Rechtssatz RS0095932
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0095932
Entscheidungsdatum
11.11.2025
Rechtssatz
Hält sich der Beamte innerhalb eines ihm eingeräumten Ermessensspielraum, kann ihm ein Missbrauch der Amtsgewalt im allgemeinen nicht angelastet werden. Entscheidet er allerdings innerhalb dieses Spielraumes wissentlich nach unsachlichen Kriterien (Zuneigung oder Abneigung, parteipolitischen Erwägungen und dergleichen), dann liegt bei Schädigungsvorsatz Missbrauch der Amtsgewalt in Form des Ermessensmissbrauchs vor.
Entscheidungstexte
- 9 Os 98/81
Entscheidungstext OGH 11.08.1981 9 Os 98/81
- 13 Os 56/83
Entscheidungstext OGH 22.09.1983 13 Os 56/83
Vgl auch; Beisatz: Hier: Zur mißbräuchlichen Ausweitung des Ermessensspielraums. (T1)
- 13 Os 25/10s
Entscheidungstext OGH 19.08.2010 13 Os 25/10s
Auch
- 17 Os 18/12v
Entscheidungstext OGH 02.10.2012 17 Os 18/12v
Vgl auch
- 17 Os 10/17z
Entscheidungstext OGH 12.06.2017 17 Os 10/17z
Auch
- 14 Os 1/19g
Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 1/19g
Auch
- 14 Os 64/25f
Entscheidungstext OGH 11.11.2025 14 Os 64/25f
vgl; Beisatz: Die Annahme tatbildlichen Befugnisfehlgebrauchs kann nicht bloß darauf beruhen, dass das (Straf-)Gericht Ermessen (nach denselben Kriterien) anders ausübt als der Beamte oder von einem gesetzlich eröffneten Auslegungs- und Entscheidungsspielraum in anderer Weise Gebrauch macht. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0095932
Zuletzt aktualisiert am
09.01.2026
Dokumentnummer
JJR_19810811_OGH0002_0090OS00098_8100000_001