Rechtstracker.at

Anl. 1

Fassungen
01.01.2002 bis 31.12.2003 — BGBl. II Nr. 491/2001 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 101.01.200231.12.2003 BGBl. II Nr. 491/2001 (Stammfassung) · aufgehoben

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Flexibilisierungsklausel - Bestimmung der Justizanstalt Leoben als

Organisationseinheit

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 491 aus 2001,

Typ

V

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage eins

Inkrafttretensdatum

01.01.2002BGBl. II Nr. 491/2001

Außerkrafttretensdatum

31.12.2003

Index

31/01 Allgemeines Haushaltsrecht, Bundesbudget

Beachte

Zum Ende des Bezugszeitraums vergleiche Paragraph 2,

Text

Anlage

Projektprogramm

Gemäß Paragraph 17 a, Absatz 9, Ziffer 3, des Bundeshaushaltsgesetzes

  1. Ziffer eins
    Strategische Zielsetzung der Justizanstalt Leoben

Der Justizanstalt Leoben sind folgende Zielsetzungen des Bundesministeriums für Justiz übertragen:

  • Strichaufzählung
    Durchführung des Strafvollzuges nach den Bestimmungen des Strafvollzugsgesetzes in der Justizanstalt Leoben und der Außenstelle Judenburg.
  • Strichaufzählung
    Bei Einhaltung der budgetären Zielsetzungen gemäß der Darstellung der im Projektzeitraum voraussichtlich erforderlichen Einnahmen und Ausgaben soll die Qualität des Vollzuges verbessert werden.

  1. Ziffer 2
    Schlüsselaufgaben der Justizanstalt Leoben

  • Strichaufzählung
    Einleitung des Strafvollzuges gemäß Paragraph 2, der Sprengelverordnung.
  • Strichaufzählung
    Vollzug von Freiheitsstrafen an männlichen und weiblichen Insassen, deren Strafzeit 18 Monate nicht übersteigt.
  • Strichaufzählung
    Vollzug von Freiheitsstrafen an jugendlichen männlichen Insassen, deren Strafzeit sechs Monate nicht übersteigt, und Vollzug von Freiheitsstrafen an jugendlichen weiblichen Insassen, deren Strafzeit ein Jahr nicht übersteigt.
  • Strichaufzählung
    Vollzug von Ersatzfreiheitsstrafen, die von Verwaltungsbehörden und Finanzstrafbehörden verhängt werden, über Ersuchen derselben.
  • Strichaufzählung
    Vollzug von gerichtlich verhängten Untersuchungshaften an männlichen und weiblichen Insassen.
  • Strichaufzählung
    Vollzug von Verwahrungshaften an Insassen, die durch die Sicherheitsbehörden eingeliefert werden.
  • Strichaufzählung
    Einleitung des Vollzuges von mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßnahmen gemäß Paragraph 21, Absatz 2, StGB an geistig abnormen, zurechnungsfähigen Rechtsbrechern.
  • Strichaufzählung
    Einleitung des Vollzuges von mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßnahmen gemäß Paragraph 22, StGB an entwöhnungsbedürftigen Rechtsbrechern.
  • Strichaufzählung
    Vollzug von Schubhaften.

Zielgruppen der Leistungen sind das Bundesministerium für Justiz, das Landesgericht Leoben und die Bezirksgerichte des Gerichtssprengels Leoben, die Insassen der Justizanstalt Leoben sowie öffentliche und private Auftraggeber, die Leistungen der Justizanstalt Leoben in Anspruch nehmen.

