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Anl. 1

Fassungen
ab 01.10.2026 — BGBl. II Nr. 241/2026 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 1 heute01.10.2026 BGBl. II Nr. 241/2026 (Stammfassung)

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Kurztitel

Eltern-Kind-Pass-Untersuchungsprogramm-Verordnung

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 241 aus 2026,

Typ

römisch fünf

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage eins

Inkrafttretensdatum

01.10.2026BGBl. II Nr. 241/2026

Außerkrafttretensdatum

Index

82/07 Sonstiges Gesundheitsrecht

Text

Anlage A Ärztliche Untersuchungen der Schwangeren gemäß Paragraph 3, EKPUV

Im Rahmen der ärztlichen Untersuchungen der Schwangeren sind insbesondere folgende Daten zu erheben:

Erste Schwangerenuntersuchung (bis SSW 16)

  1. •
    ausführliche Anamnese der Schwangeren inklusive Angaben zu vorausgegangenen Schwangerschaften und Entbindungen
  2. •
    ausführliche Anamnese der familiären und eigenen Vorbelastungen
  3. •
    Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren inklusive Angaben zu besonderen Befunden (gemäß Anlage 1 EKPG)
  4. •
    Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes der Schwangeren (insbesondere Gewicht, Blutdruck, Harn, Vaginalsekret)
  5. •
    gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund); wenn auffällig: Abklärung einer Genitalverstümmelung (FGM)
  6. •
    Information zu Schwangerschaft und Gesundheitsförderung/Prävention sowie allfällige weitere Veranlassungen
  7. •
    Information über Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Erste Labormedizinische Untersuchung (bis SSW 16)

  1. •
    Blutgruppenserologie (ausgenommen bei Vorliegen eines Originalbefundes):
    1. □
      Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors sowie Antikörper-Suchtest
  2. •
    Infektionsserologie:
    1. □
      HIV Kombitest
    2. □
      Lues Reaktion
    3. □
      Röteln-Antikörper
  3. •
    Toxoplasmosetest mit Wiederholungsuntersuchungen bei negativem bzw. abklärungsbedürftigem (z. B. nicht erhobenen) Titer, ausgenommen bei Vorliegen eines Originalbefundes über einen eindeutig positiven Titer
  4. •
    Blutbild:
    1. □
      Leukozytenanzahl
    2. □
      Granulozyten
    3. □
      Lymphozyten
    4. □
      Monozyten
    5. □
      Eosinophile und Basophile Granulozyten
    6. □
      Erythrozytenanzahl
    7. □
      Hämatokrit
    8. □
      Hämoglobin
    9. □
      MCH
    10. □
      MCV
    11. □
      Thrombozyten
  5. •
    klinisch-chemische Parameter:
    1. □
      TSH
    2. □
      oGTT (bei erhöhtem Risiko der Schwangeren)
    3. □
      Harnbefund

Zweite (SSW 18 bis 22), dritte (SSW 24 bis 28), vierte (SSW 30 bis 34) und fünfte Schwangerenuntersuchung (SSW 35 bis 38)

  1. •
    Zwischenanamnese und Besprechung von Befunden und/oder Auffälligkeiten
  2. •
    Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes der Schwangeren (insbesondere Gewicht, Blutdruck, Harn, B-Streptokokken im Rahmen der fünften Schwangerenuntersuchung)
  3. •
    Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren inklusive Angaben zu besonderen Befunden (gemäß Anlage 1 EKPG)
  4. •
    gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund)
  5. •
    Information zu Schwangerschaft und Gesundheitsförderung/Prävention sowie allfällige weitere Veranlassungen
  6. •
    Information über Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Zweite Labormedizinische Untersuchung (SSW 24 bis 28)

  1. •
    Antikörper-Suchtest
  2. •
    Infektionsserologie:
    1. □
      HBS Antigen
  3. •
    Blutbild:
    1. □
      Leukozytenanzahl
    2. □
      Granulozyten
    3. □
      Lymphozyten
    4. □
      Monozyten
    5. □
      Eosinophile und Basophile
    6. □
      Granulozyten
    7. □
      Erythrozytenanzahl
    8. □
      Hämatokrit
    9. □
      Hämoglobin
    10. □
      MCH
    11. □
      MCV
    12. □
      Thrombozyten
  4. •
    Toxoplasmosetest Kontrolluntersuchungen bei negativem Vorbefund (letzte Kontrolle nach SSW 32)
  5. •
    klinisch-chemische Parameter:
    1. □
      oGTT
    2. □
      Harnbefund
  6. •
    Bestimmung des fetalen Rh-Faktors bei Rh-negativen Schwangeren

