Rechtssatz RS0016540
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0016540
Geschäftszahl
3Ob226/56; 3Ob20/58; 1Ob112/64; 7Ob206/08g; 6Ob2/20t; 10Ob50/23k
Entscheidungsdatum
19.11.2024
Rechtssatz
Eine Zession, die nur zu dem Zwecke erfolgte, dass der Zedent Zeugenstellung erlangt und nicht das Prozessrisiko (es wurde einer vermögenslosen Partei zediert!) trägt, widerspricht den guten Sitten und ist wirkungslos.
Entscheidungstexte
- 3 Ob 226/56
Entscheidungstext OGH 13.06.1956 3 Ob 226/56
Veröff: SZ 29/46 = EvBl 1957/38 S 70 = JBl 1957,215
- 3 Ob 20/58
Entscheidungstext OGH 20.02.1958 3 Ob 20/58
Ähnlich
- 1 Ob 112/64
Entscheidungstext OGH 06.11.1964 1 Ob 112/64
- 7 Ob 206/08g
Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 206/08g
Auch; Beisatz: Es ist sittenwidrig (rechtsmissbräuchlich), eine Forderung nur deshalb von einem Vermögenslosen einklagen zu lassen, um sich damit dem Kostenersatzrisiko zu entziehen. (T1)
Beisatz: Die Frage, was mit einer Zession bezweckt wurde, ist dem Tatsachenbereich zuzuordnen (so schon 7 Ob 56/86). (T2)
Beisatz: Hier: Zession des Trauerschmerzengeldanspruchs der Eltern an die Verlassenschaft nach ihrem verstorbenen Kind. (T3)
- 6 Ob 2/20t
Entscheidungstext OGH 23.01.2020 6 Ob 2/20t
Vgl; Beis wie T1
- 10 Ob 50/23k
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.11.2024 10 Ob 50/23k
Beisatz: Nach der Rechtsprechung ist eine Zession an einen Vermögenslosen nur zu dem Zweck, damit sich der Zedent dem Kostenersatzrisiko eines Prozesses entzieht und dieses einseitig auf den Prozessgegner des Zessionars verlagert, sittenwidrig (rechtsmissbräuchlich) und somit wirkungslos. (T4); Beisatz wie T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0016540
Zuletzt aktualisiert am
03.01.2025
Dokumentnummer
JJR_19560613_OGH0002_0030OB00226_5600000_001