Rechtssatz RS0088794
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0088794
Geschäftszahl
9Os30/75; 9Os111/75; 9Os84/76; 13Os96/89
Entscheidungsdatum
12.10.1989
Rechtssatz
Die Zumutbarkeit rechtmäßigen Verhaltens ist als ein vom psychologischen Schuldelement (von den Schuldformen: Vorsatz und Fahrlässigkeit) unabhängiges eigenes, nämlich als das normative Schuldelement zu begreifen (Schuldtheorie). Der Mangel des normativen Schuldelements stellt sich hienach nicht als Mangel am (subjektiven) Tatbestand (§ 281 Abs 1 Z 9 lit a StPO), sondern als ein Schuldausschließungsgrund (§ 281 Abs 1 Z 9 lit b StPO) dar.Die Zumutbarkeit rechtmäßigen Verhaltens ist als ein vom psychologischen Schuldelement (von den Schuldformen: Vorsatz und Fahrlässigkeit) unabhängiges eigenes, nämlich als das normative Schuldelement zu begreifen (Schuldtheorie). Der Mangel des normativen Schuldelements stellt sich hienach nicht als Mangel am (subjektiven) Tatbestand (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 9, Litera a, StPO), sondern als ein Schuldausschließungsgrund (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 9, Litera b, StPO) dar.
Entscheidungstexte
- 9 Os 30/75
Entscheidungstext OGH 11.06.1975 9 Os 30/75
Veröff: RZ 1976/34 S 59 = SSt 46/29
- 9 Os 111/75
Entscheidungstext OGH 28.01.1976 9 Os 111/75
- 9 Os 84/76
Entscheidungstext OGH 27.10.1976 9 Os 84/76
Vgl; Beisatz: Unzumutbarkeit rechtgemäßen Verhaltens schließt die Schuld aus. (T1)
- 13 Os 96/89
Entscheidungstext OGH 12.10.1989 13 Os 96/89
Vgl auch; Nur: Der Mangel des normativen Schuldelements stellt sich hienach nicht als Mangel am (subjektiven) Tatbestand (§ 281 Abs 1 Z 9 lit a StPO), sondern als ein Schuldausschließungsgrund (§ 281 Abs 1 Z 9 lit b StPO) dar. (T2) Beisatz: Vorwerfbarkeit eines Rechtsirrtums - Z 9 lit b. (T3) Veröff: JBl 1990,462
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0088794
Dokumentnummer
JJR_19750611_OGH0002_0090OS00030_7500000_002