Rechtstracker.at

Anl. 1

Fassungen
21.02.2008 bis 19.05.2014 — BGBl. II Nr. 68/2008 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenFassungsvergleichKundmachung
Anl. 120.05.201421.02.2022 § → § BGBl. II Nr. 109/2014 · aufgehoben durch BGBl. I Nr. 256/2021
Anl. 121.02.200819.05.2014 BGBl. II Nr. 68/2008 (Stammfassung)

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 68 aus 2008,

Typ

V

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage eins

Inkrafttretensdatum

21.02.2008BGBl. II Nr. 68/2008

Außerkrafttretensdatum

19.05.2014danach: BGBl. II Nr. 109/2014

Index

82/05 Lebensmittelrecht

Text

Anlage 1

GRUNDZUSAMMENSETZUNG VON SÄUGLINGSANFANGSNAHRUNG BEI REKONSTITUTION

NACH HINWEISEN DES HERSTELLERS

Die in dieser Anlage angegebenen Werte beziehen sich auf das entweder so in Verkehr gebrachte oder nach den Anweisungen des Herstellers rekonstituierte verzehrfertige Erzeugnis.

1. ENERGIE

____________________________________________________________________

          Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

         250 kJ/100 ml                  295 kJ/100 ml

        (60 kcal/100 ml)               (70 kcal/100 ml

____________________________________________________________________

2. PROTEINE

(Proteingehalt = Stickstoffgehalt × 6,25)

2.1. Säuglingsanfangsnahrungen auf der Basis von Kuhmilchproteinen

____________________________________________________________________

          Mindestens *1)                   Höchstens

____________________________________________________________________

          0,45 g/100 kJ                   0,7 g/100 kJ

         (1,8 g/100 kcal)                (3 g/100 kcal)

____________________________________________________________________

*1) Aus Kuhmilchproteinen mit einem Proteingehalt zwischen dem Mindestwert und 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) hergestellte Säuglingsanfangsnahrung muss den Anforderungen des Paragraph 4, Absatz 2, entsprechen.

Bei gleichem Brennwert muss die Säuglingsanfangsnahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch gemäß Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 2 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Zystin darf größer als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, die nach allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen für die Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

2.2. Säuglingsanfangsnahrungen auf der Basis von Proteinhydrolysaten

____________________________________________________________________

          Mindestens *1)                   Höchstens

____________________________________________________________________

          0,45 g/100 kJ                   0,7 g/100 kJ

         (1,8 g/100 kcal)                (3 g/100 kcal)

____________________________________________________________________

*1) Aus Proteinhydrolysaten mit einem Proteingehalt zwischen dem Mindestwert und 0,56 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal) hergestellte Säuglingsanfangsnahrung muss den Anforderungen des Paragraph 4, Absatz 3, entsprechen.

Bei gleichem Brennwert muss die Säuglingsanfangsnahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch gemäß Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 2 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Zystin darf größer als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, die nach allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen für die Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

Der L-Carnitingehalt muss mindestens 0,3 mg/100 kJ (1,2 mg/100 kcal) betragen.

2.3. Säuglingsanfangsnahrungen aus Sojaproteinisolaten, pur oder in

einer Mischung mit Kuhmilchproteinen

____________________________________________________________________

          Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

          0,56 g/100 kJ                   0,7 g/100 kJ

         (2,25 g/100 kcal)                (3 g/100 kcal)

____________________________________________________________________

Bei der Herstellung dieser Säuglingsanfangsnahrungen sind nur Proteinisolate aus Soja zu verwenden.

Bei gleichem Brennwert muss die Säuglingsanfangsnahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch gemäß Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 2 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Zystin darf größer als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, die nach allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen für die Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

Der Gehalt an L-Carnitin muss mindestens 0,3 mg/100 kJ (1,2 mg/100 kcal) betragen.

2.4. In allen Fällen dürfen Aminosäuren der Säuglingsanfangsnahrung nur zur Verbesserung des Nährwerts der Proteine in den hierfür notwendigen Mengen zugesetzt werden.

  1. Ziffer 3
    TAURIN
Wenn Taurin Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt wird, darf der Tauringehalt nicht größer als 2,9 mg/100 kJ (12 mg/100 kcal) sein.

