Rechtssatz RS0124803
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0124803
Entscheidungsdatum
25.03.2025
Rechtssatz
Ungeachtet dessen, dass der Verteidiger den Antrag „auf Ablehnung sämtlicher Richter des Landesgerichts", der bereits mit Beschluss des Präsidenten des Oberlandesgerichts in Bezug auf den Präsidenten des Landesgerichts und in Ansehung der Mitglieder des Schwurgerichtshofs als nicht berechtigt erkannt worden war, bloß wiederholt hatte, ist eine Entscheidung des erkennenden Gerichts (§ 45 Abs 1 StPO) über das Vorliegen von Befangenheit als ein Fall der Ausgeschlossenheit seit 1. Jänner 2008 einer Anfechtung aus Z 5 entrückt, weil die Besetzungsrüge (Z 1) insoweit den weitergehenden Rechtsschutz bietet.Ungeachtet dessen, dass der Verteidiger den Antrag „auf Ablehnung sämtlicher Richter des Landesgerichts", der bereits mit Beschluss des Präsidenten des Oberlandesgerichts in Bezug auf den Präsidenten des Landesgerichts und in Ansehung der Mitglieder des Schwurgerichtshofs als nicht berechtigt erkannt worden war, bloß wiederholt hatte, ist eine Entscheidung des erkennenden Gerichts (Paragraph 45, Absatz eins, StPO) über das Vorliegen von Befangenheit als ein Fall der Ausgeschlossenheit seit 1. Jänner 2008 einer Anfechtung aus Ziffer 5, entrückt, weil die Besetzungsrüge (Ziffer eins,) insoweit den weitergehenden Rechtsschutz bietet.
Entscheidungstexte
- 15 Os 14/09m
Entscheidungstext OGH 15.04.2009 15 Os 14/09m
Beisatz: Lediglich die abweisliche Entscheidung über Anträge zum Nachweis von Tatsachengrundlagen für eine Ausgeschlossenheit (und damit auch eine Befangenheit) kann weiterhin Nichtigkeit aus Z 5 bewirken. (T1)
- 14 Os 9/09v
Entscheidungstext OGH 12.05.2009 14 Os 9/09v
vgl; Beisatz: Ausgeschlossenheit eines Richters ist seit dem 1. Jänner 2008 aus Z 1 ausdrücklich beachtlich, Entscheidungen darüber (§§ 45 Abs 1, 46 StPO) aber einer Anfechtung aus Z 4 entrückt (WK-StPO § 281 Rz 132, 386). (T2)
- 14 Os 15/09a
Entscheidungstext OGH 23.06.2009 14 Os 15/09a
Vgl; Beisatz: Befangenheit ist (seit 1. Jänner 2008) ein Fall von Ausgeschlossenheit (vgl § 43 Abs 1 Z 3 StPO); insoweit gibt die Z 1 des § 281 Abs 1 StPO weitergehenden Rechtsschutz. Aus Z4 relevant sind seither nur noch Anträge zum Nachweis von Ausgeschlossenheit. (T3)
- 12 Os 42/10h
Entscheidungstext OGH 06.05.2010 12 Os 42/10h
Auch
- 14 Os 144/15f
Entscheidungstext OGH 14.09.2016 14 Os 144/15f
Auch; Beis wie T3
- 15 Os 54/17f
Entscheidungstext OGH 28.06.2017 15 Os 54/17f
Auch; Beisatz: Dem Recht auf ein unparteiisches Gericht wird daher durch die Überprüfung (nur) aus Z 1 verstärkt Rechnung getragen. (T4)
- 13 Os 139/17s
Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 139/17s
Auch
- 13 Os 22/18m
Entscheidungstext OGH 12.09.2018 13 Os 22/18m
Auch
- 13 Os 95/19y
Entscheidungstext OGH 11.12.2019 13 Os 95/19y
Vgl
- 12 Os 39/18d
Entscheidungstext OGH 09.03.2020 12 Os 39/18d
Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
- 12 Os 23/22g
Entscheidungstext OGH 02.06.2022 12 Os 23/22g
Vgl
- 14 Os 61/23m
Entscheidungstext OGH 25.03.2025 14 Os 61/23m
vgl; Beisatz: Ausgeschlossenheit eines Richters ist seit dem 1. Jänner 2008 aus Z 1 ausdrücklich beachtlich, Entscheidungen darüber (§§ 45 Abs 1, 46 StPO) aber einer Anfechtung aus Z 4 entrückt (WK-StPO § 281 Rz 132, 386). (T5)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124803
Zuletzt aktualisiert am
08.08.2025
Dokumentnummer
JJR_20090415_OGH0002_0150OS00014_09M0000_001