Rechtssatz RS0096652
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0096652
Entscheidungsdatum
02.06.2022
Rechtssatz
Die Strafprozeßordnung enthält keine Vorschriften darüber, daß die Erstellung des Befundes durch den Sachverständigen, also die Darstellung seiner dem Gutachten zugrunde gelegten Untersuchungen, einen gerichtlichen Augenschein, mithin eine unmittelbare Wahrnehmung durch das Gericht mit Parteiöffentlichkeit, notwendig zur Voraussetzung hätte. Vielmehr kann der vom Gericht beauftragte Gutachter im Rahmen seiner Befundaufnahme auch allein etwa Auswärtsbesichtigungen durchführen, erforderliche Informationen einholen und selbst Personen befragen, ohne die Grenzen der ihm übertragenen Befundaufnahme zu überschreiten; seine Tätigkeit wird damit nicht zu einem Augenschein.
Entscheidungstexte
- 15 Os 57/96
Entscheidungstext OGH 09.05.1996 15 Os 57/96
- 15 Os 181/95
Entscheidungstext OGH 28.11.1996 15 Os 181/95
- 11 Os 53/15a
Entscheidungstext OGH 12.04.2016 11 Os 53/15a
Auch; Beisatz: Auch der Beiziehung eines Sachverständigen zu einer Hausdurchsuchung im Rahmen der Befundaufnahme stehen keine gesetzlichen Hinderungsgründe entgegen. (T1)
- 11 Os 10/16d
Entscheidungstext OGH 28.02.2017 11 Os 10/16d
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das Fragerecht des Sachverständigen im Rahmen der Befundaufnahme kann aus dem Gerichtsauftrag zur Befunderhebung abgeleitet werden. (T2)
- 15 Os 83/16v
Entscheidungstext OGH 15.02.2017 15 Os 83/16v
Vgl
- 12 Os 34/18v
Entscheidungstext OGH 12.09.2019 12 Os 34/18v
Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2
- 12 Os 56/20g
Entscheidungstext OGH 07.12.2020 12 Os 56/20g
Vgl
- 12 Os 140/20k
Entscheidungstext OGH 18.02.2021 12 Os 140/20k
Vgl
- 12 Os 23/22g
Entscheidungstext OGH 02.06.2022 12 Os 23/22g
Vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0096652
Zuletzt aktualisiert am
01.08.2022
Dokumentnummer
JJR_19960509_OGH0002_0150OS00057_9600000_001