Rechtssatz RS0054936
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0054936
Geschäftszahl
1Bkd4/92; 6Bkd1/93; 11Bkd3/03; 11Bkd1/03; 15Bkd2/10; 1Bkd2/12; 24Os6/16m; 24Ds4/17y; 24Ds1/20m; 28Ds4/21h; 28Ds10/20i; 20Ds16/21i
Entscheidungsdatum
05.04.2022
Rechtssatz
Bei der Besorgung eigener Angelegenheiten kommt eine Verletzung der Berufspflichten eines Rechtsanwaltes, der grundsätzlich fremde Angelegenheiten zu besorgen hat, begrifflich nicht in Betracht. Ebenso wie in Honorarfragen ("Kostensachen") kann der Rechtsanwalt auch in seinen eigenen Abgabensachen eine Berufspflichtenverletzung nicht begehen.
Entscheidungstexte
- 1 Bkd 4/92
Entscheidungstext OGH 16.11.1992 1 Bkd 4/92
- 6 Bkd 1/93
Entscheidungstext OGH 09.05.1994 6 Bkd 1/93
Vgl auch; Beisatz: Der Rechtsanwalt wird tätig bei der Kosteneinforderung "in eigener Sache" und kann schon deshalb das Disziplinarvergehen der Berufspflichtenverletzung nicht begehen (Bkd 61/82, 44/88 ua). (T1)
- 11 Bkd 3/03
Entscheidungstext OGH 30.06.2003 11 Bkd 3/03
Auch
- 11 Bkd 1/03
Entscheidungstext OGH 30.06.2003 11 Bkd 1/03
Auch
- 15 Bkd 2/10
Entscheidungstext OGH 22.11.2010 15 Bkd 2/10
Vgl auch; Beisatz: Ein Rechtsanwalt kann in eigener Sache keine Berufspflichtverletzung begehen. Eine Berufspflichtverletzung liegt in der Regel dann vor, wenn der Rechtsanwalt als Parteienvertreter tätig wird, d.h. aufgrund einer ihm erteilten Vollmacht bzw eines ihm erteilten Auftrags dritter Personen. (T2)
- 1 Bkd 2/12
Entscheidungstext OGH 27.08.2012 1 Bkd 2/12
Vgl; Beis wie T2
- 24 Os 6/16m
Entscheidungstext OGH 22.03.2017 24 Os 6/16m
Auch
- 24 Ds 4/17y
Entscheidungstext OGH 05.03.2018 24 Ds 4/17y
Auch
- 24 Ds 1/20m
Entscheidungstext OGH 18.06.2020 24 Ds 1/20m
Vgl
- 28 Ds 4/21h
Entscheidungstext OGH 10.11.2021 28 Ds 4/21h
Vgl
- 28 Ds 10/20i
Entscheidungstext OGH 10.11.2021 28 Ds 10/20i
Vgl
- 20 Ds 16/21i
Entscheidungstext OGH 05.04.2022 20 Ds 16/21i
Gegenteilig; Beisatz: Nach § 1 Abs 1 erster Fall DSt wird der Rechtsanwalt auch dann in Ausübung seines Berufs tätig, wenn dies zwar nicht unmittelbar in der Besorgung fremder Angelegenheiten besteht, damit aber zusammenhängt. Das Tatbild der Berufspflichtenverletzung gilt sohin – ungeachtet, ob in eigener Sache gehandelt wird oder nicht – dann als erfüllt anzusehen, wenn gesatztes Recht oder die verfestigte Standesauffassung eine Berufspflicht aufstellt und vom Rechtsanwalt in Ausübung des Berufs dagegen verstoßen wird. (T3)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0054936
Zuletzt aktualisiert am
31.05.2022
Dokumentnummer
JJR_19921116_OGH0002_001BKD00004_9200000_002