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Entscheidung 5 Ob 1512/93×

Entscheidung 5 Ob 1512/93

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

5Ob1512/93

Entscheidungsdatum

09.03.1993

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Jensik als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Zehetner, Dr.Klinger, Dr.Schwarz und Dr.Floßmann als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.) Angela B*****, Hausbesitzerin, ***** Wien, J*****straße 55/6, und 2.) Brigitte B*****, Hausbesitzerin, ***** Wien, J*****straße 55/6, beide vertreten durch Dr.Theo Petter, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei Gordana I*****, Private, ***** Wien, B*****gasse 16/17, vertreten durch Dr.Helene Klaar, Rechtsanwalt in Wien, wegen Räumung eines Bestandobjektes infolge außerordentlicher Revision der klagenden Parteien gegen das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgericht vom 24.November 1992, GZ 48 R 868/92-8, den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Die außerordentliche Revision der klagenden Parteien wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO).

Text

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Die Revisionswerber gestehen selbst zu, daß eine stillschweigende Erneuerung des Bestandvertrages gemäß Paragraph 1114, ABGB in Verbindung mit Paragraph 569, ZPO bei Weiterbenützung des Bestandobjektes nur durch eine ablehnende Willenserklärung des Bestandgebers verhindert werden kann. Tatsächlich haben auch die in Paragraph 1114, ABGB und Paragraph 569, ZPO umschriebenen Verhaltensweisen nur die Wirkung einer schlüssigen Willensübereinstimmung über die Vertragsverlängerung (EvBl 1992/171). Die Fristbestimmung des Paragraph 569, ZPO ist daher eindeutig dem materiellen Recht zuzuordnen vergleiche Fasching römisch vier, 677; Würth in Rummel2, Rz 4 zu Paragraph 1114, ABGB; Palten, Bestandverfahren, 58).

Wo das Gesetz eine materiellrechtliche Frist für die Einbringung einer Klage setzt, weil es damit die Abgabe einer bestimmten Willenserklärung fingiert, muß die Klage innerhalb der Frist bereits bei Gericht eingelangt sein vergleiche SZ 26/136 ua). "Erhoben" ist die Klage daher erst mit dem Eintritt der Gerichtshängigkeit; der Postenlauf verlängert die Frist nicht vergleiche Schubert in Rummel2, Rz 6 zu Paragraph 1497, ABGB).

Anmerkung

E34231

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:0050OB01512.93.0309.000

Dokumentnummer

JJT_19930309_OGH0002_0050OB01512_9300000_000

Rechtssätze aus dieser Entscheidung