Rechtstracker.at

BGBl. II Nr. 198/2024

kundgemacht 10.07.2024 RIS↗
Änderung der Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung
Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft, mit der die Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung geändert wird
Kundmachung BGBl. II Nr. 198/2024× zu NAPV×

Änderungen durch diese Kundmachung

Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung (NAPV) 4 § 0↗RIS↗
Anl. 3geändert
in Kraft 01.01.2023 – 10.07.2024 · idF BGBl. II Nr. 495/2022 · danach: BGBl. II Nr. 198/2024 Anl. 3↗RIS↗
in Kraft ab 11.07.2024 · idF BGBl. II Nr. 198/2024 Anl. 3↗RIS↗
… 45 unveränderte Absätze
Anlage 3
Begrenzung der auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebrachten Stickstoffmenge
Abschnitt I
Obergrenzen Acker
Für die Düngebemessung auf Ackerflächen ist ausgehend vom Gesamtstickstoffbedarf der Kultur gemäß diesem Abschnitt die Stickstoffnachlieferung aus der Vorfrucht bzw. aus Ernterückständen gemäß den Vorgaben des Abschnitts III und zusätzlich bei Bewässerungen der im Bewässerungswasser enthaltene Stickstoff gemäß den Vorgaben des Abschnitts IV abzuziehen.
Für die Düngebemessung von Gemüsekulturen ist ausgehend vom Gesamtstickstoffbedarf der Gemüsekultur („Sollwert je Satz“) gemäß diesem Abschnitt, der im Boden vorhandene, nutzbare mineralische Stickstoff (Nmin) gemäß Abschnitt II und zusätzlich bei Bewässerungen der im Bewässerungswasser enthaltene Stickstoff gemäß Abschnitt IV abzuziehen.
Die Ertragslage ist anhand der tatsächlichen Erträge im Durchschnitt der letzten Jahre einzustufen. Bei Kulturarten, bei denen zum Zeitpunkt der letzten Stickstoffdüngung das tatsächliche Ertragsniveau bereits abschätzbar ist, ist eine Stickstoffbemessung nach dem korrigierten Ertragsniveau vorzunehmen.
Wenn die durchschnittliche Ackerzahl eines Schlages kleiner als 30 ist, so ist eine Einstufung der Ertragslage des Standortes mit „hoch“ nicht zulässig. Bei Vorliegen von Aufzeichnungen über die tatsächlich erzielten Erträge der betreffenden oder von unmittelbar vergleichbaren Flächen hat die Einstufung der Ertragslage nach diesen Aufzeichnungen zu erfolgen.
Tabelle 1: Obergrenzen Acker je Kultur in kg jahreswirksamer N/ha
Kultur
Niedrige Ertragslage
Mittlere Ertragslage
Ertragslage hoch1
Ertragslage hoch2
Ertragslage hoch3
Ertrag bis
max. N
Ertrag von bis
Max. N
Ertrag von bis
max. N
Ertrag
max. N
Ertrag
max. N
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
Getreide
Weizen >= 14% RP
<4
105
4–5,5
145
5,5–6,75
170
6,75–8
180
>8
195
Weizen < 14% RP
<5
105
5–6
145
6–7,5
170
7,5–9
180
>9
195
Durum-Weizen
<4
105
4-5,25
145
5,25-6,5
170
6,5-7,75
180
>7,75
195
Roggen
<4
80
4–5,5
110
5,5–7
130
7–8,5
140
>8,5
150
Dinkel (mit Spelzen)
<3,5
80
3,5–5,5
110
5,5–6,5
130
6,5–7,5
140
>7,5
150
Winterfuttergerste
<5
95
5–6
130
6–7,5
155
7,5–9
170
>9
180
Winterbraugerste
<4,5
70
4,5–5,5
100
5,5–7
115
7–8,5
125
>8,5
135
Triticale
<5
90
5–6
120
6–7,5
145
7,5–9
155
>9
165
Sommerfuttergerste