  1. Ziffer 3
    Rechtsgrundlagen

  • Strichaufzählung
    Strafvollzugsgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 144 aus 1969,,
  • Strichaufzählung
    Strafprozessordnung 1975, Bundesgesetzblatt Nr. 631,
  • Strichaufzählung
    Strafgesetzbuch, Bundesgesetzblatt Nr. 60 aus 1974,,
  • Strichaufzählung
    Jugendgerichtsgesetz 1988, Bundesgesetzblatt Nr. 599,
  • Strichaufzählung
    Finanzstrafgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 129 aus 1958,,
  • Strichaufzählung
    Verwaltungsstrafgesetz 1991, Bundesgesetzblatt Nr. 52,
  • Strichaufzählung
    Sprengelverordnung für den Strafvollzug, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 74 aus 1997,,
  • Strichaufzählung
    Vollzugsordnung für Justizanstalten, GZ 42302/27-V/95,
  • Strichaufzählung
    einschlägige Erlässe des Bundesministeriums für Justiz
in der jeweils geltenden Fassung.

  1. Ziffer 4
    Allgemeine Ziele der Justizanstalt Leoben

4.1 Fachbezogene Ziele

  • Strichaufzählung
    Durchführung eines humanen und dem rechtlichen Standard angepassten Strafvollzuges,
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung rascher Lösungen bei neuen Anforderungen an den Strafvollzug,
  • Strichaufzählung
    Verringerung der Einschlusszeiten und vermehrte Betreuung in der Freizeit,
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung des Vollzuges von bis zu 51 100 Hafttagen pro Jahr (Basis 2000).

4.2 Managementziele

  • Strichaufzählung
    Stabilisierung des Budgetbedarfes bei mindestens gleich bleibenden Leistungen,
  • Strichaufzählung
    Einhaltung der budgetären Zielsetzungen laut Projektprogramm,
  • Strichaufzählung
    Bessere Nutzung der Personalkapazitäten,
  • Strichaufzählung
    Steigerung der Einnahmen (ausgenommen Vollzugskostenbeiträge) unter Zugrundelegung des erwarteten Erfolges des Jahres 2001,
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung einer Beschäftigungsquote von mindestens 55 vH der Strafgefangenen und 20 vH der Untersuchungshäftlinge.

  1. Ziffer 5
    Leistungskennzahlen

  • Strichaufzählung
    Kosten pro Hafttag

Die Kosten pro Hafttag errechnen sich aus dem Saldo aus Einnahmen und Ausgaben dividiert durch die voraussichtliche Anzahl der Hafttage.

Für das Jahr 2001 errechnet sich aus dem erwarteten Saldo von 2 910 000 € und voraussichtlich 51 100 Hafttagen ein durchschnittlicher Betrag von 56,95 € pro Hafttag.

Ziel ist, diesen Betrag zu halten oder zu unterschreiten.

  • Strichaufzählung
    Vollzugsnutzungsquotient (VQ)

Der VQ ist eine Messgröße für das eingesetzte Personal im Verhältnis zu den Einschlusszeiten und enthält folgende Faktoren:

  BS = Bedienstetenstand

  IS = Insassenstand

  EZ = Einschlusszeiten (Durchschnitt der Zeit, die ein Insasse im

       Haftraum eingeschlossen ist)

  Formel: VQ = 1 - [(BS : IS) × (Ø Einschlusszeit : 24)]

Der VQ ergibt immer eine Zahl zwischen 1 und 0; eine Annäherung zum Wert 1 bedeutet den Einsatz von wenig Personal bei geringen Einschlusszeiten, eine Annäherung zum Wert 0 den Einsatz von viel Personal bei hohen Einschlusszeiten.

Justizanstalt Leoben:
VQ = 1 - [(56,25 : 111) × (14,71 : 24)] = 0,69

Der VQ am Stichtag 1. Juli 2001 hat den Wert 0,69.

Ziel ist bei möglichst sparsamem Personaleinsatz die Einschlusszeiten zu verringern.

  • Strichaufzählung
    Kontrolle der Beschäftigungsquote

In der Justizanstalt Leoben waren mit Stichtag 2. Juli 2001 26 vH der Untersuchungshäftlinge und 54 vH der Strafgefangenen beschäftigt.

Ziel ist die Sicherstellung einer Beschäftigungsquote von mindestens 20 vH bei Untersuchungshäftlingen und 55 vH bei Strafgefangenen.

