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Rechtssatz RS0130021

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0130021

Geschäftszahl

17Os53/14v (17Os54/14s); 17Os1/15y; 17Os23/16k

Entscheidungsdatum

06.12.2016

Rechtssatz

Missbrauch der Amtsgewalt durch Verletzung von Befangenheitsvorschriften (hier: Paragraph 7, Absatz eins, Ziffer 3, AVG) wird ‑ soweit nicht bei Tribunalen tätige Organwalter betroffen sind ‑ bei einem allein darauf bezogenen (Schädigungs‑)Vorsatz nicht verwirklicht. Will der Beamte nicht ohnehin ‑ was primär in Betracht kommt ‑ einen sonstigen (materiellen) Anspruch des Staates oder ein subjektives (Verfahrens‑)Recht des betroffenen Verfahrensbeteiligten beeinträchtigen, muss er die Vereitelung des von den Befangenheitsvorschriften verfolgten (Anmerkung: in der Entscheidung näher dargestellten) Schutzzwecks in seinen Vorsatz aufnehmen.

Entscheidungstexte

  • 17 Os 53/14v
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 17 Os 53/14v
    Beisatz: Tatbestandserfüllung scheidet daher aus, wenn der Beamte einen Einfluss seines missbräuchlichen Handelns (vgl „dadurch“) auf die (End‑)Entscheidung für ausgeschlossen hält. (T1)
  • 17 Os 1/15y
    Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 1/15y
    Vgl
  • 17 Os 23/16k
    Entscheidungstext OGH 06.12.2016 17 Os 23/16k
    Vgl auch; Beisatz: Bei Schädigungsvorsatz in diesem Sinn (hier: bezogen auf subjektive Rechte einer Partei [§ 8 AVG]) kommt Tatbestandserfüllung auch dann in Betracht, wenn der befangene Beamte entgegen der Anordnung des § 7 Abs 1 AVG seine Vertretung bewusst nicht veranlasst und eine (nach dem Verfahrensstand) zu treffende Entscheidung durch derartigen (wissentlichen) Fehlgebrauch seiner Befugnis verzögert. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:RS0130021

Im RIS seit

05.06.2015

Zuletzt aktualisiert am

31.01.2017

Dokumentnummer

JJR_20150409_OGH0002_0170OS00053_14V0000_001