<4
80
4–5,5
110
5,5–7
130
7–8,5
140
>8,5
150
Sommerbraugerste
<3,5
65
3,5–5
80
5–6,5
95
6,5–8
105
>8
110
Hafer
<3,5
70
3,5–5
100
5–6,5
115
6,5–8
125
>8
135
Hackfrüchte
Körnermais (incl. CCM)
<8,5
110
8,5-10,5
155
10,5-12
180
12–13,5
195
>13,5
210
Silomais (FM)
<40
130
40–50
175
50–57,5
210
57,5–65
225
>65
240
Zuckerrübe
<55
110
55–75
155
75–85
180
85–95
195
>95
210
Futterrübe
<60
110
60–100
155
>100
180
---
---
---
---
Speise/Industriekartoffel
<33
120
33–45
165
45–55
195
55–65
210
>65
225
Früh-, Pflanzkartoffel
<15
90
15–20
120
>20
145
----
----
----
----
Körnerhirse/-sorghum
<6,5
110
6,5–8
155
8–9,5
180
9,5–10,5
195
>10,5
210
Silohirse/-sorghum (FM)
<55
130
55-68
175
68-77
210
77-86
225
>86
240
Öl- und Eiweißpflanzen
Soja, Erbse, Bohne
0 (601)
Körnerraps
<3
110
3–3,5
155
3,5–4,25
180
4,25–5
195
>5
210
Sonnenblume
<2
50
2–3
65
3–4
80
4–5
85
>5
90
Ölkürbis
<0,6
65
0,6–0,8
90
>0,8
105
---
---
---
---
Wein
Triebwachstum: stark
<5
25
(40)2
>=5
30 (50)2
-
-
-
-
-
-
Triebwachstum: mittel
<5
40
(55)2
>=5
50 (70)2
-
-
-
-
-
-
Triebwachstum: schwach
<5
50
(65)2
>=5
60
(80)2
-
-
-
-
-
-
Zwischenfruchtanbau
Zwischenfrucht-(futter)bau mit Leguminosen
403)
Zwischenfrucht-(futter)bau ohne Leguminosen
803)
Stilllegungen/
Grünbrachen
0
1)
bei Verwendung von nicht beimpftem Saatgut, bei mangelhaftem Knöllchenbesatz oder bei erstmaligem Anbau
2)
begrünter Boden ohne Leguminosen
3)
Stickstoffdüngergaben auf nicht genutzte Zwischenfrüchte sind in voller Höhe der Folgekultur anzurechnen
Für nicht aufgelistete Kulturen sind die Werte für die Mengenbegrenzung aus der einschlägigen Fachliteratur abzuleiten.
Tabelle 2: Obergrenzen Acker je Kultur in kg jahreswirksamer N/ha für Flächen in Gebieten gemäß Anlage 5
Kultur
Niedrige Ertragslage
Mittlere Ertragslage
Ertragslage hoch1
Ertragslage hoch2
Ertragslage hoch3
Ertrag bis
max. N
Ertrag von bis
Max. N
Ertrag von bis
max. N
Ertrag
max. N
Ertrag
max. N
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
Getreide
Weizen >= 14% RP
<4
95
4–5,5
130
5,5–6,75
150
6,75–8
160
>8
175
Weizen < 14% RP
<5
95
5–6
130
6–7,5
150
7,5–9
160
>9
175
Durum-Weizen
<4
95
4-5,25
130
5,25-6,5
150
6,5-7,75
160
>7,75
175
Roggen
<4
70
4–5,5
95
5,5–7
110
7–8,5
120
>8,5
130
Dinkel (mit Spelzen)
<3,5
70
3,5–5,5
95
5,5–6,5
110
6,5–7,5
120
>7,5
130
Winterfuttergerste
<5
80
5–6
110
6–7,5
135
7,5–9
145
>9
155
Winterbraugerste
<4,5
60
4,5–5,5
85
5,5–7
100
7–8,5
105
>8,5
115
Triticale
<5
80
5–6
105
6–7,5
125
7,5–9
135
>9
140
Sommerfuttergerste
<4
70
4–5,5
95
5,5–7
110
7–8,5
120
>8,5
130
Sommerbraugerste
<3,5
55
3,5–5
70
5–6,5
80
6,5–8
90
>8
95
Hafer
<3,5
60
3,5–5
85
5–6,5
100
6,5–8
105
>8
115
Hackfrüchte
Körnermais (incl. CCM)
<8,5
100
8,5-10,5
140
10,5-12
160
12–13,5
175
>13,5
190
Silomais (FM)
<40
120
40–50
160
50–57,5
190
57,5–65
205
>65
220
Zuckerrübe
<55
95
55–75
130
75–85
155
85–95
165
>95
180
Futterrübe
<60
95
60–100
130
>100
155
---
---
---
---
Speise/Industriekartoffel
<33
105
33–45
140
45–55
165
55–65
180
>65
