Gründe:
Mit Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 22. März 2018, GZ 24 Hv 51/17v-895, wurden – soweit hier von Relevanz – Yi Ho***** der Vergehen der Schlepperei „nach § 114 Abs 1 FPG, § 15 StGB“ (richtig: nach § 114 Abs 1 FPG; I./A./), „der Verbrechen des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels nach § 217 Abs 1 zweiter Fall StGB (I./B./)“, des Verbrechens des Menschenhandels nach § 104a Abs 1 StGB in der im Urteilszeitpunkt geltenden Fassung BGBl I 2015/112 (vgl US 4, 67, 68, 71; II./A./) und des Vergehens der Ausbeutung eines Fremden nach § 116 Abs 1 FPG (II./B./) sowie Gaoye X***** des Verbrechens des Menschenhandels nach § 104a Abs 1 StGB gF (II./A./) und des Vergehens der Ausbeutung eines Fremden nach § 116 Abs 1 FPG (II./B./) schuldig erkannt und zu (unbedingten) Freiheitsstrafen verurteilt.Mit Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 22. März 2018, GZ 24 Hv 51/17v-895, wurden – soweit hier von Relevanz – Yi Ho***** der Vergehen der Schlepperei „nach Paragraph 114, Absatz eins, FPG, Paragraph 15, StGB“ (richtig: nach Paragraph 114, Absatz eins, FPG; römisch eins./A./), „der Verbrechen des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels nach Paragraph 217, Absatz eins, zweiter Fall StGB (römisch eins./B./)“, des Verbrechens des Menschenhandels nach Paragraph 104 a, Absatz eins, StGB in der im Urteilszeitpunkt geltenden Fassung BGBl I 2015/112 vergleiche US 4, 67, 68, 71; römisch zwei./A./) und des Vergehens der Ausbeutung eines Fremden nach Paragraph 116, Absatz eins, FPG (römisch zwei./B./) sowie Gaoye X***** des Verbrechens des Menschenhandels nach Paragraph 104 a, Absatz eins, StGB gF (römisch zwei./A./) und des Vergehens der Ausbeutung eines Fremden nach Paragraph 116, Absatz eins, FPG (römisch zwei./B./) schuldig erkannt und zu (unbedingten) Freiheitsstrafen verurteilt.
Danach haben in Wien und anderen Orten
I./ Yi Ho*****römisch eins./ Yi Ho*****
A./ im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit zumindest einem weiteren Mittäter (§ 12 StGB) die rechtswidrige Einreise von Fremden, nämlich nachgenannten chinesischen Staatsangehörigen in einen Mitgliedstaat der Europäischen Union, nämlich Österreich oder Frankreich bzw Deutschland, mit dem Vorsatz gefördert „bzw zu fördern versucht (4./)“, sich oder einen Dritten durch ein dafür geleistetes Entgelt unrechtmäßig zu bereichern, indem er in Kenntnis des Umstands, dass die nachgenannten chinesischen Staatsangehörigen für die Erlangung von erschlichenen Visa umgerechnet mehrere tausend Euro bezahlt hatten, diese noch in China über ihren jeweiligen Schlepper kontaktierte, deren Abholung vom europäischen Zielort zusagte, sowie letztlich deren Verbringung nach Österreich durchführte, und zwarA./ im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit zumindest einem weiteren Mittäter (Paragraph 12, StGB) die rechtswidrige Einreise von Fremden, nämlich nachgenannten chinesischen Staatsangehörigen in einen Mitgliedstaat der Europäischen Union, nämlich Österreich oder Frankreich bzw Deutschland, mit dem Vorsatz gefördert „bzw zu fördern versucht (4./)“, sich oder einen Dritten durch ein dafür geleistetes Entgelt unrechtmäßig zu bereichern, indem er in Kenntnis des Umstands, dass die nachgenannten chinesischen Staatsangehörigen für die Erlangung von erschlichenen Visa umgerechnet mehrere tausend Euro bezahlt hatten, diese noch in China über ihren jeweiligen Schlepper kontaktierte, deren Abholung vom europäischen Zielort zusagte, sowie letztlich deren Verbringung nach Österreich durchführte, und zwar
1./ im Herbst 2011 Mei Y***** (alias Xiaofang C*****), indem er sie von Paris abholte;
2./ im September 2012 Longyi Hu*****, indem er sie von Paris abholte;
3./ im Oktober 2012 Xiaohui Xi***** (alias Qian L*****), indem er sie von Paris abholte;
4./ im Mai 2013 Rongying S*****, indem er sie von München abholen wollte, „wobei es beim Versuch blieb, weil Genannte die Reise nicht angetreten hatte“;
