Rechtstracker.at

Anl. 1

Fassungen
01.01.2004 bis 20.12.2005 — BGBl. II Nr. 623/2003 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenFassungsvergleichKundmachung
Anl. 121.12.200531.12.2007 § → § BGBl. II Nr. 429/2005 · aufgehoben
Anl. 101.01.200420.12.2005 BGBl. II Nr. 623/2003 (Stammfassung)

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Flexibilisierungsklausel - Bestimmung der Justizanstalt St. Pölten

als Organisationseinheit

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 623 aus 2003,

Typ

V

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage eins

Inkrafttretensdatum

01.01.2004BGBl. II Nr. 623/2003

Außerkrafttretensdatum

20.12.2005danach: BGBl. II Nr. 429/2005

Index

31/01 Allgemeines Haushaltsrecht, Bundesbudget

Beachte

Zum Ende des Bezugszeitraums vergleiche Paragraph 2,

Text

Anlage

Projektprogramm gemäß Paragraph 17 a, Absatz 9, Ziffer 3, des Bundeshaushaltsgesetzes

  1. Ziffer eins
    Strategische Zielsetzung der Justizanstalt St. Pölten:
    Der Justizanstalt St. Pölten sind folgende Zielsetzungen des Bundesministeriums für Justiz übertragen:
    • Strichaufzählung
      Durchführung des Strafvollzuges nach den Bestimmungen des Strafvollzugsgesetzes.
    • Strichaufzählung
      Bei Einhaltung der budgetären Zielsetzungen gemäß der Darstellung der im Projektzeitraum voraussichtlich erforderlichen Einnahmen und Ausgaben soll die Qualität des Vollzuges verbessert werden.

  1. Ziffer 2
    Schlüsselaufgaben der Justizanstalt St. Pölten:
    • Strichaufzählung
      Einleitung des Strafvollzuges gemäß Paragraph 2, der Sprengelverordnung;
    • Strichaufzählung
      Vollzug von Freiheitsstrafen an männlichen Insassen, deren Strafzeit 18 Monate nicht übersteigt;
    • Strichaufzählung
      Vollzug von Freiheitsstrafen an jugendlichen männlichen Insassen, deren Strafzeit sechs Monate nicht übersteigt;
    • Strichaufzählung
      Vollzug von Ersatzfreiheitsstrafen, die von Verwaltungsbehörden und Finanzstrafbehörden verhängt werden, über Ersuchen derselben;
    • Strichaufzählung
      Vollzug von gerichtlich verhängten Untersuchungshaften an männlichen Insassen;
    • Strichaufzählung
      Vollzug von Verwahrungshaften an Insassen, die durch die Sicherheitsbehörden eingeliefert werden;
    • Strichaufzählung
      Einleitung des Vollzuges von mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßnahmen gemäß Paragraph 21, Absatz 2, StGB an geistig abnormen, zurechnungsfähigen Rechtsbrechern;
    • Strichaufzählung
      Einleitung des Vollzuges von mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßnahmen gemäß Paragraph 22, StGB an entwöhnungsbedürftigen Rechtsbrechern.
Zielgruppen der Leistungen sind das Bundesministerium für Justiz, das Landesgericht für Strafsachen Wien und das Landesgericht St. Pölten, die Insassen der Justizanstalt St. Pölten sowie öffentliche und private Auftraggeber, die Leistungen der Justizanstalt St. Pölten in Anspruch nehmen.

  1. Ziffer 3
    Rechtsgrundlagen:
    • Strichaufzählung
      Strafvollzugsgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 144 aus 1969,,
    • Strichaufzählung
      Strafprozessordnung 1975, Bundesgesetzblatt Nr. 631,
    • Strichaufzählung
      Strafgesetzbuch, Bundesgesetzblatt Nr. 60 aus 1974,,
    • Strichaufzählung
      Jugendgerichtsgesetz 1988, Bundesgesetzblatt Nr. 599,
    • Strichaufzählung
      Finanzstrafgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 129 aus 1958,,
    • Strichaufzählung
      Verwaltungsstrafgesetz 1991, Bundesgesetzblatt Nr. 52,
    • Strichaufzählung
      Sprengelverordnung für den Strafvollzug, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 74 aus 1997,,
    • Strichaufzählung
      Vollzugsordnung für Justizanstalten, GZ 42302/27-V/95,
    • Strichaufzählung
      einschlägige Erlässe des Bundesministeriums für Justiz
in der jeweils geltenden Fassung.