190
Früh-, Pflanzkartoffel
<15
75
15–20
100
>20
125
----
----
----
----
Körnerhirse/-sorghum
<6,5
95
6,5–8
130
8–9,5
155
9,5–10,5
165
>10,5
180
Silohirse/-sorghum (FM)
<55
110
55-68
150
68-77
180
77-86
190
>86
205
Öl- und Eiweißpflanzen
Soja, Erbse, Bohne
0 (501)
Körnerraps
<3
100
3–3,5
140
3,5–4,25
160
4,25–5
175
>5
190
Sonnenblume
<2
40
2–3
55
3–4
70
4–5
75
>5
80
Ölkürbis
<0,6
55
0,6–0,8
75
>0,8
90
---
---
---
---
Wein
Triebwachstum: stark
<5
25
(40)2
5-10
30 (50)2
-
-
-
-
-
-
Triebwachstum: mittel
<5
40
(50)2
5-10
50
-
-
-
-
-
-
Triebwachstum: schwach
<5
50
5-10
50
-
-
-
-
-
-
Zwischenfruchtanbau
Zwischenfrucht-(futter)bau mit Leguminosen
303)
Zwischenfrucht-(futter)bau ohne Leguminosen
703)
Stilllegungen/
Grünbrachen
0
1)
bei Verwendung von nicht beimpftem Saatgut, bei mangelhaftem Knöllchenbesatz oder bei erstmaligem Anbau
2)
begrünter Boden ohne Leguminosen
3)
Stickstoffdüngergaben auf nicht genutzte Zwischenfrüchte sind in voller Höhe der Folgekultur anzurechnen
Für nicht aufgelistete Weizen-, Mais- und Rapskulturen sind die aus der einschlägigen Fachliteratur abgeleiteten Werte für die Mengenbegrenzung um 10%, für andere nicht aufgelistete Kulturen um 15% zu reduzieren.
Tabelle 3: Obergrenzen Gemüse je Satz in kg jahreswirksamer N/ha
Der Sollwert für die jeweilige Gemüsekultur ist in nachfolgender Tabelle festgelegt. (Der Sollwert ist die Summe aus dem N-Bedarf der Kultur je Satz und dem Mindestvorrat zum Kulturende nach Abzug der Mineralisation und Berücksichtigung der Luftstickstoffbindung während der Vegetationsdauer der Kultur.)
Kultur
Ertragslage niedrig
Ertragslage mittel
Ertragslage hoch
Ertrag bis
Sollwert je Satz
Ertrag von bis
Sollwert je Satz
Ertrag
Sollwert je Satz
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
[t/ha]
[kg/ ha]
Buschbohne (gepflückt)
<12
90
12-18
115
>18
140
Chinakohl
(12 Wochen, gesät)
<50
135
50-80
180
>80
220
Grünerbsen
<4
80
4-6
100
>6
115
Karotte (Industrie)
<67
130
67-112
180
>112
235
Kopfsalat
(6. u. 9 Wochen)
<26
80
26-44
100
>44
120
Kraut
(Industrie, früh)
<70
260
70–110
335
>110
410
Spargel (Ertragsanlage)
<8
60
8-12
80
>12
100
Spinat(Überwinterung, industriell genutzt)
<25
185
25-35
210
>35
240
Zwiebel (Sommer), trocken
<40
115
40-60
145
>60
175
Die jahreswirksame Stickstoffausbringungsmenge pro Satz angebauter Kultur darf die der jeweiligen Ertragslage zugeordnete Mengenbegrenzung in Tabelle 3 nicht überschreiten. Wird aufgrund überdurchschnittlicher Bestandsentwicklung oder unerwartet eingetretenen Witterungsverhältnissen ein geänderter Düngebedarf auf Basis der im Boden vorhandenen, nutzbaren mineralischen Stickstoffmenge (Nmin) mittels einer repräsentativen Bodenprobe für den jeweiligen Schlag ermittelt, dürfen die in der Tabelle 3 festgelegten Obergrenzen im entsprechenden Ausmaß – höchstens aber um 10 Prozent der festgelegten Obergrenze – überschritten werden. Der geänderte Düngebedarf ist gemäß den Vorgaben des § 9 Abs. 6 zu dokumentieren und zu begründen.
