Rechtssatz RS0021340
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0021340
Entscheidungsdatum
27.08.2015
Rechtssatz
Der Zweck der Festsetzung kollektivvertraglicher Mindestlöhne besteht darin, dem Arbeitnehmer dessen Existenz zu sichern. Dieses Mindestentgelt muß ihm daher zur Gänze zu seiner freien Verfügung verbleiben. Müßte der Arbeitnehmer von diesem Mindestentgelt Spesen (ganz oder zum Teil) bezahlen, die mit seiner Berufsausübung verbunden sind (etwa Reisekosten), dann würde das Mindestentgelt eine unzulässige Kürzung erfahren; abweichende Einzelverträge wären infolge Verstoßes gegen den zwingenden Charakter der Kollektivvertragsbestimmungen über Mindestlöhne rechtsunwirksam.
Entscheidungstexte
- 14 Ob 122/86
Entscheidungstext OGH 16.09.1986 14 Ob 122/86
Veröff: WBl 1987,101
- 8 ObA 2255/96t
Entscheidungstext OGH 30.01.1997 8 ObA 2255/96t
Auch
- 8 ObA 41/11d
Entscheidungstext OGH 29.06.2011 8 ObA 41/11d
Vgl auch; Beisatz: Lohngestaltende Vorschriften, die sich auf ein Mindestentgelt beziehen, bezwecken idR die Sicherung der Existenzgrundlage. (T1)
Beisatz: Hier: Zwingender Charakter der Entgeltbestimmung des § 14 Abs 4 oö SHG. (T2)
- 9 ObA 92/15t
Entscheidungstext OGH 27.08.2015 9 ObA 92/15t
Auch
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0021340
Zuletzt aktualisiert am
02.10.2015
Dokumentnummer
JJR_19860916_OGH0002_0140OB00122_8600000_001