Rechtssatz RS0118082
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0118082
Geschäftszahl
16Bkd5/03; 8Bkd2/03; 4Bkd4/07; 15Bkd5/09; 10Bkd1/11; 10Bkd2/12; 13Bkd2/13; 20Os1/14v; 24Ds1/19k; 20Ds1/20g; 30Ds4/19w; 23Ds1/21f; 24Ds2/22m; 21Ds5/22f; 21Ds16/22y; 20Ds4/24d
Entscheidungsdatum
20.02.2025
Rechtssatz
Die Vertretung einer Partei durch einen Rechtsanwalt in einem Falle, wo er die Gegenpartei in der selben oder in einer zusammenhängenden Sache vertreten hat, verstößt gegen das Gesetz auch dann, wenn es gewiss ist, dass durch die Vertretung die Interessen der Gegenpartei nicht beeinträchtigt, geschädigt oder aber auch nur gefährdet werden können. Es ist nicht notwendig, dass ein Vertrauensmissbrauch im materiellen Sinne stattgefunden hat, also etwa die Schädigung der Interessen des Klienten eingetreten sei. Eine Doppelvertretung ist deshalb disziplinär strafbar, weil dadurch stets der Anschein erweckt wird, es würden materielle Interessen des ehemaligen Klienten preisgegeben.
Entscheidungstexte
- 16 Bkd 5/03
Entscheidungstext OGH 13.10.2003 16 Bkd 5/03
- 8 Bkd 2/03
Entscheidungstext OGH 17.11.2003 8 Bkd 2/03
Vgl auch; Beisatz: Der Rechtsanwalt soll zum Schutz des Vertrauens, das der Klient in den Rechtsanwalt setzt, in keinem Fall auch nur den Anschein erwecken, die Interessen seines Mandanten auf Grund einer Interessenkollision nicht mehr uneingeschränkt wahrnehmen zu können. (T1)
- 4 Bkd 4/07
Entscheidungstext OGH 04.02.2008 4 Bkd 4/07
Auch; nur: Es ist nicht notwendig, dass ein Vertrauensmissbrauch im materiellen Sinn stattgefunden hat und eine Schädigung der Interessen des Klienten eingetreten ist. Eine Doppelvertretung ist deshalb disziplinär strafbar, weil dadurch stets der Anschein erweckt wird, es könnten materielle Interessen des (ehemaligen) Klienten preisgegeben werden. (T2); Beisatz: Vom Verbot der Doppelvertretung können die Parteien nicht befreien. (T3)
- 15 Bkd 5/09
Entscheidungstext OGH 09.11.2009 15 Bkd 5/09
Auch; Beisatz: Hier: Unzulässige Doppelvertretung, wenn ein Rechtsanwalt in der Tagsatzung, in welcher über den Zwangsausgleichsantrag abgestimmt wird, gleichzeitig den Gemeinschuldner und mehrere Gläubiger vertritt. (T4)
- 10 Bkd 1/11
Entscheidungstext OGH 26.09.2011 10 Bkd 1/11
- 10 Bkd 2/12
Entscheidungstext OGH 03.09.2012 10 Bkd 2/12
Auch
- 13 Bkd 2/13
Entscheidungstext OGH 24.06.2013 13 Bkd 2/13
Auch
- 20 Os 1/14v
Entscheidungstext OGH 20.05.2014 20 Os 1/14v
Auch
- 24 Ds 1/19k
Entscheidungstext OGH 26.06.2019 24 Ds 1/19k
- 20 Ds 1/20g
Entscheidungstext OGH 14.07.2020 20 Ds 1/20g
Vgl
- 30 Ds 4/19w
Entscheidungstext OGH 18.06.2020 30 Ds 4/19w
Vgl
- 23 Ds 1/21f
Entscheidungstext OGH 11.05.2022 23 Ds 1/21f
Vgl
- 24 Ds 2/22m
Entscheidungstext OGH 21.09.2022 24 Ds 2/22m
Vgl
- 21 Ds 5/22f
Entscheidungstext OGH 14.03.2023 21 Ds 5/22f
vgl
- 21 Ds 16/22y
Entscheidungstext OGH 24.04.2023 21 Ds 16/22y
- 20 Ds 4/24d
Entscheidungstext OGH 20.02.2025 20 Ds 4/24d
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118082
Zuletzt aktualisiert am
18.03.2025
Dokumentnummer
JJR_20031013_OGH0002_016BKD00005_0300000_001