Für nicht aufgelistete Kulturen sind die Werte aus der SGD Gemüse abzuleiten.
Abschnitt II
Bei der Düngebemessung von Gemüsekulturen zu berücksichtigende Stickstoffmengen
Im Boden vorhandene nutzbare mineralische Stickstoffmenge (Nmin)
Für die Düngebemessung einer Gemüsekultur, die auf mehr als 0,3 ha der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebs angebaut wird, ist von der Mengenbegrenzung gemäß Abschnitt I Tabelle 3 („Sollwert je Satz“) die im Boden vorhandene, nutzbare mineralische Stickstoffmenge (Nmin) zum Zeitpunkt des Anbaus abzuziehen. Die Bestimmung des im Boden vorhandenen Nmin hat auf Basis einer repräsentativen Bodenanalyse oder über einen auf Basis von Pauschalwerten berechneten Nmin zu erfolgen.
Vorgehen bei Vorhandensein eines Analyseergebnisses:
Liegt das Ergebnis einer repräsentativen Bodenprobe zum Anbauzeitpunkt der jeweiligen Kultur vor, dann ist für die Düngebemessung vom Gesamtstickstoffbedarf der Kultur („Sollwert je Satz“) der Nmin-Wert des Analysenergebnisses abzuziehen.
Vorgehen zur Berechnung eines Nmin-Wertes:
Liegt kein Ergebnis einer repreäsentativen Bodenprobe zum Anbauzeitpunkt der jeweiligen Kultur vor, so hat eine Berechnung des Nmin-Wertes zu erfolgen. Hierzu wird das Mineralisationspotential des Standortes rechnerisch ermittelt. Die Ermittlung des berechneten Nmin-Wertes erfolgt anhand der Summenbildung von:
-
dem N-Mindestvorrat zu Kulturende der Vorkultur (Tabelle 1 Spalte 1),
-
der Stickstoffnachlieferung aus der Mineralisierung der Ernterückstände der Vorkultur (gemäß Tabelle 1 Spalte 2 oder bei Ackerkulturen gemäß Abschnitt III).
Tabelle 1: Mindestvorrat im Boden und Stickstoffnachlieferung aus Ernterückständen der Vorkultur für Gemüse
Spaltennummer
1
2
Kultur
Mindestvorrat zu Kulturende der Vorkultur
Stickstoffnachlieferung aus Ernterückständen der Vorkultur
[kg/ ha]
[kg/ ha]
Buschbohne
20
45
Chinakohl
20
45
Grünerbsen
0
65
Karotte (Industrie)
20
45
Kopfsalat
40
15
Kraut
20
75
Spargel
(3. Standjahr)
40
0
Spargel
(Ertragslage)
20
0
Spinat
40
30
Zuckermais
20
60
Zwiebel (Sommer) trocken
30
30
Für nicht aufgelistete Gemüsekulturen sind die Werte für den Mindestvorrat im Boden und die Stickstoffnachlieferung aus Ernterückständen der Vorkultur gemäß der Richtlinie für die Sachgerechte Düngung im Garten- und Feldgemüsebau abzuleiten.
Für im Folgejahr angebaute zu erntende Folgekulturen sind die in Tabelle 1 Spalte 2 festgelegten Werte um 50% zu reduzieren.
