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Rechtssatz RS0093408×

Rechtssatz RS0093408

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0093408

Geschäftszahl

10Os23/76; 9Os20/76; 13Os100/80; 12Os171/89; 15Os35/12d (15Os36/12a)

Entscheidungsdatum

25.04.2012

Rechtssatz

  1. Ziffer eins
    Das Delikt des Imstichlassens eines Verletzten nach dem Paragraph 94, StGB kann nur vorsätzlich begangen werden.
  2. Ziffer 2
    Der Vorsatz muß nicht nur das Wissen des Täters erfassen, daß er jemanden verletzt hat und das Opfer der Hilfe bedarf, der Täter muß vielmehr auch die erforderliche Hilfe unterlassen wollen.
  3. Ziffer 3
    Aus dem Paragraph 94, StGB ergibt sich keine Pflicht, sich von der Hilfsbedürftigkeit zu überzeugen. OLG Wien vom 16.07.1975, 13 Bs 249/75; Veröff: ZVR 1975/266 S 344

Entscheidungstexte

  • 10 Os 23/76
    Entscheidungstext OGH 18.03.1976 10 Os 23/76
    nur: Gegenteilig zu 3. (T1) Veröff: EvBl 1976/235 S 497 = ZVR 1976/160 S 149
  • 9 Os 20/76
    Entscheidungstext OGH 14.04.1976 9 Os 20/76
    nur T1; Veröff: ZVR 1976/306 S 317
  • 13 Os 100/80
    Entscheidungstext OGH 11.09.1980 13 Os 100/80
    nur: 2. Der Vorsatz muß nicht nur das Wissen des Täters erfassen, daß er jemanden verletzt hat und das Opfer der Hilfe bedarf, der Täter muß vielmehr auch die erforderliche Hilfe unterlassen wollen. (T2) Veröff: RZ 1980/61 S 248
  • 12 Os 171/89
    Entscheidungstext OGH 22.02.1990 12 Os 171/89
    Vgl; nur T2; Beisatz: Für die Begehung des Vergehens nach § 94 StGB genügt auch hinsichtlich des Tatbestandsmerkmals der Hilfsbedürftigkeit bedingter Vorsatz (§ 5 Abs 1 zweiter Halbsatz StGB). (T3)
  • 15 Os 35/12d
    Entscheidungstext OGH 25.04.2012 15 Os 35/12d
    Auch; nur T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0093408

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.07.2012

Dokumentnummer

JJR_19760318_OGH0002_0100OS00023_7600000_009