Rechtssatz RS0113906
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0113906
Entscheidungsdatum
08.03.2023
Rechtssatz
Erkennt der Vorsitzende zu Unrecht ein Zeugnisentschlagungsrecht an, steht die Verfahrensrüge nach § 281 Abs 1 Z 3 StPO nicht offen. Beantragt der Beschwerdeführer jedoch erfolglos die Nichtanerkennung des Entschlagungsrechtes beim Schöffensenat, um sein Grundrecht, an den Zeugen Fragen zu stellen oder stellen zu lassen (Art 6 Abs 3 lit d MRK), durchzusetzen, steht ihm eine Verfahrensrüge nach § 281 Abs 1 Z 4 StPO zu.Erkennt der Vorsitzende zu Unrecht ein Zeugnisentschlagungsrecht an, steht die Verfahrensrüge nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO nicht offen. Beantragt der Beschwerdeführer jedoch erfolglos die Nichtanerkennung des Entschlagungsrechtes beim Schöffensenat, um sein Grundrecht, an den Zeugen Fragen zu stellen oder stellen zu lassen (Artikel 6, Absatz 3, Litera d, MRK), durchzusetzen, steht ihm eine Verfahrensrüge nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO zu.
Entscheidungstexte
- 13 Os 61/00
Entscheidungstext OGH 19.07.2000 13 Os 61/00
- 13 Os 79/02
Entscheidungstext OGH 17.07.2002 13 Os 79/02
Vgl; Beisatz: Benachteiligungen durch Anerkennung von in Z 3 erwähnten Beweisverboten im Rahmen der Prozessleitung seitens des Vorsitzenden können nur dann vom Obersten Gerichtshof wahrgenommen werden, wenn der Beschwerdeführer in der Hauptverhandlung einen Antrag auf Nichtanerkennung des vermeintlichen Beweisverbotes an den Gerichtshof gestellt hat. (T1); Beisatz: Hier: Entschlagungsrecht des Tatopfers nach § 152 Abs 1 Z 2a StPO. (T2)
- 14 Os 107/04
Entscheidungstext OGH 05.10.2004 14 Os 107/04
Vgl; Beis wie T1
- 14 Os 7/06w
Entscheidungstext OGH 20.02.2006 14 Os 7/06w
Auch
- 13 Os 84/07p
Entscheidungstext OGH 03.10.2007 13 Os 84/07p
Auch; Beisatz: Die Prozessparteien können sich gegen die irrige Gewährung eines Entschlagungsrechts nur durch einen zu begründenden Antrag, dem Zeugen kein solches Recht einzuräumen, zur Wehr setzen. Wird einem derartigen - hier nicht vorliegenden - Antrag nicht entsprochen, kommt zur Urteilsanfechtung Nichtigkeit aus Z4 in Betracht (WK-StPO § 152 Rz 74). (T3)
- 11 Os 146/07s
Entscheidungstext OGH 18.12.2007 11 Os 146/07s
Auch; Beisatz: Gewährt das Gericht einem Zeugen die Befreiung von seiner Pflicht zur Aussage (§ 150 StPO) und ist eine Partei der Meinung, es läge kein rechtlich anerkannter Grund dafür vor, muss sie sich dagegen durch einen begründeten Antrag, dem Zeugen kein solches Recht einzuräumen, zur Wehr setzen. Die abschlägige (Senats-)Entscheidung (§ 238 StPO) kann als Anknüpfung einer Verfahrensrüge nach Z 4 dienen (WK-StPO § 152 Rz 74; § 281 Rz 362, 364). (T4)
- 11 Os 186/09a
Entscheidungstext OGH 22.12.2009 11 Os 186/09a
Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
- 12 Os 77/12h
Entscheidungstext OGH 10.10.2012 12 Os 77/12h
Vgl; Vgl auch Beis wie T3
- 15 Os 165/13y
Entscheidungstext OGH 08.04.2014 15 Os 165/13y
Auch
- 14 Os 91/14k
Entscheidungstext OGH 28.10.2014 14 Os 91/14k
Auch
- 13 Os 11/18v
Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 11/18v
Auch; Beis wie T3
- 15 Os 12/20h
Entscheidungstext OGH 04.03.2020 15 Os 12/20h
Beis wie T3
- 13 Os 5/22t
Entscheidungstext OGH 20.04.2022 13 Os 5/22t
Vgl; Beis wie T3
- 15 Os 38/22k
Entscheidungstext OGH 08.03.2023 15 Os 38/22k
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113906
Zuletzt aktualisiert am
15.05.2023
Dokumentnummer
JJR_20000719_OGH0002_0130OS00061_0000000_002