Rechtssatz RS0055258
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0055258
Geschäftszahl
Bkd15/89; Bkd103/90; 20Os9/16y; 23Ds5/25z; 24Ds7/25a
Entscheidungsdatum
01.07.2026
Rechtssatz
Ein Rechtsanwalt, der die Vertretung der verpflichteten Partei übernimmt, obwohl er in dem selben Zwangsversteigerungsverfahren zuvor - als Hypothekargläubiger - bereits in Verfolgung eigener Interessen tätig geworden ist, begeht das Disziplinarvergehen der Doppelvertretung.
Entscheidungstexte
- Bkd 15/89
Entscheidungstext OGH 26.06.1989 Bkd 15/89
Veröff: AnwBl 1990,705
- Bkd 103/90
Entscheidungstext OGH 29.04.1991 Bkd 103/90
- 20 Os 9/16y
Entscheidungstext OGH 20.12.2016 20 Os 9/16y
Vgl auch
- 23 Ds 5/25z
Entscheidungstext OGH 10.03.2026 23 Ds 5/25z
vgl; Beisatz: Das Vorgehen eines nur für sich selbst einschreitenden Rechtsanwalts gegen seine Mandantin in eigener Sache und die gleichzeitige Übernahme eines Mandats für dieselbe, stellt zwar - mangels Übernahme eines neuen, für einen weiteren Mandanten übernommenen Mandats - keinen Fall der Doppelvertretung iSd §§ 10 Abs 1 RAO, 10 RL-BA 2015 dar (so schon 28 Ds 3/17f und 21 Ds 97/23w). Weil aber das in diesen Bestimmungen spezifisch normierte Verbot der Doppelvertretung bloß Ausfluss der in § 9 Abs 1 RAO angeordneten allgemeinen Treuepflicht ist, können die aus § 10 RL-BA 2015 ersichtlichen Prinzipien auch für eine Kollision der Eigeninteressen des Rechtsanwalts mit jenen seines Klienten ohne Weiters als Leitlinien dienen. (T1)
- 24 Ds 7/25a
Entscheidungstext OGH 01.07.2026 24 Ds 7/25a
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0055258
Zuletzt aktualisiert am
01.09.2026
Dokumentnummer
JJR_19890626_OGH0002_000BKD00015_8900000_002