  1. Ziffer 4
    Allgemeine Ziele der Justizanstalt St. Pölten:

4.1 Fachbezogene Ziele

  • Strichaufzählung
    Durchführung eines humanen und dem rechtlichen Standard angepassten Strafvollzuges,
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung rascher Lösungen bei neuen Anforderungen an den Strafvollzug,
  • Strichaufzählung
    Verringerung der Einschlusszeiten und vermehrte Betreuung in der Freizeit,
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung des Vollzuges von bis zu 80 000 Hafttagen pro Jahr (Basis 2003),
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung der Betreuung der Insassen durch nachfolgende Betreuungsdienste in der dazu angeführten jeweiligen Mindestbesetzung:

  Psychologen .............................. 1 530 Stunden/jährlich,

  Diplomierte Sozialarbeiter ............... 3 990 Stunden/jährlich,

  Diplomierte Krankenpfleger ...............   440 Stunden/jährlich.

Die verwendeten personenbezogenen Ausdrücke umfassen Frauen und Männer gleichermaßen.

4.2 Managementziele

  • Strichaufzählung
    Stabilisierung des Budgetbedarfes bei mindestens gleichbleibenden Leistungen,
  • Strichaufzählung
    Einhaltung der budgetären Zielsetzungen laut Projektprogramm,
  • Strichaufzählung
    bessere Nutzung der Personalkapazitäten,
  • Strichaufzählung
    Steigerung der Einnahmen (ausgenommen Vollzugskostenbeiträge) unter Zugrundelegung des erwarteten Erfolges des Jahres 2003,
  • Strichaufzählung
    Sicherstellung einer Beschäftigungsquote von mindestens 80 vH der Strafgefangenen und 20 vH der Untersuchungshäftlinge.

  1. Ziffer 5
    Leistungskennzahlen:
    Kosten pro Hafttag Die Kosten pro Hafttag errechnen sich aus dem Saldo aus Einnahmen und Ausgaben dividiert durch die voraussichtliche Anzahl der Hafttage. Für das Jahr 2003 errechnet sich aus dem erwarteten Saldo von 3 903 000 Euro und voraussichtlich 80 000 Hafttagen ein durchschnittlicher Betrag von 48,8 Euro pro Hafttag. Ziel ist, diesen Betrag zu halten oder zu unterschreiten. Vollzugsnutzungsquotient (VQ) Der VQ ist eine Messgröße für das eingesetzte Personal im Verhältnis zu den Einschlusszeiten und enthält folgende Faktoren:

  IS = Insassenstand

  BS = Bedienstetenstand

  EZ = Einschlusszeiten (Durchschnitt der Zeit, die ein Insasse im

       Haftraum eingeschlossen ist)

  Formel: VQ = 1 - [(BS : IS) × (Einschlusszeit : 24)]

Der VQ ergibt immer eine Zahl zwischen 1 und 0; eine Annäherung zum Wert 1 bedeutet den Einsatz von wenig Personal bei geringen Einschlusszeiten, eine Annäherung zum Wert 0 den Einsatz von viel Personal bei hohen Einschlusszeiten. Justizanstalt St. Pölten:
VQ = 1 - [(82,39 : 229) x (14,86 : 24)] = 0,78
Der VQ am Stichtag 1. Juli 2003 hat den Wert 0,78. Ziel ist, bei möglichst sparsamem Personaleinsatz die Einschlusszeiten zu verringern.

Kontrolle der Beschäftigungsquote

In der Justizanstalt St. Pölten waren mit Stichtag 1. Juli 2003 31 vH der Untersuchungshäftlinge und 75 vH der Strafgefangenen beschäftigt. Ziel ist die Sicherstellung einer Beschäftigungsquote von mindestens 20 vH bei Untersuchungshäftlingen und 80 vH bei Strafgefangenen.

  1. Ziffer 6
    Darstellung der im Projektzeitraum voraussichtlich erforderlichen
Planstellen:

____________________________________________________________________

                        Planstellenvorschau

____________________________________________________________________

                                   Stellenplan     Vorschau

                                  __________________________________

                                   2003     2004     2005     2006

____________________________________________________________________

Beamte/Verwendungsgruppe

____________________________________________________________________

E1                                  2        2        2        2

____________________________________________________________________

E2a/E2b                            74       73       70       68

____________________________________________________________________

A2                                  2        2        2        2

____________________________________________________________________

Summe Beamte:                      78       77       74       72

____________________________________________________________________

Vertragsbedienstete/Entlohnungsgruppe

____________________________________________________________________

v1                                  1,25     1,25     1,25     1,25

____________________________________________________________________

v2                                  1        1        1        1

____________________________________________________________________

v3                                  3        3        3        3

____________________________________________________________________

v4                                  1        1        1        1

____________________________________________________________________

h1                                  1        1        1        1

____________________________________________________________________

k4                                  0        0,25     0,25     0,25

____________________________________________________________________

Summe Vertragsbedienstete:         27,25     7,5      7,5      7,5

____________________________________________________________________

Gesamtsumme:                       85,25    84,5     81,5     79,5

____________________________________________________________________

7. Darstellung der im Projektzeitraum voraussichtlich erforderlichen

Einnahmen und Ausgaben:

