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Rechtssatz RS0120729

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0120729

Geschäftszahl

2Ob272/05x; 2Ob228/11k

Entscheidungsdatum

15.05.2012

Norm

Brüssel II-VO Art3
Brüssel IIa-VO Art12

Rechtssatz

Artikel 3, Absatz eins, VO sah eine Annexzuständigkeit für alle Entscheidungen über die elterliche Verantwortung für ein gemeinsames Kind der beiden Ehegatten zugunsten des Mitgliedsstaates vor, dessen Gerichte nach Artikel 2, VO für das Scheidungsverfahren zuständig waren, sofern das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Forumstaat hatte. War der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes aber in einem anderen Mitgliedsstaat, dann hing die Annexzuständigkeit des Staates des Eheverfahrens nach Artikel 3, Absatz 2, VO vom kumulativen Vorliegen dreier Voraussetzungen ab, nämlich dass 1. zumindest einer der Ehegatten die elterliche Verantwortung für das Kind hat, 2. die Zuständigkeit im Einklang mit dem Kindeswohl steht und 3. die Zuständigkeit von beiden Ehegatten anerkannt wird. Durch eine Antragstellung bei einem österreichischen Gericht hat der Elternteil hinreichend deutlich klargestellt, dass sie die Annexzuständigkeit nach Artikel 3, Absatz 2, VO für diese Anträge (hier: Neuregelung des Besuchsrechtes) nicht akzeptiert werden.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 272/05x
    Entscheidungstext OGH 16.03.2006 2 Ob 272/05x
  • 2 Ob 228/11k
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 2 Ob 228/11k
    Vgl; Beisatz: Hier: Annexzuständigkeit nach Art 12 Brüssel IIa‑VO. (T1)
    Veröff: SZ 2012/56

Schlagworte

Verordnung (EG) Nr 1347/2000 des Rates vom 29.5.2000 (Brüssel II-VO)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120729

Im RIS seit

15.04.2006

Zuletzt aktualisiert am

26.05.2025

Dokumentnummer

JJR_20060316_OGH0002_0020OB00272_05X0000_002