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BGBl. II Nr. 286/2021

kundgemacht 30.06.2021 RIS↗
Land- und forstwirtschaftliche Mutterschutzverordnung – LF-MSchV
Verordnung des Bundesministers für Arbeit über die Freistellung werdender Mütter in der Land- und Forstwirtschaft (Land- und forstwirtschaftliche Mutterschutzverordnung – LF-MSchV)
Kundmachung BGBl. II Nr. 286/2021× zu LF-MSchV×

Änderungen durch diese Kundmachung

Land- und forstwirtschaftliche Mutterschutzverordnung (LF-MSchV) neu § 0↗RIS↗
§ 2neu
in Kraft ab 01.07.2021 · idF BGBl. II Nr. 286/2021 § 2↗RIS↗

Medizinische Indikationen

Paragraph 2,

  1. Absatz eins,Medizinische Indikationen gemäß Paragraph 170, Absatz 2, Ziffer eins, LAG sind:
    1. Ziffer eins
      Anämie mit Hämoglobin im Blut < 8,5 g/dl mit zusätzlicher kardiopulmonaler Symptomatik;
    2. Ziffer 2
      Auffälligkeiten im pränatalen Ultraschall mit drohendem Risiko einer Frühgeburt unter laufender Therapie (z.B. Polyhydramnion);
    3. Ziffer 3
      belastete Anamnese mit Status post spontanem Spätabort oder Frühgeburt eines Einlings (16. bis 36. Schwangerschaftswoche);
    4. Ziffer 4
      insulinpflichtiger Diabetes Mellitus (IDDM) mit rezidivierenden Hyper- oder Hypoglykämien;
    5. Ziffer 5
      kongenitale Fehlbildungen;
    6. Ziffer 6
      Mehrlingsschwangerschaften;
    7. Ziffer 7
      eine oder mehrere Organtransplantationen, denen die werdende Mutter unterzogen wurde;
    8. Ziffer 8
      Plazenta praevia totalis bzw. partialis ab der 20. Schwangerschaftswoche;
    9. Ziffer 9
      Präeklampsie, E-P-H-Gestose;
    10. Ziffer 10
      sonographisch bewiesene subamniale oder subplazentare Einblutungszonen (Hämatome) mit klinischer Symptomatik;
    11. Ziffer 11
      Status post Konisation;
    12. Ziffer 12
      thromboembolische Geschehen in der laufenden Schwangerschaft;
    13. Ziffer 13
      Fehlbildungen des Uterus;
    14. Ziffer 14
      Verdacht auf Plazenta increta/percreta inklusive Narbeninvasion ab der 20. Schwangerschaftswoche;
    15. Ziffer 15
      vorzeitige Wehen bei Zustand nach Tokolyse im Krankenhaus;
    16. Ziffer 16
      Wachstumsretardierung mit nachgewiesener Mangelversorgung des Feten;
    17. Ziffer 17
      Zervixinsuffizienz: Zervixlänge unter 25 mm Länge und/oder Cerclage in laufender Schwangerschaft.
  2. Absatz 2,Auch bei Vorliegen von in Absatz eins, genannten medizinischen Indikationen ist die Ausstellung eines Freistellungszeugnisses vor Ablauf der 15. Schwangerschaftswoche nur zulässig, wenn besondere Umstände vorliegen, die eine frühere Freistellung zwingend erforderlich machen. Dies ist von der bzw. dem das Freistellungszeugnis ausstellenden Fachärztin bzw. Facharzt im Freistellungszeugnis zu begründen.