Abschnitt III
… 3 unveränderte Absätze
Stickstoffnachlieferung aus Vorfrucht und Ernterückständen
Tabelle 1: Stickstoffnachlieferung aus Vorfrucht oder Ernterückständen in kg N/ha:
Der Stickstoffbedarf der angebauten Kultur auf Ackerflächen ist zur Berücksichtigung der Stickstoffnachlieferung aus einer Vorfrucht bzw. aus Ernterückständen um folgende Werte zu reduzieren:
Wirkung
Vorfrucht
Nachlieferungspotenzial (kg N/ha)
Ernterückstände
Rübenblatt
0
Rapsstroh
0
Ölkürbis
10
Stroh- und Vorfruchtwirkung:
Ackerbohne
20
Körnererbse
20
Sojabohne
0
Vorfruchtwirkung Futterleguminosen (FL)-
Stoppeln und Wurzeln nach Umbruch
Genutzte Zwischenfrucht > 60% Leguminosenanteil
10
Futterleguminosen einjährig
Leguminosenanteil 10-60 % (Wechselwiese)
0
Leguminosenanteil > 60 % (Klee/Kleegras)
20
Futterleguminosen mehrjährig
Leguminosenanteil 10-60 % (Wechselwiese)
30
Leguminosenanteil > 60 % (Klee/Kleegras)
40
Luzerne zur Futternutzung ein- oder mehrjährig
< 6 t TM/ha
20
>6 t TM/ha
40
Vorfruchtwirkung nicht genutzte Grünbrache (GB) – Mulch, Stoppeln und Wurzeln nach Umbruch
Ungenutzte Zwischenfrucht > 60 %Leguminosenanteil
20
Ungenutzte Grünbrache einjährig
Leguminosenanteil < 10 %
0
Leguminosenanteil 10-60 %
20
Leguminosenanteil > 60 %
40
Ungenutzte Grünbrache mehrjährig
Leguminosenanteil < 10 %
0
Leguminosenanteil 10-60 %
30
Leguminosenanteil > 60 %
60
Luzerne als Grünbrache ein oder mehrjährig
< 6 t TM/ha
60
>6 t TM/ha
110
Für auf Gemüsekulturen nachfolgende Kulturen sind die entsprechenden Vorfruchtwirkungen gemäß Abschnitt II Tabelle 1 Spalten 1 und 2 sowie den letzten beiden Sätzen des Abschnitts II zu berücksichtigen ermitteln.
Abschnitt IV
… 28 unveränderte Absätze
Sickstoffmenge durch das Bewässerungswasser
Bei Bewässerung von Kulturen ist die mit dem Bewässerungswasser zugeführte Stickstoffmenge in Abhängigkeit von Bewässerungsmenge und dem Nitratgehalt des Grundwasserkörpers ab einer Menge von 10 kg N/ha abzuziehen.
Die Ermittlung des Nitratgehaltes im Bewässerungswasser erfolgt mit Hilfe von Teststreifen oder mit vergleichbaren Methoden. Die Berechnung der Stickstoffmenge durch das Bewässerungswasser in Abhängigkeit des Nitratgehaltes erfolgt mit folgender Formel:
mit
N-Menge [kg N/ha]: Stickstoffmenge, die mit dem Bewässerungswasser zugeführt wird
NO3-Gehalt [mg/l]: Nitratgehalt des Bewässerungswassers
Bewässerungsmenge [mm]: Bewässerungswassermenge
Die Messung des Nitratgehaltes des Bewässerungswassers sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, zumindest jedoch einmal pro Jahr.
Abschnitt V
Schlagbezogene Bilanzierung des jährlichen Stickstoffsaldos gemäß § 9 Abs. 6
Im Zuge der schlagbezogenen Bilanzierung erfolgt eine Gegenüberstellung des Stickstoffentzugs durch die in den Tabellen 1 und 2 dieses Abschnittes angeführten Kulturen (anhand ertragsabhängiger Entzugsfaktoren in Bezug auf die tatsächliche Erntemenge) im Vergleich zu der aktiv ausgebrachten sowie aus der Vorfrucht zur Verfügung stehenden Stickstoffdüngermengen.
