Rechtstracker.at

Anl. 16

Fassungen
14.02.2006 bis 30.08.2007
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 1614.02.200630.08.2007 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 230/2007

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Kontaminanten-Analysenverordnung

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 422 aus 2003, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 230 aus 2007,

Typ

V

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage 16

Inkrafttretensdatum

14.02.2006

Außerkrafttretensdatum

30.08.2007aufgehoben durch BGBl. II Nr. 230/2007

Index

82/05 Lebensmittelrecht

Text

Anhang römisch sechzehn

PROBENAUFBEREITUNG UND KRITERIEN FÜR DIE ANALYSEMETHODEN ZUR

AMTLICHEN KONTROLLE DES GEHALTS AN FUSARIENTOXINEN IN BESTIMMTEN

LEBENSMITTELN

  1. Ziffer eins
    Vorsichtsmaßnahmen
    Da die Verteilung von Fusarientoxinen nicht homogen ist, müssen die Proben besonders sorgfältig aufbereitet und homogenisiert werden.
    Das gesamte, dem Labor zugesandte Probenmaterial ist für die Probenaufbereitung zu verwenden.
  2. Ziffer 2
    Behandlung der im Labor eingegangenen Probe
    Jede Laborprobe ist nach einem Verfahren, das nachweislich eine vollständige Homogenisierung gewährleistet, fein zu zermahlen und sorgfältig zu vermischen.
    Sofern der Höchstgehalt für die Trockenmasse gilt, ist bei einem Teil der homogenisierten Probe mithilfe eines Verfahrens, mit dem die Trockenmasse nachweislich genau bestimmt werden kann, die Trockenmasse zu bestimmen.
  3. Ziffer 3
    Unterteilung der Probe in amtliche Probe und Gegenproben
    Die amtliche Probe und die Gegenproben sind gemäß Paragraph 36, Absatz 5, LMSVG der homogenisierten Sammelprobe zu entnehmen.
  4. Ziffer 4
    Vom Labor anzuwendende Analysemethode und Kontrollanforderungen an das Labor

4.1 Definitionen

Nachstehend eine Reihe der gebräuchlichsten Definitionen, die das Labor verwenden sollte:

Die gebräuchlichsten Präzisionsparameter sind die Wiederholbarkeit und die Reproduzierbarkeit.

      r              = Wiederholbarkeit: der Wert, unterhalb dessen

                     man die absolute Differenz zwischen zwei

                     einzelnen Prüfergebnissen, die unter

                     Wiederholbarkeitsbedingungen (d. h. dieselbe

                     Probe, derselbe Prüfer, dasselbe Gerät,

                     dasselbe Labor, kurze Zeitspanne) erzielt

                     werden, mit einer vorgegebenen

                     Wahrscheinlichkeit (im Regelfall 95%) erwarten

                     darf, so dass r = 2,8 x s tief r.

      s tief r       = Standardabweichung, berechnet aus unter

                     Wiederholbarkeitsbedingungen ermittelten

                     Ergebnissen.

      RSD tief r   = Relative Standardabweichung, berechnet aus

                     unter Wiederholbarkeitsbedingungen

                              _____

                   [(s tief r/kappa) x 100] ermittelten Ergebnissen.

      R              = Reproduzierbarkeit: der Wert, unterhalb

                     dessen man die absolute Differenz zwischen

                     einzelnen Prüfergebnissen, die unter

                     Reproduzierbarkeitsbedingungen (d. h. an

                     identischem Material von Prüfern in

                     verschiedenen Labors nach dem standardisierten

                     Testverfahren) erzielt werden, mit einer

                     vorgegebenen Wahrscheinlichkeit (in der Regel

                     95%) erwarten darf; R = 2,8 x s tief R.

      s tief R       = Standardabweichung, berechnet aus unter

                     Reproduzierbarkeitsbedingungen ermittelten

                     Ergebnissen.

      RSD tief R   = Relative Standardabweichung, berechnet aus

                     unter Wiederholbarkeitsbedingungen

                              _____

[(s tief R/kappa) x 100] ermittelten Ergebnissen.