5./ im August 2013 LiLi W***** (alias Ping L*****), indem er sie vom Flughafen Schwechat abholte;
6./ im August 2013 Yuxin L***** (alias Xin H*****), indem er sie vom Flughafen Schwechat abholte;
7./ im Oktober 2015 Jie L***** (alias Zhe L*****), indem er sie vom Flughafen Schwechat abholen ließ;
B./ im Zeitraum von „Dezember 2011 bis August 2013“ gewerbsmäßig Personen, mögen sie auch bereits der Prostitution nachgegangen sein, nämlich nachgenannte chinesische Staatsangehörige, der Prostitution in einem anderen Staat als in dem, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen oder in dem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, nämlich Österreich, zugeführt, indem er ihnen vorschlug, nach Österreich zu kommen, diese dann jeweils in seinen Studios aufnahm und sie dort der Prostitution zuführte, und zwar
1./ im Dezember 2011 Mei Y***** (alias Xiaofang C*****);
2./ im September 2012 Longyi Hu*****;
3./ im Oktober 2012 Xiaohui Xi***** (alias Qian L*****);
4./ im August 2013 LiLi W***** (alias Ping L*****);
5./ im August 2013 Yuxin L***** (alias Xin H*****);
6./ im November 2015 Jie L***** (alias Zhe L*****);
II./ Yi Ho***** und Gaoye X***** im bewussten und gewollten Zusammenwirken als Mittäter (§ 12 StGB) für wenige Wochen im Winter 2011/12römisch zwei./ Yi Ho***** und Gaoye X***** im bewussten und gewollten Zusammenwirken als Mittäter (Paragraph 12, StGB) für wenige Wochen im Winter 2011/12
A./ eine volljährige Person, nämlich Mei Y*****, mit dem Vorsatz, dass sie sexuell und in ihrer Arbeitskraft ausgebeutet wird, unter Einsatz unlauterer Mittel, und zwar durch Täuschung über Tatsachen, nämlich unter geregelten Bedingungen und gegen angemessenes Entgelt der Prostitution nachzugehen, und Ausnützung einer Zwangslage, und zwar einer wirtschaftlichen Bedrängnis der illegal und mittellos in Österreich aufhältigen sowie der Landessprache nicht mächtigen Mei Y*****, diese angeworben, beherbergt und aufgenommen, indem sie ihr Unterkunft an verschiedenen Adressen gewährten, wobei sie ihr auftrugen, täglich der Prostitution nachzugehen und ihr detaillierte Anweisungen zur Ausübung ihrer Tätigkeit, zu ihren Arbeitszeiten, zu den Preisen sowie zu ihrem Verhalten bei der Kundenakquise erteilten und ihr anschließend das verdiente Geld vorenthielten;
B./ mit dem Vorsatz, sich oder einem Dritten aus der Ausnützung der besonderen Abhängigkeit einer Fremden, nämlich der chinesischen Staatsangehörigen Mei Y*****, die sich rechtswidrig im Bundesgebiet aufhielt und sich sonst angesichts ihrer finanziellen Mittellosigkeit und mangelnden sozialen Kontakte in einem für sie fremden Land in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis befand, eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen, diese Fremde ausgebeutet, indem sie ihr auftrugen, täglich der Prostitution nachzugehen und ihr detaillierte Anweisungen zur Ausübung ihrer Tätigkeit, zu ihrer Arbeitszeit, zu den Preisen sowie zu ihrem Verhalten bei der Kundenakquise erteilten und ihr anschließend das verdiente Geld vorenthielten.
Mehrere Privatbeteiligte, so auch Xiaohui Xi***** (vgl I./A./3./ und I./B./3./), wurden aufgrund des Freispruchs von weiteren Tatvorwürfen mit ihren Ansprüchen gemäß § 366 Abs 1 StPO auf den Zivilrechtsweg verwiesen (US 13, 20, 22, 73).Mehrere Privatbeteiligte, so auch Xiaohui Xi***** vergleiche römisch eins./A./3./ und römisch eins./B./3./), wurden aufgrund des Freispruchs von weiteren Tatvorwürfen mit ihren Ansprüchen gemäß Paragraph 366, Absatz eins, StPO auf den Zivilrechtsweg verwiesen (US 13, 20, 22, 73).
Die Schuldsprüche der Angeklagten Yi Ho***** und Gaoye X***** erwuchsen unbekämpft in Rechtskraft.
Die Privatbeteiligte Xiaohui Xi***** hat gegen ihre Verweisung auf den Zivilrechtsweg Berufung erhoben (ON 959); über dieses Rechtsmittel hat das Oberlandesgericht Wien (AZ 22 Bs 277/18y) bislang noch nicht entschieden.