4. CHOLIN

____________________________________________________________________

         Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

        1,7 mg/100 kJ                 (7 mg/100 kcal)

         12 mg/100 kJ                (50 mg/100 kcal)

____________________________________________________________________

5. LIPIDE

____________________________________________________________________

         Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

       1,05 g/100 kJ                    (4,4 g/100 kcal)

       1,4 g/100 kJ                     (6,0 g/100 kcal)

____________________________________________________________________

5.1. Die Verwendung folgender Stoffe ist untersagt:

  — Sesamöl,

  — Baumwollsaatöl.

5.2. Laurinsäure und Myristinsäure

____________________________________________________________________

         Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

                                      einzeln oder insgesamt

                                      20% des Gesamtfettgehalts

____________________________________________________________________

5.3. Der Gehalt an trans-Fettsäuren darf nicht über 3% des gesamten

Fettgehalts liegen.

5.4. Der Erucasäure-Gehalt darf nicht über 1% des gesamten

Fettgehalts liegen.

5.5. Linolsäure (in Form von Glyzeriden = Linoleaten)

____________________________________________________________________

         Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

        70 mg/100 kJ                    285 mg/100 kJ

      (300 mg/100 kcal)               (1 200 mg/100 kcal)

____________________________________________________________________

5.6. Der Alphalinolsäure-Gehalt muss mindestens 12 mg/100 kJ (50 mg/100 kcal) betragen.

Das Verhältnis Linolsäure/Alphalinolsäure muss mindestens 5 und darf höchstens 15 betragen.

5.7. Langkettige (20 und 22 Kohlenstoffatome), mehrfach ungesättigte Fettsäuren können hinzugefügt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil an dem gesamten Fettgehalt

— bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren

höchstens 1%, und

— bei langkettigen, mehrfach ungesättigten

n-6-Fettsäuren höchstens 2% (bei Arachidonsäure höchstens 1%

(20:4n-6))

betragen.

Der Gehalt an Eicosapentaensäure (20:5 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) sein.

Der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren sein.

  1. Ziffer 6
    PHOSPHOLIPIDE
Der Gehalt an Phospholipiden in Säuglingsanfangsnahrung darf nicht höher als 2 g/l sein.

7. INOSITOL

____________________________________________________________________

         Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

         1 mg/100 kJ                    (4 mg/100 kcal)

        10 mg/100 kJ                    (40 mg/100 kcal)

____________________________________________________________________

8. KOHLENHYDRATE

____________________________________________________________________

         Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

       2,2 g/100 kJ                    (9 g/100 kcal)

       3,4 g/100 kJ                    (14 g/100 kcal)

____________________________________________________________________

8.1. Es dürfen nur folgende Kohlenhydrate verwendet werden:

  — Lactose,

  — Maltose,

  — Saccharose,

  — Glucose,

  — Malto-Dextrine,

  — Glucosesirup oder getrockneter Glucosesirup,

  — vorgekochte Stärke (von Natur aus glutenfrei)

  — gelatinierte Stärke, (von Natur aus glutenfrei)

8.2. Laktose

____________________________________________________________________

        Mindestens                       Höchstens

____________________________________________________________________

        1,1 g/100 kJ                          -

      (4,5 g/100 kcal)                        -

____________________________________________________________________

Diese Bestimmung gilt nicht für Säuglingsanfangsnahrungen, bei denen der Anteil an Sojaproteinisolaten mehr als 50% des Gesamtproteingehalts beträgt.

8.3. Saccharose

Saccharose darf ausschließlich aus Proteinhydrolysaten hergestellter Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden. Wird Saccharose zugesetzt, darf ihr Gehalt 20% des Gesamtkohlenhydratgehalts nicht übersteigen.

8.4. Glucose

Glucose darf ausschließlich aus Proteinhydrolysaten hergestellter Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden. Wird Glucose zugesetzt, darf ihr Gehalt 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) nicht übersteigen.

8.5. Vorgekochte Stärke und/oder gelatinierte Stärke

____________________________________________________________________

        Mindestens                        Höchstens

____________________________________________________________________

            -                  2 g/100 ml und 30% des

                               Gesamtkohlenhydratgehalts

____________________________________________________________________

  1. Ziffer 9
    FRUCTO-OLIGOSACCHARIDE UND GALACTO-OLIGOSACCHARIDE
Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide dürfen Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden.
In diesem Fall darf ihr Anteil 0,8 g/100 ml in einer Kombination aus 90% Oligogalactosyl-Lactose und 10% Oligofructosyl-Saccharose mit hohem Molekulargewicht nicht übersteigen.
Andere Kombinationen und Höchstgehalte von Fructo-Oligosacchariden und Galacto-Oligosacchariden können gemäß Paragraph 3, Absatz eins und 3 verwendet werden.