____________________________________________________________________

                                         erwarteter Erfolg

         Anmerkungen      __________________________________________

                           2003       2004       2005        2006

____________________________________________________________________

                                           Ausgaben in Euro

____________________________________________________________________

UT 0  siehe Er-        3 082 000   3 082 000   3 079 000   3 079 000

      läuterungen

      zu Punkt 7

____________________________________________________________________

UT 3  siehe Er-            6 000       6 000       2 000       2 000

      läuterungen

      zu Punkt 7

____________________________________________________________________

UT 7  siehe Er-           69 000      69 000      76 000      76 000

      läuterungen

      zu Punkt 7

____________________________________________________________________

UT 8  siehe Er-          960 000     960 000   1 060 000   1 060 000

      läuterungen

      zu Punkt 7

      ______________________________________________________________

      Kto. 7271-902      600 000     600 000     600 000     600 000

      u. 903

      Vollzugkbei.

      ______________________________________________________________

      Z- Posten           37 000      37 000      37 000      37 000

____________________________________________________________________

   Summe der Ausgaben: 4 754 000   4 754 000   4 854 000   4 854 000

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

                                         erwarteter Erfolg

         Anmerkungen      __________________________________________

                           2003       2004       2005        2006

____________________________________________________________________

                                           Einnahmen in Euro

____________________________________________________________________

UT 4  siehe Er-          275 000     275 000     275 000     275 000

      läuterungen

      zu Punkt 7

____________________________________________________________________

      Kto. 8171          575 000     575 000     575 000     575 000

      Vollzug-

      kosten-

      beiträge

      ______________________________________________________________

UT 7  Bestands-            1 000       1 000       1 000       1 000

      wirksame

      Einnahmen

____________________________________________________________________

   Summe der Einnahmen:  851 000     851 000     851 000     851 000

____________________________________________________________________

             Saldo:   -3 903 000  -3 903 000  -4 003 000  -4 003 000

Erläuterungen zu Punkt 7:

Allgemein wird festgehalten, dass Zahlungen an die BIG und andere Ausgaben zur Gebäudeerhaltung sowie Aufwendungen für die Unterbringung gemäß Paragraph 21, Absatz eins, StGB und Paragraph 429, Absatz 4, StPO nicht saldenwirksam sind, sondern aus dem allgemeinen Budget der Justizanstalten zentral bezahlt werden.

UT 0 - Personalbereich

Der Personalaufwand für die Jahre 2004 bis 2006 ist auf der Basis der Jahre 2002 und 2003 und unter Berücksichtigung der Planstellenentwicklung berechnet worden.

Der Personalaufwand für alle Dienstzuteilungen aus der Personaleinsatzgruppe beim Oberlandesgericht Wien wird von der Justizanstalt St. Pölten ab Beginn der Dienstzuteilung und unabhängig von der Dauer der jeweiligen Dienstzuteilung geleistet.

UT 3 - Anlagen

Die Ausgaben wurden auf Grund des folgenden "Anschaffungsplanes" budgetiert, wobei (E) für Ersatz- und (N) für Neuanschaffungen steht. Weitere eventuell notwendige Investitionen (so kann zB der Ersatz von bis 3 Kochkesseln mit einem Kostenaufwand von zirka 70 000 Euro notwendig werden) finden im Budgetplan keinen Niederschlag, da sonst der Saldo nicht eingehalten werden könnte. Hier muss unter Umständen auf die Rücklage zurückgegriffen werden.

                          __________________________________________

                                2004         2005         2006

                          __________________________________________

                                       Ausgaben in Euro

____________________________________________________________________

Zentrifuge       E              6 000

____________________________________________________________________

Abkantpresse     N                          2 000

____________________________________________________________________

Bohrhammer       E                                       2 000

____________________________________________________________________

UT 7 - Aufwendungen (gesetzliche Verpflichtungen)

Berechnungsbasis der Ausgaben bei diesem Ansatz sind das Jahresergebnis 2002 bzw. die Prognose für 2003.

UT 8 - Aufwendungen

Berechnungsbasis der Ausgaben bei diesem Ansatz ist das Jahresergebnis 2002 bzw. die Prognose für 2003. Die Erhöhung um 100 000 Euro, die auch zu einer entsprechenden Saldenveränderung führt, ist auf Grund der dramatisch gestiegenen Kosten für die Gesundheitsfürsorge der Insassen sowie auf Grund der Erhöhung der Haftzahlen notwendig geworden.

UT 4 - Einnahmen

Berechnungsbasis der Ausgaben bei diesem Ansatz sind das Jahresergebnis 2002 und das erwartete Jahresergebnis 2003.

Schlagworte

BGBl. Nr. 631/1975, BGBl. Nr. 599/1988, BGBl. Nr. 52/1991, Erläuterung, Vollzugkostenbeitrag, Bestandswirksam, Ersatzanschaffung

Gesetzesnummer

20003124

Dokumentnummer

NOR40048856