Für in den Tabellen 1 und 2 dieses Abschnittes nicht angeführte Kulturen hat die Bilanzierung durch Gegenüberstellung der tatsächlich ausgebrachten Düngemenge mit den Düngeobergrenzen der erzielten Ertragslage gemäß Abschnitt I zu erfolgen. Dabei sind jeweils die Stickstoffnachlieferung aus Vorfrucht und Ernterückständen gemäß Abschnitt III, für Gemüsekulturen die im Boden vorhandene nutzbare mineralische Stickstoffmenge gemäß Abschnitt II und die Stickstoffmenge durch das Bewässerungswasser gemäß Abschnitt IV zu berücksichtigen.
Tabelle 1: Ertragsabhängige Entzugsfaktoren für Ackerbau (kg/t)
Kulturart
Kultur
Differenzierung
N-Entzug
Getreide
Weizen
siehe unten stehende Tabelle 2 Spalte 1
Durum-Weizen
23
Dinkel
24
Roggen
16
Wintergerste
18
Triticale
18
Sommerfuttergerste
18
Braugerste
siehe unten stehende Tabelle 2 Spalte 2
Hafer
16
Hackfrüchte
Mais (CCM, Körnermais)
Ertragslage niedrig
13
Mais (CCM, Körnermais)
Ertragslage mittel bis hoch 1
12,5
Mais (CCM, Körnermais)
Ertragslage hoch 2
12
Mais (CCM, Körnermais)
Ertragslage hoch 3 13,5t – 15t
11,5
Mais (CCM, Körnermais)
Ertragslage hoch 3 über 15t
11
Silomais (Trockenmasse)
10
Silomais (Frischmasse)
4
Zuckerrübe
1,8
Futterrübe
1,4
Speisekartoffel, Industriekartoffel
3,5
Früh- und Pflanzkartoffel (Marktware)
5
Öl- und Eiweißpflanzen
Körnerraps
33
Sonnenblume
26
Körnererbse
32
Ackerbohne
42
Sojabohne
55
Sonderkulturen
Mohn
100
Kümmel (Erntejahr)
53
Feldfutterbau und Zwischenfruchtfutterbau
Feldfutter kleebetont
4
Gräserbetont
17
Feldfutter gräserrein
17
Tabelle 2: Stickstoffentzüge je Tonne bei unterschiedlichen Rohproteingehalten und Feuchtigkeiten für Weizen und Braugerste
Spalte 1:
N-Entzüge je Tonne Weizen
Spalte 2:
N-Entzüge je Tonne Braugerste
Kornfeuchte in Prozent
Kornfeuchte in Prozent
12,0
13,0
14,0
15,0
16,0
12,0
13,0
14,0
15,0
16,0
Rohproteingehalt in Prozent TM
9,0
12,7
12,5
12,4
12,2
12,1
9,5
13,4
13,2
13,3
13,3
13,4
10,0
14,1
13,9
13,9
13,9
13,9
10,5
14,8
14,6
14,5
14,5
14,5
11,0
17,0
16,8
16,6
16,4
16,2
15,5
15,3
15,1
15,1
15,1
11,5
17,8
17,6
17,4
17,1
16,9
16,2
16,0
15,6
15,6
15,6
12,0
18,5
18,3
18,1
17,9
17,7
16,9
16,7
16,2
16,2
16,2
12,5
19,3
19,1
18,9
18,6
18,4
17,6
17,4
16,8
16,8
16,8
13,0
20,1
19,8
19,6
19,4
19,2
18,3
18,1
17,3
17,3
17,3
13,5
20,8
20,6
20,4
20,1
19,9
19,0
18,8
17,9
17,9
17,9
14,0
21,6
21,4
21,1
20,9
20,6
19,7
19,5
18,4
18,4
18,4
14,5
22,4
22,1
21,9
21,6
21,4
20,4
20,2
18,9
18,9
18,9
15,0
23,2
22,9
22,6
22,4
22,1
21,1
20,9
19,5
19,5