Allgemein- und familienmedizinische Untersuchung gemäß Paragraph 5, EKPUV (SSW 14 bis 20)

Im Rahmen der allgemein- und familienmedizinischen Untersuchung sind insbesondere folgende Untersuchungen durchzuführen bzw. Daten zu erheben:

  1. •
    Anamnese und Besprechung von Befunden und/oder Auffälligkeiten
  2. •
    Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes der Schwangeren
  3. •
    Information über Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Gesundheitsgespräch gemäß Paragraph 6, EKPUV (SSW 14 bis 20)

Im Rahmen des Gesundheitsgesprächs sind insbesondere folgende Beratungen durchzuführen bzw. Daten zu erheben:

  1. •
    Psychische Belastungen
  2. •
    Psychosoziale Belastungen
  3. •
    Sozioökonomische Belastungen
  4. •
    Sozialanamnestisches Gespräch

Ultraschalluntersuchungen der Schwangeren gemäß Paragraph 4, EKPUV

Im Rahmen der Ultraschalluntersuchungen sind insbesondere folgende Daten zu erheben:

Erste Ultraschalluntersuchung (SSW 8 bis 16)

  1. •
    Ultraschalluntersuchungen der Schwangeren werden entsprechend dem Stand der medizinischen Wissenschaft durchgeführt und beinhalten insbesondere
    1. □
      Bestimmung des Geburtstermins laut Ultraschall
    2. □
      Beurteilung der Gestation
  2. •
    Information über Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Zweite Ultraschalluntersuchung (SSW 18 bis 22)

  1. •
    Ultraschalluntersuchungen der Schwangeren werden entsprechend dem Stand der medizinischen Wissenschaft durchgeführt und beinhalten insbesondere
    1. □
      Beurteilung der Gestation
    2. □
      Biometrie des Fötus bzw. der Feten
  2. •
    Information über Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Dritte (SSW 30 bis 34) und vierte (SSW 35 bis 38) Ultraschalluntersuchung

  1. •
    Ultraschalluntersuchungen der Schwangeren werden entsprechend dem Stand der medizinischen Wissenschaft durchgeführt und beinhalten insbesondere
  2. •
    Beurteilung der Gestation
  3. •
    Biometrie und Lage des Fötus bzw. der Feten
  4. •
    Information über Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Hebammenberatungen gemäß Paragraph 7, EKPUV

Im Rahmen der Hebammenberatungen sind insbesondere folgende Beratungen durchzuführen bzw. Daten zu erheben:

Erste Hebammenberatung (SSW 14 bis 20)

  1. •
    Beratung und Information insbesondere über den Verlauf von Schwangerschaft, Geburt sowie über Stillen
  2. •
    Eingehen auf das psychosoziale Umfeld der Schwangeren
  3. •
    Information über weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten

Zweite Hebammenberatung (SSW 24 bis 34)

  1. •
    Beratung und Information insbesondere über gesundheitsförderndes und präventives Verhalten, Wochenbett und Stillzeit sowie frühe Kindheit
  2. •
    Eingehen auf das psychosoziale Umfeld der Schwangeren
  3. •
    Erhebung psychosozialer und sozioökonomischer Belastungen
  4. •
    Information über weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten

Elternberatung gemäß Paragraph 8, EKPUV (ärztlich festgestellte Schwangerschaft bis Vollendung 1. LJ Kind)

Im Rahmen der Elternberatung ist insbesondere über folgende Themen zu informieren:

  1. •
    Information/Beratung über arbeitsrechtliche und finanzielle Bedingungen
  2. •
    Information/Beratung über Themen zur Erwerbstätigkeit und Vereinbarkeit
  3. •
    Information/Beratung über Themen zur Elternschaft

Im RIS seit

13.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

13.08.2026

Gesetzesnummer

20013273

Dokumentnummer

NOR40280457