  1. Ziffer 6
    Darstellung der im Projektzeitraum voraussichtlich erforderlichen
Planstellen:

____________________________________________________________________

                 Planstellenvorschau 2002-2003

____________________________________________________________________

                               Stellenplan          Vorschau

                            ________________________________________

                                   2001        2002         2003

____________________________________________________________________

Beamte/Verwendungsgruppe

____________________________________________________________________

E1                                   2           2            2

____________________________________________________________________

E2a/E2b                             52          51           51

____________________________________________________________________

A1 - Gl                            0,25        0,25         0,25

____________________________________________________________________

A2                                   1           1            1

____________________________________________________________________

Summe Beamte:                       55,25       54,25        54,25

____________________________________________________________________

Vertragsbedienstete/

Entlohnungsgruppe

____________________________________________________________________

v4                                   1           1            1

____________________________________________________________________

Summe Vertragsbedienstete:           1           1            1

____________________________________________________________________

Gesamtsumme:                        56,25       55,25        55,25

____________________________________________________________________

7. Darstellung der im Projektzeitraum voraussichtlich erforderlichen

Einnahmen und Ausgaben:

____________________________________________________________________

                Anmerkungen                  erwarteter Erfolg

                                 ___________________________________

                                    2001        2002         2003

____________________________________________________________________

                                             Ausgaben in Euro

____________________________________________________________________

UT 0  siehe Erläuterungen

      zu Punkt 7                   2 108 000   2 071 000   2 071 000

____________________________________________________________________

UT 3  siehe Erläuterungen

      zu Punkt 7                      68 000      22 000      30 000

____________________________________________________________________

UT 7  siehe Erläuterungen

      zu Punkt 7                      45 000      50 000      50 000

____________________________________________________________________

UT 8  siehe Erläuterungen

      zu Punkt 7                     694 000     740 000     740 000

      ______________________________________________________________

      Kto. 7271-902 und

      903 Vollzugskostenbeiträge     516 000     523 000     523 000

      ______________________________________________________________

      Z-Posten                        66 000      66 000      66 000

____________________________________________________________________

             Summe der Ausgaben:   3 497 000   3 472 000   3 480 000

____________________________________________________________________

                                        Einnahmen in Euro

____________________________________________________________________

UT 4  siehe Erläuterungen zu

      Punkt 7                         83 000      87 000      95 000

      ______________________________________________________________

      Kto. 8171

      Vollzugskostenbeiträge         494 000     501 000     501 000

____________________________________________________________________

UT 7  Bestandswirksame Einnahmen           0       1 000       1 000

____________________________________________________________________

             Summe der Einnahmen:    577 000     589 000     597 000

____________________________________________________________________

                           Saldo: -2 920 000  -2 883 000  -2 883 000

____________________________________________________________________

Erläuterungen zu Punkt 7

Allgemein wird festgehalten, dass Zahlungen an die BIG und andere Ausgaben zur Gebäudeerhaltung sowie Aufwendungen für die Unterbringung gemäß Paragraph 21, Absatz eins, StGB und Paragraph 429, Absatz 4, StPO nicht saldenwirksam sind, sondern aus dem allgemeinen Budget der Justizanstalten zentral bezahlt werden.

UT 0 - Personalbereich

Der Personalaufwand ist auf der Basis des erwarteten Erfolges des Jahres 2001 auf Grund der in diesem Jahr tatsächlich besetzten Planstellen (56,25) der Justizanstalt Leoben berechnet. Ab dem Jahr 2002 ist auf Grund der Vorgaben des BMJ eine E2-Planstelle einzusparen, der Personalaufwand für 2002 und 2003 ist daher um 37 000 € zu reduzieren.

Weiters ist vorgesehen, die VB-Stelle nach Karenzierung der Bediensteten für den Projektzeitraum mit einer Halbtagskraft zu besetzen.

Im Personalaufwand sind Jubiläumszuwendungen (von jeweils zwei Monatsbruttobezügen pro Bedienstetem für zwei Bedienste und vier

Monatsbruttobezüge für einen Bediensten für das Jahr 2002 sowie zwei

Monatsbruttobezüge für einen Bediensteten für das Jahr 2003) enthalten.

