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Rechtssatz RS0095674

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095674

Geschäftszahl

12Os8/88; 12Os96/20i

Entscheidungsdatum

15.10.2020

Rechtssatz

Die privilegierende Strafnorm des Paragraph 236, Absatz eins, StGB begünstigt nicht jeden, der ein für echt und unverfälscht gehaltenes Falsifikat gutgläubig und ohne sich dadurch strafbar zu machen in seinen Gewahrsam gebracht hat, sondern nur denjenigen, der es "empfangen" hat, worunter ein rechtsgeschäftlicher Erwerb zu verstehen ist. Das Gesetz billigt allein bei einer derartigen, durch gutgläubige Aufnahme eines Falsifikates in das Sachvermögen verursachten wirtschaftlichen Beeinträchtigung, die der Betroffene sodann durch (schlechtgläubige) Weitergabe des Tatobjektes von sich abwälzt, jene Motivation zu, die eine mindere Strafwürdigkeit der Weitergabe des Falsifikates zu rechtfertigen vermag.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 8/88
    Entscheidungstext OGH 07.04.1988 12 Os 8/88
    Veröff: EvBl 1988/121 S 565
  • 12 Os 96/20i
    Entscheidungstext OGH 15.10.2020 12 Os 96/20i
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0095674

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2020

Dokumentnummer

JJR_19880407_OGH0002_0120OS00008_8800000_001