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Rechtssatz RS0074889×

Rechtssatz RS0074889

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0074889

Geschäftszahl

15Os37/93 (15Os38/93); 12Os14/01; 12Os182/10x (12Ns91/10v); 11Os80/11s; 11Os67/11d; 12Os20/12a (12Os21/12y)

Entscheidungsdatum

15.05.2012

Rechtssatz

Die bloße Bestellung eines Verteidigers gewährleistet für sich allein noch keine wirksamen Beistand im Sinn des Artikel 6, Absatz 3, Litera c, MRK, sondern erst (und nur) eine diesem Verfassungsgebot entsprechende materielle Verteidigung.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 37/93
    Entscheidungstext OGH 03.02.1994 15 Os 37/93
    Veröff: JBl 1994,767
  • 12 Os 14/01
    Entscheidungstext OGH 23.05.2002 12 Os 14/01
  • 12 Os 182/10x
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 12 Os 182/10x
    Vgl
  • 11 Os 80/11s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 80/11s
    Vgl; Beisatz: Das Gericht ist grundsätzlich nicht berechtigt, die Tätigkeit eines bestellten Verteidigers dahingehend zu überwachen, ob er sein Amt richtig und zweckmäßig ausübt. Ein Einschreiten des Staates iSd Art 6 Abs 3 lit c MRK ist nach der Rechtsprechung des EGMR nur dann geboten, wenn das Fehlen einer ordnungsgemäßen Pflichtverteidigung offensichtlich ist oder sonst Kenntnis von einer Nachlässigkeit des Pflichtverteidigers erlangt wurde. (T1); Beisatz: Sofern keine habituelle Untüchtigkeit vorliegt, hat das Gericht die Qualität des Verteidigers weder zu prüfen noch zu kontrollieren und auch nicht einzuschreiten. (T2)
  • 11 Os 67/11d
    Entscheidungstext OGH 30.06.2011 11 Os 67/11d
    Vgl; Beis wie T2
  • 12 Os 20/12a
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 12 Os 20/12a
    Vgl; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0074889

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.08.2012

Dokumentnummer

JJR_19940203_OGH0002_0150OS00037_9300000_002