Rechtstracker.at
Rechtssatz RS0097178×

Rechtssatz RS0097178

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0097178

Geschäftszahl

13Os142/89

Entscheidungsdatum

09.11.1989

Rechtssatz

Die These, daß die Rechtsmittelbefugnis des Subsidiaranklägers in bezirksgerichtlichen Verfahren derjenigen des Privatanklägers gleichzusetzen sei, würde ein im Grund des Artikel 7, Absatz eins, B-VG bedenkliches Ungleichgewicht schaffen: Im bezirksgerichtlichen Verfahren und im Einzelrichterverfahren beim Gerichtshof (Paragraph 489, Absatz eins, StPO) hätte der Subsidiarankläger die volle Rechtsmittelbefugnis des Anklägers (Paragraph 465, Absatz 3,, erster Halbsatz, StPO), in dem (noch dazu die gravierenderen Strafsachen betreffenden) kollegialgerichtlichen Verfahren hätte er nur die durch Paragraph 49, Absatz 2, Ziffer 3, StPO massiv eingeschränkte Rechtsmittellegitimation. Will man freilich, wie vielfach postuliert, die Subsidiaranklage als Korrektiv unberechtigter Einstellungserklärungen und Rückstrittserklärungen der Staatsanwaltschaft ausgestalten, so drängt sich allerdings das eingangs bezeichnete rechtspolitische Anliegen förmlich auf. Indes müßte, um die dem entgegenstehenden kategorischen Hindernisse des Paragraph 49, Absatz 2, Ziffer 2 und 3 StPO zu beseitigen, der Gesetzgeber tätig werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 142/89
    Entscheidungstext OGH 09.11.1989 13 Os 142/89
    Veröff: SSt 60/73 = EvBl 1990/58 S 245

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0097178

Dokumentnummer

JJR_19891109_OGH0002_0130OS00142_8900000_001