Rechtssatz RS0127724
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0127724
Entscheidungsdatum
10.02.2017
Rechtssatz
Wenngleich das BörseG wegen Verletzung der Ad-Hoc-Publizitätspflicht (§ 48d Abs 1 BörseG) oder wegen marktmanipulativer Handlungen (§ 48a Abs 1 Z 2 BörseG) nur verwaltungsstrafrechtliche Sanktionen vorsieht (§ 48 Abs 1 Z 2, § 48c BörseG), die gemäß § 9 Abs 1 VStG gegen die Vorstandsmitglieder zu verhängen sind, sind diese Bestimmungen als Schutzgesetze zu qualifizieren.Wenngleich das BörseG wegen Verletzung der Ad-Hoc-Publizitätspflicht (Paragraph 48 d, Absatz eins, BörseG) oder wegen marktmanipulativer Handlungen (Paragraph 48 a, Absatz eins, Ziffer 2, BörseG) nur verwaltungsstrafrechtliche Sanktionen vorsieht (Paragraph 48, Absatz eins, Ziffer 2,, Paragraph 48 c, BörseG), die gemäß Paragraph 9, Absatz eins, VStG gegen die Vorstandsmitglieder zu verhängen sind, sind diese Bestimmungen als Schutzgesetze zu qualifizieren.
Entscheidungstexte
- 6 Ob 28/12d
Entscheidungstext OGH 15.03.2012 6 Ob 28/12d
Beisatz: Damit wird die für die Erfüllung der Ad‑hoc‑Publizität verantwortliche Emittentin schadenersatzpflichtig, wenn pflichtwidrig und schuldhaft Ad‑Hoc‑Mitteilungen unterlassen wurden oder diese unrichtig waren. Marktmanipulatives Verhalten von Organmitgliedern oder sonstigen Repräsentanten im Sinne des § 337 ABGB einer AG führt schon nach allgemeinen Grundsätzen zur Deliktshaftung der AG selbst. (T1)
Veröff: SZ 2012/35
- 8 Ob 104/12w
Entscheidungstext OGH 24.01.2013 8 Ob 104/12w
Auch; Bem: Siehe auch RS0128527. (T2)
Veröff: SZ 2013/9
- 4 Ob 239/14x
Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 239/14x
Auch; Beisatz: Dieser Vertrauensschutz besteht für jegliche Anlageentscheidung (vgl § 48a Abs 1 Z 1 BörseG), somit nicht nur für solche, zu welchem Preis ein Wertpapier erworben werden soll, sondern auch für die Entscheidung, ob das Wertpapier überhaupt angeschafft werden soll. (T3)
- 6 Ob 71/15g
Entscheidungstext OGH 27.05.2015 6 Ob 71/15g
Auch; Beisatz: Der Tatbestand der Marktmanipulation im Sinne des § 48a Abs 1 Z 2 lit c BörseG liegt nicht erst bei Wissentlichkeit, sondern schon bei schuldhafter Unkenntnis, dass die Informationen falsch oder irreführend waren, vor. (so auch 9 Ob 26/14k). (T4)
- 10 Ob 86/14s
Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 Ob 86/14s
Auch
- 1 Ob 39/15i
Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 39/15i
Auch; Beis wie T3; Beis wie T4; Veröff: SZ 2015/115
- 9 Ob 27/15h
Entscheidungstext OGH 12.11.2015 9 Ob 27/15h
Auch; Beis wie T4
- 6 Ob 98/15b
Entscheidungstext OGH 14.01.2016 6 Ob 98/15b
Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
- 1 Ob 157/16v
Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 157/16v
Auch; Beisatz: Die börserechtlichen Publizitätsvorschriften sollen (auch) die durch Informationsdefizite entstehende Bildung unangemessener Marktpreise verhindern (so schon 9 Ob 26/14k ua). (T5)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127724
Zuletzt aktualisiert am
18.04.2018
Dokumentnummer
JJR_20120315_OGH0002_0060OB00028_12D0000_001