19,5
15,5
23,9
23,7
23,4
23,1
22,8
21,8
21,6
20,0
20,0
20,0
16,0
24,7
24,4
24,1
23,9
23,6
22,5
22,3
20,5
20,5
20,5
16,5
25,5
25,2
24,9
24,6
24,3
17,0
26,2
25,9
25,6
25,4
25,1
17,5
27,0
26,7
26,4
26,1
25,8
18,0
27,8
27,5
27,2
26,8
26,5
18,5
28,6
28,2
27,9
27,6
27,3
19,0
29,3
29,0
28,7
28,3
28,0
19,5
30,1
29,8
29,4
29,1
28,7
20,0
30,9
30,5
30,2
29,8
29,5
20,5
31,6
31,3
30,9
30,6
30,2
21,0
32,4
32,1
31,7
31,3
30,9
21,5
33,2
32,8
32,4
32,1
31,7
22,0
34,0
33,6
33,2
32,8
32,4
Tabelle 3: Bilanzierung
am Schlag
pro ha
(Ø) Vorfruchtwirkung:
kg N
kg N/ha
Summe N aus aktiver Düngung
kg N
kg N/ha
Summe N-Zufuhr
kg N
kg N/ha
Entzug durch Ernte
kg N
kg N/ha
N-Saldo
kg N
kg N/ha
Abschnitt VI
Obergrenzen Grünland/Ackerfutterflächen
Tabelle 1: Obergrenzen Grünland/Ackerfutterflächen in kg jahreswirksamer N/ha
Nutzung
Niedrige Ertragslage
Mittlere Ertragslage
Hohe
Ertragslage
Ertrag [t/ha]
max. N [kg/ha]
Ertrag [t/ha]
max. N [kg/ha]
Ertrag [t/ha]
max. N [kg/ha]
Dauer- und Wechselwiesen
1 Schnitt
<2,5
20
≥2,5
30
-
-
2 Schnitte
<4
60
≥4
90
-
-
3 Schnitte kleereich
<6
80
6-8
100
≥8
120
3 Schnitte gräserbetont
-
-
6-8
120
≥8
150
4 Schnitte kleereich
-
-
<9,5
120
≥9,5
150
4 Schnitte gräserbetont
-
-
<9,5
160
≥9,5
200
5 Schnitte gräserbetont
-
-
<11
200
≥11
210 (2401))
6 Schnitte gräserbetont
-
-
-
-
≥12,5
210 (2701))
Mähweiden (ein Weidegang entspricht 1,5 – 2,0 t TM/ha)
1 Schnitt + 1 bis 2 Weidegänge
<5,5
60
≥5,5
90
2 Schnitte + 1 Weidegang
-
-
<8
110
≥8
140
2 Schnitte + 2 oder mehr Weideg.
-
-
<9
120
≥9
170
Dauerweiden, Kulturweiden
Dauerweiden
<6,5
80
6,5–9,5
130
>9,5
180
Hutweiden/Almfutterflächen
<2
20
≥2
30
-
Ackerfutter
Kleebetont (> 40 Flächen-%)
40
Gräserbetont
<7
100
7–10,5
180
>10,5
210 (2501))
Gräserreinbestände
8–12
200
>12
210 (2801))
Sämereienvermehrung (Samenertrag)
Alpingräser
<0,1
80
0,1–0,4
100
>0,4
150
Gräser für Wirtschaftsgrünland
<0,2
90
0,2–0,7
110
>0,7
170
Rotklee
20
1)
in intensiv genutzten Gunstlagen mit gräserbetonten bzw. gräserreinen Beständen
Bei Mähweiden und Dauerweiden darf die Summe aus N-Ausscheidungen auf der Weide und einer allfälligen Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und/oder Mineraldüngern die angeführten Werte nicht überschreiten. Die angeführten Werte für Hutweiden/Almfutterflächen beziehen sich auf die zusätzlich zur Weide möglichen Stickstoffdüngergaben.
Schlagworte
Frühkartoffel, Ölpflanze, Weizenkultur, Maiskultur, Gartengemüsebau, Strohfruchtwirkung, Dauerwiese, Speisekartoffel