Rechtssatz RS0122720
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0122720
Entscheidungsdatum
02.06.2022
Rechtssatz
Nicht ein absolut, sondern nur ein relativ untauglicher Betrugsversuch liegt vor, wenn der Beschuldigte einen Liegenschaftseigentümer durch Täuschung über seine Zahlungswilligkeit und -fähigkeit zur notariellen Unterfertigung eines Kaufvertrags über die Liegenschaft veranlasst, nach der vorgesehenen Treuhandabwicklung die Intabulation des Eigentumsrechts aber erst nach Bezahlung des Kaufpreises erfolgen soll.
Entscheidungstexte
- 11 Os 106/07h
Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Os 106/07h
- 12 Os 147/08x
Entscheidungstext OGH 11.12.2008 12 Os 147/08x
Vgl; Beisatz: Der der Sache nach absolute Untauglichkeit des Versuchs behauptende Einwand der Rechtsrüge (Z 9 lit a), die Betrauung eines Rechtsanwalts mit der treuhändischen Abwicklung des Liegenschaftsverkaufs und das ausdrückliche Rücktrittsrecht der Verkäuferin hätten die Intabulation des Eigentumsrechts vor Bezahlung des Kaufpreises verhindert, legt nicht dar, weshalb aus diesen Gründen - unter anderem wegen der Möglichkeit des Übersehens von Eintragungshindernissen - die dem Tatbestand entsprechende Sachverhaltswirklichung bei generalisierender Betrachtung, also losgelöst von den Besonderheiten des Einzelfalls, denkunmöglich sein sollte, sohin unter keinen Umständen erwartet werden könnte. (T1)
- 12 Os 93/09g
Entscheidungstext OGH 27.08.2009 12 Os 93/09g
Vgl
- 12 Os 119/16s
Entscheidungstext OGH 26.01.2017 12 Os 119/16s
- 12 Os 57/18a
Entscheidungstext OGH 21.06.2018 12 Os 57/18a
Auch; Beis wie T1
- 14 Os 100/18i
Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 100/18i
Auch
- 14 Os 18/21k
Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 18/21k
Vgl
- 13 Os 124/20i
Entscheidungstext OGH 16.03.2021 13 Os 124/20i
Vgl
- 12 Os 36/22v
Entscheidungstext OGH 02.06.2022 12 Os 36/22v
Vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122720
Zuletzt aktualisiert am
01.08.2022
Dokumentnummer
JJR_20071023_OGH0002_0110OS00106_07H0000_001