine Bariumchlorid-Lösung hinzugefügt. Dieses Vorgehen vermeidet die Miterfassung bestimmter Ammoniumsalze während der Wasserdampfdestillation (wie des Karbonats und des Hydrogenkarbonats, von Salzen von Fettsäuren usw.). Ammonium-acetat wird unter diesen Bedingungen miterfaßt.
    Das Ammoniak wird durch Wasserdampfdestillation aus dem Filtrat oder aus der überstehenden Flüssigkeit entfernt und titrimetrisch oder potentiometrisch bestimmt.
  4. Ziffer 4
    REAGENZIEN
    Alle Reagenzien müssen analysenrein sein.
  5. 4 Punkt eins
    Methanol.
  6. 4 Punkt 2
    25%ige (m/v) Bariumchlorid-Dihydrat-Lösung.
  7. 4 Punkt 3
    4%ige (m/v) Ortho-Borsäurelösung.
  8. 4 Punkt 4
    Schwefelsäure-Maßlösung, 0,5 N.
  9. 4 Punkt 5
    Flüssiges Antischaummittel.
  10. 4 Punkt 6
    Natriumhydroxid-Maßlösung, 0,5 N.
  11. 4 Punkt 7
    Indikator: Mischung von 5 ml einer Methylrotlösung (0,1 % in Ethanol) mit 2 ml einer Methylenblaulösung (0,1 % in H2O).
  12. Ziffer 5
    GERÄTE
  13. 5 Punkt eins
    Übliches Laborgerät.
  14. 5 Punkt 2
    Zentrifuge mit verschließbaren Zentrifugengläsern.
  15. 5 Punkt 3
    Wasserdampfdestillationsapparatur.
  16. 5 Punkt 4
    Potentiograph.
  17. 5 Punkt 5
    Glaselektrode und Diquecksilberdichlorid(Kalomel)-Referenzelektrode.
  18. Ziffer 6
    VERFAHREN
  19. 6 Punkt eins
    In einen 100-ml-Meßkolben wird eine Probenmenge, die maximal 150 mg NH3 entspricht, auf 1 mg genau eingewogen.
  20. 6 Punkt 2
    Zu der Probe werden hinzugefügt: 10 ml H2O, 10 ml Methanol (4.1), 10 ml Bariumchloridlösung (4.2). Bis zur 100-ml-Marke mit Methanol (4.1) auffüllen.
  21. 6 Punkt 3
    Homogenisieren und über Nacht im Kühlschrank (5 °C) aufbewahren.
  22. 6 Punkt 4
    Die noch kalte Lösung wird dann filtriert oder in geschlossenen Gläsern zentrifugiert, bis eine klare Trennung erreicht ist (10 Min.).
  23. 6 Punkt 5
    40 ml der klaren Lösung werden mit der Pipette in die Apparatur (5.3) eingefüllt und eventuell 0,5 ml Antischaummittel (4.5) hinzugegeben.
  24. 6 Punkt 6
    Anschließend wird destilliert. 200 ml des Destillats werden in einem 250-ml-Becherglas, das 10,0 ml H2SO4 – 0,5 N (4.4) und 0,1 ml des Indikators (4.7) enthält, aufgefangen.
  25. 6 Punkt 7
    Die überschüssige H2SO4 wird mit NaOH 0,5 N (4.6) rücktitriert.
  26. 6 Punkt 8
    Im Fall einer potentiometrischen Bestimmung werden 200 ml Destillat in einem 250-ml-Becherglas, das 25 ml Orthoborsäure (4.3) enthält, aufgefangen. Anschließend wird mit H2SO4 – 0,5 N (4.4) titriert.
  27. Ziffer 7
    AUSWERTUNG
  28. 7 Punkt eins
    Berechnung bei Rückbestimmung mit Indikator
    Mit:
    V1 (ml): Volumen der zugegebenen NaOH 0,5 N (4.6),
    T1: Titer der NaOH 0,5 N (4.6),
    T2: Titer der H2SO4 0,5 N (4.4),
    m (mg): Probeneinwaage (6.1)
    ergibt sich folgende Formel:

  1. 7 Punkt 2
    Berechnung bei direkter potentiometrischen Bestimmung
    Mit:
    V2 (ml): Volumen H2SO4 0,5 N (4.4),
    T2: Titer der H2SO4 0,5 N (4.4),
    m (mg): Probeneinwaage (6.1)
    ergibt sich folgende Formel:

  1. Ziffer 8
    WIEDERHOLBARKEIT (1)
    Bei einem Gehalt von ca. 6% NH3 darf die Differenz zwischen den Ergebnissen zweier parallel durchgeführter Bestimmungen an derselben Probe nicht höher sein als 0,6%.

-----------------

(1) Siehe ISO-Norm 5725.

Zuletzt aktualisiert am

09.05.2017

Gesetzesnummer

10010899

Dokumentnummer

NOR12138660

Alte Dokumentnummer

N8199547967J