10. MINERALSTOFFE

10.1. Säuglingsanfangsnahrungen aus Kuhmilchproteinen oder

Proteinhydrolysaten

____________________________________________________________________

                                Je 100 kJ          Je 100 kcal

                 ___________________________________________________

                    Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

____________________________________________________________________

Natrium (mg)            5           14         20         60

Kalium (mg)            15           38         60        160

Chlor (mg)             12           38         50        160

Calcium (mg)           12           33         50        140

Phosphor (mg)           6           22         25         90

Magnesium (mg)         1,2         3,6          5         15

Eisen (mg)             0,07        0,3         0,3       1,3

Zink (mg)              0,12        0,36        0,5       1,5

Kupfer (myg)           8,4          25         35        100

Jod (myg)              2,5          12         10         50

Selen (myg)            0,25        2,2          1          9

Mangan (myg)           0,25         25          1        100

Fluor (myg)             -           25          -        100

____________________________________________________________________

Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis beträgt mindestens 1,0 und höchstens 2,0.

10.2. Säuglingsanfangsnahrungen aus Sojaproteinisolaten, pur oder als Mischung mit Kuhmilchproteinen

Es gelten alle Anforderungen aus Ziffer 10 Punkt eins, mit Ausnahme der Anforderungen für Eisen und Phosphor, die wie folgt lauten:

____________________________________________________________________

                                Je 100 kJ          Je 100 kcal

                 ___________________________________________________

                    Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

____________________________________________________________________

Eisen (mg)             0,12         0,5        0,45        2

Phosphor (mg)          7,5           25         30       100

____________________________________________________________________

11. VITAMINE

____________________________________________________________________

                                Je 100 kJ          Je 100 kcal

                 ___________________________________________________

                    Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

____________________________________________________________________

Vitamine A

(myg-ER) *1)            14           43         60       180

Vitamin D

(myg) *2)              0,25         0,65         1       2,5

Thiamin (myg)           14           72         60       300

Riboflavin (myg)        19           95         80       400

Niacin (myg) *3)        72          375        300      1 500

Pantothensäure

(myg)                   95          475        400      2 000

Vitamin B tief 6

(myg)                    9           42         35        175

Biotin (myg)           0,4          1,8        1,5       7,5

Folsäure (myg)         2,5           12         10        50

Vitamin B tief 12

(myg)                 0,025         0,12       0,1       0,5

Vitamin C (mg)         2,5          7,5         10        30

Vitamin K (myg)          1            6          4        25

Vitamin E(mg

alpha-TE) *4)       0,5/g           1,2    0,5/g           5

                    mehrfach               mehrfach

                    ungesät-               ungesät-

                    tigte                  tigte

                    Fettsäuren,            Fettsäuren,

                    als Linol-             als Linol-

                    säure aus-             säure aus-

                    gedrückt,              gedrückt,

                    korrigiert             korrigiert

                    um die                 um die

                    Zahl der               Zahl der

                    Doppel-                Doppel-

                    bindungen              bindungen

                    *5), auf               *5), auf

                    keinen Fall            keinen Fall

                    jedoch                 jedoch

                    weniger als            weniger als

                    0,1 mg/100             0,1 mg/100

                    verfügbare             verfügbare

                    kJ                     kJ

____________________________________________________________________

  *1) RE = Retinoläquivalent, alle trans.

  *2) In Form von Cholecalciferol, davon 10 myg = 400 IE Vitamin D.

*3) Vorgebildetes Niacin.

*4) alpha-TE = d-alpha-Tocopheroläquivalent.

*5) 0,5 mg alpha-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg alpha-TE/1 g alpha-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg alpha-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg alpha-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg alpha-TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3)

12. NUKLEOTIDE

Folgende Nukleotide können verwendet werden

____________________________________________________________________

                                                Höchstwert *1)

                                      ______________________________

                                        (mg/100 kJ)  (mg/100 kcal)

____________________________________________________________________

Cytidin-5’-monophosphat                    0,60         2,50

Uridin-5’-monophosphat                     0,42         1,75

Adenosin-5’-monophosphat                   0,36         1,50

Guanosin-5’-monophosphat                   0,12         0,50

Inosin-5’-monophosphat                     0,24         1,00

____________________________________________________________________

*1) Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.

Schlagworte

Methioningehalt, Phenylalaningehalt

Zuletzt aktualisiert am

22.05.2014

Gesetzesnummer

20005699

Dokumentnummer

NOR40096728