Durch die angeführten Entscheidungen des Landesgerichtes Innsbruck vom 19. Dezember 2003 wurde, wie der Generalprokurator in seiner deswegen erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes zutreffend aufzeigt, das Gesetz mehrfach verletzt:
zu I: Mario S***** war im Verfahren AZ 23 Hv 136/03m des Landesgerichtes Innsbruck mit Urteil vom 23. September 2003 (ON 13) des Verbrechens des Diebstahls durch Einbruch schuldig erkannt worden. Der Ausspruch der zu verhängenden Strafe wurde gemäß § 13 Abs 1 JGG unter Bestimmung einer zweijährigen Probezeit vorbehalten. Mit Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 7. November 2003, GZ 23 Hv 135/03i-26 wurde Mario S***** des „am 10./11. 9. 2003" begangenen Vergehens der Sachbeschädigung nach § 125 StGB schuldig erkannt. Von einem Strafausspruch wurde gemäß § 12 Abs 1 JGG unter Hinweis darauf abgesehen, „dass die Verurteilung im Verhältnis der §§ 31, 40 StGB zum Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 23. September 2003, GZ 23 Hv 136/03m-13" stünde.zu I: Mario S***** war im Verfahren AZ 23 Hv 136/03m des Landesgerichtes Innsbruck mit Urteil vom 23. September 2003 (ON 13) des Verbrechens des Diebstahls durch Einbruch schuldig erkannt worden. Der Ausspruch der zu verhängenden Strafe wurde gemäß Paragraph 13, Absatz eins, JGG unter Bestimmung einer zweijährigen Probezeit vorbehalten. Mit Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 7. November 2003, GZ 23 Hv 135/03i-26 wurde Mario S***** des „am 10./11. 9. 2003" begangenen Vergehens der Sachbeschädigung nach Paragraph 125, StGB schuldig erkannt. Von einem Strafausspruch wurde gemäß Paragraph 12, Absatz eins, JGG unter Hinweis darauf abgesehen, „dass die Verurteilung im Verhältnis der Paragraphen 31, 40, StGB zum Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 23. September 2003, GZ 23 Hv 136/03m-13" stünde.
Der Strafausspruch in dem von der Anfechtung durch den Generalprokurator betroffenen Urteil vom 19. Dezember 2003, GZ 23 Hv 224/03b-19, verletzt das Gesetz in § 494a Abs 1 Z 3 StPO und in den §§ 12 Abs 1, 15 Abs 1, 16 Abs 1 JGG:Der Strafausspruch in dem von der Anfechtung durch den Generalprokurator betroffenen Urteil vom 19. Dezember 2003, GZ 23 Hv 224/03b-19, verletzt das Gesetz in Paragraph 494 a, Absatz eins, Ziffer 3, StPO und in den Paragraphen 12, Absatz eins, 15, Absatz eins, 16, Absatz eins, JGG:
Ein Schuldspruch ohne Strafe gemäß § 12 Abs 1 JGG erfolgt endgültig, also ohne Festsetzung einer Probezeit, sodass in einem solchen Fall weder ein nachträglicher Strafausspruch gemäß §§ 15 Abs 1, 16 Abs 1 JGG noch ein Absehen davon (§ 15 Abs 2 JGG) möglich und somit auch keine Strafbemessung gemäß § 494a Abs 1 Z 3 StPO vorgesehen ist (13 Os 119/02). Die Gesetzesverletzung wirkte sich zum Nachteil des Mario S***** aus, weshalb ihre Feststellung gemäß § 292 letzter Satz StPO mit konkreter Wirkung zu verknüpfen und demgemäß das Urteil im Mario S***** betreffenden Ausspruch über die nachträgliche Straffestsetzung sowie im Strafausspruch aufzuheben und die Sache zur Strafneubemessung an das Landesgericht Innsbruck zu verweisen sowie der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Straffestsetzung im Verfahren 23 Hv 135/03i des Landesgerichtes Innsbruck (S 237, 245) zurückzuweisen war.Ein Schuldspruch ohne Strafe gemäß Paragraph 12, Absatz eins, JGG erfolgt endgültig, also ohne Festsetzung einer Probezeit, sodass in einem solchen Fall weder ein nachträglicher Strafausspruch gemäß Paragraphen 15, Absatz eins, 16, Absatz eins, JGG noch ein Absehen davon (Paragraph 15, Absatz 2, JGG) möglich und somit auch keine Strafbemessung gemäß Paragraph 494 a, Absatz eins, Ziffer 3, StPO vorgesehen ist (13 Os 119/02). Die Gesetzesverletzung wirkte sich zum Nachteil des Mario S***** aus, weshalb ihre Feststellung gemäß Paragraph 292, letzter Satz StPO mit konkreter Wirkung zu verknüpfen und demgemäß das Urteil im Mario S***** betreffenden Ausspruch über die nachträgliche Straffestsetzung sowie im Strafausspruch aufzuheben und die Sache zur Strafneubemessung an das Landesgericht Innsbruck zu verweisen sowie der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Straffestsetzung im Verfahren 23 Hv 135/03i des Landesgerichtes Innsbruck (S 237, 245) zurückzuweisen war.
Zu II: Soweit im bezeichneten Urteil vom 19. Dezember 2003 hinsichtlich Andreas R***** gemäß §§ 31, 40 StGB auf Verurteilungen Bedacht genommen wurde, die dessen Bruder betreffen, wurde das Gesetz in § 31 StGB verletzt. Der zugleich gefasste Beschluss auf Absehen vom Widerruf der in den jeweils Martin R***** betreffenden Verfahren AZ 36 Hv 139/03y und AZ 23 Hv 132/03y je des Landesgerichtes Innsbruck gewährten bedingten Strafnachsichten verletzt wiederum das Gesetz in § 53 StGB und in § 494a StPO.Zu II: Soweit im bezeichneten Urteil vom 19. Dezember 2003 hinsichtlich Andreas R***** gemäß Paragraphen 31, 40, StGB auf Verurteilungen Bedacht genommen wurde, die dessen Bruder betreffen, wurde das Gesetz in Paragraph 31, StGB verletzt. Der zugleich gefasste Beschluss auf Absehen vom Widerruf der in den jeweils Martin R***** betreffenden Verfahren AZ 36 Hv 139/03y und AZ 23 Hv 132/03y je des Landesgerichtes Innsbruck gewährten bedingten Strafnachsichten verletzt wiederum das Gesetz in Paragraph 53, StGB und in Paragraph 494 a, StPO.
Auch dieser Beschluss war gemäß § 292 letzter Satz StPO aufzuheben und der Widerrufsantrag der Staatsanwaltschaft zurückzuweisen, weil bei Fortbestehen des Beschlusses zum Nachteil des Andreas R***** Rückschlüsse auf tatsächlich nicht erfolgte Vorverurteilungen möglich wären.Auch dieser Beschluss war gemäß Paragraph 292, letzter Satz StPO aufzuheben und der Widerrufsantrag der Staatsanwaltschaft zurückzuweisen, weil bei Fortbestehen des Beschlusses zum Nachteil des Andreas R***** Rückschlüsse auf tatsächlich nicht erfolgte Vorverurteilungen möglich wären.