Rechtssatz RS0065074
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0065074
Entscheidungsdatum
11.05.2005
Norm
KollVG §2 Abs2
KollVG §2 Abs3
KollVG §21
Rechtssatz
Nach dem österreichischen KollVG ist das Günstigkeitsprinzip anders als im Geltungsbereich des Tarifvertragsgesetzes der westdeutschen Bundesrepublik nicht zwingender Rechtssatz, sondern ein dispositiver Grundsatz. Auch die Einzelabrede (die Sondervereinbarung) kann durch den Abschluss eines KollV aufgehoben werden, wenn sich aus dem KollV die Absicht, eine günstigere Bestimmung zu beseitigen, ergibt. Es besteht nur die Besonderheit, dass Einzelabreden (Sondervereinbarungen) durch KollV in der Regel nicht unbedingt (automatisch) inhaltlich derogiert werden, wenn sie für die Arbeitnehmer günstiger sind. Sie werden derogiert, wenn und soweit die Kollektivvertragsparteien sie beseitigen wollen.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 5/58
Entscheidungstext OGH 16.12.1958 4 Ob 5/58
Veröff: SZ 31/152 = EvBl 1959/235 S 408 = JBl 1959,424 = SozM IC,315 = Arb 6986
- 8 ObA 61/97x
Entscheidungstext OGH 06.07.1998 8 ObA 61/97x
Vgl auch
- 9 ObA 31/05g
Entscheidungstext OGH 11.05.2005 9 ObA 31/05g
Vgl auch; Veröff: SZ 2005/74
- 9 ObA 30/05k
Entscheidungstext OGH 11.05.2005 9 ObA 30/05k
Vgl auch
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0065074
Zuletzt aktualisiert am
08.10.2015
Dokumentnummer
JJR_19581216_OGH0002_0040OB00005_5800000_003