4.2 Allgemeine Anforderungen

Die für Lebensmittelkontrollzwecke eingesetzten Analyseverfahren müssen Anhang römisch drei der Verordnung (EG) Nr. 882 aus 2004, über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie die Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz entsprechen.

4.3 Spezifische Anforderungen

4.3.1 Leistungskriterien

Sofern auf Gemeinschaftsebene keine spezifischen Verfahren für die Bestimmung von Fusarientoxinen in Lebensmitteln vorgeschrieben sind, können Labore ein beliebiges Verfahren auswählen, wenn es die folgenden Kriterien erfüllt:

      a) Leistungsmerkmale für die Bestimmung von Deoxynivalenol

____________________________________________________________________

                                     Deoxynivalenol

Konzentration    __________________________________________________

    myg/kg           RSD tief r (%)   RSD tief R (%)    Wiederfin-

                                                       dungsrate (%)

____________________________________________________________________

> 100-<= 500           <= 20            <= 40          60-100

____________________________________________________________________

>500                <= 20            <= 40          70-120

____________________________________________________________________

      b) Leistungsmerkmale für die Bestimmung von Zearalenon

____________________________________________________________________

                                       Zearalenon

Konzentration    __________________________________________________

    myg/kg           RSD tief r (%)   RSD tief R (%)    Wiederfin-

                                                       dungsrate (%)

____________________________________________________________________

<= 50                <= 40            <= 50          60-120

____________________________________________________________________

>50                <= 25            <= 40          70-120

____________________________________________________________________

      c) Leistungsmerkmale für die Bestimmung von Fumonisin B tief 1

         und B tief 2

____________________________________________________________________

                            Fumonisin B tief 1 oder B tief 2

Konzentration    __________________________________________________

    myg/kg           RSD tief r (%)   RSD tief R (%)    Wiederfin-

                                                       dungsrate (%)

____________________________________________________________________

<= 500               <= 30            <= 60          60-120

____________________________________________________________________

>500                <= 20            <= 30          70-110

____________________________________________________________________

      d) Leistungsmerkmale für die Bestimmung von T-2- und

         HT-2-Toxin

____________________________________________________________________

                                        T-2-Toxin

Konzentration    __________________________________________________

    myg/kg           RSD tief r (%)   RSD tief R (%)    Wiederfin-

                                                       dungsrate (%)

____________________________________________________________________

    50-250               <= 40            <= 60          60-130

____________________________________________________________________

>250                <= 30            <= 50          60-130

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

                                       HT-2-Toxin

Konzentration    __________________________________________________

    myg/kg           RSD tief r (%)   RSD tief R (%)    Wiederfin-

                                                       dungsrate (%)

____________________________________________________________________

   100-200               <= 40            <= 60          60-130

____________________________________________________________________

>200                <= 30            <= 50          60-130

____________________________________________________________________

Die Nachweisgrenzen der verwendeten Analyseverfahren werden nicht angegeben, da die Präzisionswerte bei den betreffenden Konzentrationen angegeben sind.

Die Präzisionswerte werden gemäß der Horwitz-Gleichung

berechnet:

RSD tief R = 2 hoch (1-0,5logC)

wobei:

RSD tief R die relative Standardabweichung, berechnet aus

unter Wiederholbarkeitsbedingungen ermittelten Ergebnissen

_____

[(s tief R/kappa) x 100],

C das Konzentrationsverhältnis (d. h. 1 = 100 g/100 g, 0,001 = 1 000 mg/kg) ist.

Dies ist eine verallgemeinerte Präzisionsgleichung, die sich für die meisten Routineanalysemethoden als unabhängig von Analyt und Matrix und lediglich als von der Konzentration abhängig erwiesen hat.

