Rechtssatz RS0126133
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0126133
Geschäftszahl
15Os80/10v (15Os109/10h); 15Os57/11p (15Os58/11k, 15Os59/11g, 15Os60/11d, 15Os61/11a); 15Os139/11x
Entscheidungsdatum
28.03.2012
Rechtssatz
Die Vernehmung eines Beschuldigten durch einen Rechtspraktikanten ohne zumindest nachträgliche Bestätigung der Angaben durch den Vernommenen vor einer gesetzlich vernehmungsbefugten Person stellt keine zur Durchführung eines Abwesenheitsverfahrens iSd § 427 Abs 1 StPO berechtigende Vernehmung iSd §§ 164, 165 StPO dar.Die Vernehmung eines Beschuldigten durch einen Rechtspraktikanten ohne zumindest nachträgliche Bestätigung der Angaben durch den Vernommenen vor einer gesetzlich vernehmungsbefugten Person stellt keine zur Durchführung eines Abwesenheitsverfahrens iSd Paragraph 427, Absatz eins, StPO berechtigende Vernehmung iSd Paragraphen 164, 165, StPO dar.
Entscheidungstexte
- 15 Os 80/10v
Entscheidungstext OGH 11.08.2010 15 Os 80/10v
- 15 Os 57/11p
Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 57/11p
Vgl; Beisatz: Eine – mangels gemeinsamer Sprache und Nichtbeiziehung eines Dolmetschers – bloß informelle Befragung durch einen Polizeibeamten genügt nicht den Anforderungen der §§ 427 Abs 1 iVm 164, 165 StPO. (T1)
- 15 Os 139/11x
Entscheidungstext OGH 28.03.2012 15 Os 139/11x
Vgl; Beisatz: Hier: Keine nichtige Beweisaufnahme, wenn der Angeklagte seine Angaben im Ermittlungsverfahren vor dem Rechtspraktikanten vor einer Richterin aufrecht hielt. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0126133
Zuletzt aktualisiert am
01.08.2012
Dokumentnummer
JJR_20100811_OGH0002_0150OS00080_10V0000_001