Rechtssatz RS0115480
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0115480
Entscheidungsdatum
17.01.2023
Rechtssatz
Die Beistandspflicht ist eine Rechtspflicht, die unmittelbare Sanktionen nur im Unterhaltsrecht und Pflichtteilsrecht hat, sonst aber lex imperfecta ist.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 46/01y
Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 46/01y
- 6 Ob 29/09x
Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 29/09x
Vgl; Beisatz: Die Beistandspflicht gegenüber dem Elternteil, dem Kind oder dem Ehegatten ist nicht gerichtlich durchsetzbar. § 90 Abs 1 und § 137 Abs 2 ABGB stellen insoweit leges imperfectae dar. (T1)
Beisatz: Verletzt ein Beistandspflichtiger seine diesbezüglichen Verpflichtungen, kann dies zwar zu erbrechtlichen (etwa einer Enterbung), scheidungsrechtlichen (Eheverfehlung) und unterhaltsrechtlichen (etwa einer Verwirkung des Unterhaltsanspruchs), allenfalls auch zu schadenersatzrechtlichen Konsequenzen führen. Denkbar sind auch bereicherungsrechtliche Ansprüche bei enttäuschter Erwartung etwa einer testamentarischen Zuwendung infolge erbrachter Leistungen (§ 1435 ABGB), nicht jedoch gemäß § 1042 ABGB. Ausgeschlossen ist vor allem aber auch die Zahlung einer Entlohnung oder sonstigen Vergütung. (T2)
- 6 Ob 149/14a
Entscheidungstext OGH 29.01.2015 6 Ob 149/14a
Auch; Beis ähnlich wie T2
- 2 Ob 180/17k
Entscheidungstext OGH 30.10.2018 2 Ob 180/17k
- 2 Ob 83/21a
Entscheidungstext OGH 14.12.2021 2 Ob 83/21a
Anm: Veröff: SZ 2021/108
- 2 Ob 217/22h
Entscheidungstext OGH 17.01.2023 2 Ob 217/22h
Vgl; Beis wie T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115480
Zuletzt aktualisiert am
27.12.2023
Dokumentnummer
JJR_20010424_OGH0002_0010OB00046_01Y0000_004