Rechtssatz RS0067196
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtsgebiet
Zivilrecht, Strafrecht
Rechtssatznummer
RS0067196
Entscheidungsdatum
28.02.2012
Rechtssatz
Der Betroffene ist jene physische Person, in deren Persönlichkeitssphäre durch das Medieninhaltsdelikt eingegriffen, deren Ehre also angegriffen wird. Dem Gesetz kann nicht entnommen werden, dass der Verletzte einer üblen Nachrede nur dann "Betroffener" ist, wenn er von einem größeren Personenkreis als Opfer identifiziert werden kann.
Entscheidungstexte
- 14 Os 42/95
Entscheidungstext OGH 16.05.1995 14 Os 42/95
- 6 Ob 231/01s
Entscheidungstext OGH 08.11.2001 6 Ob 231/01s
Auch; Beisatz: Für die Betroffenheit nach § 111 StGB und damit auch § 6 MedienG genügt es, wenn der Privatankläger oder Antragsteller (innerhalb des Kollektivs) für einen kleineren Personenkreis erkennbar ist. Für die Anspruchsberechtigung nach § 1330 ABGB muss Gleiches gelten. (T1)
- 15 Os 98/10s
Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 98/10s
Vgl auch; Beisatz: Als Betroffener iSd §§ 6 bis 7c MedienG ist nur derjenige anzusehen, der zum Gegenstand einer identifizierenden Berichterstattung wurde. Dabei ist auf den Gesamtzusammenhang der Veröffentlichung abzustellen. Die Erkennbarkeit für eine breite Öffentlichkeit – über den vorinformierten Familien- und Bekanntenkreis hinaus – ist grundsätzlich nicht Voraussetzung, § 7a MedienG verlangt allerdings speziell die Eignung zum Bekanntwerden der Identität in einem größeren Personenkreis. (T2)
- 15 Os 151/10k
Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 151/10k
Vgl; Beisatz: Zu Organwaltern siehe RS0127024. (T3)
- 6 Ob 173/11a
Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 173/11a
Vgl; Beis wie T1
- 6 Ob 110/11m
Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 110/11m
Vgl
- 4 Ob 222/11t
Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 222/11t
Vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0067196
Zuletzt aktualisiert am
25.01.2016
Dokumentnummer
JJR_19950516_OGH0002_0140OS00042_9500000_002