4.3.2 Der „Tauglichkeits“-Ansatz

Sofern nur eine beschränkte Anzahl vollständig validierter Analysemethoden vorliegt, kann alternativ nach dem „Tauglichkeits“-Ansatz ein einziger Parameter, eine Tauglichkeitsfunktion, zur Beurteilung der Eignung von Analysemethoden herangezogen werden. Mit Tauglichkeitsfunktion ist eine Unsicherheitsfunktion gemeint, die Maximalwerte für die Unsicherheit festlegt, die als annehmbar gelten. Aufgrund der beschränkten Anzahl durch einen Ringversuch vollständig validierter Analysemethoden, insbesondere zur Bestimmung von T-2- und HT-2-Toxin, kann die Unsicherheitsfunktion, mit der die größte annehmbare Unsicherheit festgelegt wird, auch zur Beurteilung der Eignung (der „Tauglichkeit“) der vom Labor zu verwendenden Analysemethode herangezogen werden. Das Labor kann eine Methode einsetzen, die Ergebnisse mit einer maximalen Standardunsicherheit liefert. Die maximale Standardunsicherheit kann mit Hilfe der nachstehenden Formel berechnet werden:

Uƒ = Wurzel (LOD/2) hoch 2 + (alphakappaC) hoch 2

wobei:

  • Strichaufzählung
    Uƒ die maximale Standardunsicherheit (myg/kg),
  • Strichaufzählung
    LOD die Nachweisgrenze der Methode (myg/kg),
  • Strichaufzählung
    alpha ein konstanter numerischer Faktor, der abhängig von der Konzentration C zu verwenden ist; die zu verwendenden Werte sind in Tabelle 3 aufgeführt,
  • Strichaufzählung
    C die betreffende Konzentration (myg/kg) ist.
Liefert eine Analysemethode Ergebnisse mit einer Messunsicherheit, die unter der maximalen Standardunsicherheit liegt, gilt die Methode als gleichermaßen geeignet wie eine Methode, die die Leistungskriterien unter Nummer 4.3.1 erfüllt.

TABELLE 3

Numerische Werte, die für alpha abhängig von der jeweiligen

Konzentration als Konstante in der unter dieser Nummer aufgeführten

Formel einzusetzen sind.

____________________________________________________________________

             C (myg/kg)                       A

____________________________________________________________________

<= 50                        0,2

____________________________________________________________________

               51-500                       0,18

____________________________________________________________________

              501-1 000                     0,15

____________________________________________________________________

            1 001-10 000                    0,12

____________________________________________________________________

>10 000                       0,1

____________________________________________________________________

4.4 Berechnung der Wiederfindungsrate und Angabe der Ergebnisse

Das Analyseergebnis kann entweder um die Wiederfindungsrate berichtigt oder unberichtigt angegeben werden. Die Art der Angabe und die Wiederfindungsrate sind mitzuteilen. Das um die Wiederfindungsrate korrigierte Analyseergebnis wird verwendet, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen (siehe Anhang römisch eins Nummer 5).

Das Analyseergebnis ist als x +/– U anzugeben, wobei x das Analyseergebnis und U die Messunsicherheit darstellen. U stellt die erweiterte Messunsicherheit bei einem Erweiterungsfaktor von 2 dar, der zu einem Grad des Vertrauens von ca. 95% führt.

4.5 Laborqualitätsnormen

Laboratorien müssen Artikel 12, Absatz 2, der Verordnung (EG) Nr. 882 aus 2004, über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie die Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz entsprechen. Die Laboratorien müssen gemäß Akkreditierungsgesetz – AkkG akkreditiert sein.

Anmerkung

Chemische Zeichen, Formeln und Tabellen nicht direkt darstellbar, es
wird auf die Kundmachung des BGBl. im RIS verwiesen:
<A HREF= "http://ris1.bka.gv.at/authentic/findbgbl.aspx?name=Anh%C3%A4nge%20XIII%20bis%20XVI&format=pdf&docid=COO_2026_100_2_241864" Target="_blank">Bundesgesetzblatt II Nr. 57/2006</A>

Gesetzesnummer

20002921

Dokumentnummer

NOR40075189