Die finanzielle Abgeltung von Nachtdienstzeitgutschriften wurde im halben Ausmaß der maximal möglichen Abgeltungshöhe von zirka 14 000 €; somit mit 7 000 ? ohne folgejährliche Steigerung berücksichtigt. Für den Rest ist ein Zeitausgleich vorgesehen.

Die Zahl der für die Organisationseinheit vom Bundesminister für Justiz vorgesehenen Planstellen ("Funktionsbesetzungsplan") ist nach oben hin verbindlich. Eine Unterschreitung ist möglich. Daraus ableitbare Kostenreduktionen im Personalbereich können beim Sachaufwand eingesetzt werden. Ebenso ist es möglich, Einsparungen beim Sachaufwand oder überplanmäßige Zuwächse bei den Einnahmen zur Abdeckung von Mehrleistungen beim Personalaufwand zu verwenden.

Der Umstand, dass im Projektzeitraum aus budgetären Gründen Planstellen allenfalls nicht besetzt werden, findet bei der künftigen BMJ-internen Systemisierung der Planstellen im Bereich der Justizanstalten keine Berücksichtigung.

UT 3 - Anlagen

Die Ausgaben wurden auf Grund des folgenden "Anschaffungsplanes" budgetiert, wobei (E) für Ersatz- und (N) für Neuanschaffungen steht:

                                       _____________________________

                                           2002            2003

                                       _____________________________

                                              Ausgaben in Euro

____________________________________________________________________

Falzmaschine                     N              2 000

____________________________________________________________________

Bindemaschine                    N              1 000

____________________________________________________________________

Offset-Druckmaschine             N              9 000

____________________________________________________________________

Drehbank                         N              3 000

____________________________________________________________________

Div. Mobilar                     E              4 000

____________________________________________________________________

Sonstige                                        3 000          3 000

____________________________________________________________________

1 Kombi                          E                            27 000

____________________________________________________________________

                      Summe:                   22 000         30 000

Bei den geplanten Aufwendungen für Anlagegüter ist innerhalb des Projektzeitraumes die zeitliche Verschiebung einzelner Vorhaben bzw. eine Abänderung dann möglich, wenn sie der Einhaltung des vorgesehenen Budgetsaldos nicht entgegensteht.

Der Fahrzeugplan des Bundes bleibt für die Justizanstalt Leoben insofern verbindlich, als er nicht überschritten werden darf. Ein allfälliger Mehrbedarf kann so wie bisher nur durch tageweises Anmieten von Fahrzeugen bedeckt werden. Eine Unterschreitung ist jedoch möglich.

UT 7 - Aufwendungen (gesetzliche Verpflichtungen)

Berechnungsbasis der Ausgaben bei diesem Ansatz ist das erwartete Jahresergebnis 2001, gestützt auf den Erfolg der ersten sechs Monate 2001.

Durch den derzeit verhältnismäßig niedrigen Insassenstand ist mit einem Anstieg zu rechnen. Somit ist auch für eine Steigerung der Netto-Arbeitsvergütung vorzusorgen.

UT 8 - Aufwendungen

Berechnungsbasis der Ausgaben bei diesem Ansatz ist das erwartete Jahresergebnis 2001, gestützt auf den Erfolg der ersten sechs Monate 2001.

Durch den derzeit verhältnismäßig niedrigen Insassenstand ist auch hier mit einem Anstieg zu rechnen, wofür Vorsorge getroffen wurde.

UT 4 - Einnahmen

Berechnungsbasis der Einnahmen ist das erwartete Jahresergebnis 2001, gestützt auf den Erfolg der ersten sechs Monate 2001. Die Differenz zum korrespondierenden Ausgabenbetrag bei der UT 8 ist auf die Arbeitslosenversicherungsbeiträge der Insassen, die bei der UT 8 zu verrechnen sind, zurückzuführen.

Bei den übrigen Einnahmen wird eine Steigerung angestrebt.

Gesetzesnummer

20001738

Dokumentnummer

NOR40027327