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Entscheidung 12 Ns 31/17f×

Entscheidung 12 Ns 31/17f

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Ns31/17f

Entscheidungsdatum

21.04.2017

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 21. April 2017 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé und die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Michel-Kwapinski in der Strafsache gegen Helmut E***** wegen des Verbrechens des schweren Betrugs nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3, StGB und weiterer strafbarer Handlungen, AZ 122 Hv 31/07h des Landesgerichts für Strafsachen Wien, über die Anzeigen der Ausgeschlossenheit des Hofrats des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer und der Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann gemäß Paragraph 60, Absatz eins, zweiter Satz OGH-Geo. 2005 den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer und Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann sind von der Entscheidung über die Beschwerden der Subsidiaranklägerin B***** AG gegen die Beschlüsse des Landesgerichts für Strafsachen Wien vom 21. November 2016, GZ 122 Hv 31/07h-3693, und vom 24. Februar 2016, GZ 122 Hv 31/07h-3613, ausgeschlossen.

An ihre Stelle treten Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé und Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Bachner-Foregger.

Gründe:

Rechtliche Beurteilung

Mit Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 21. Dezember 2015, GZ 122 Hv 31/07h-3563, wurde Helmut E***** im zweiten Rechtsgang gemäß Paragraph 259, Ziffer 3, StPO von rechtlich als Betrug (Paragraphen 146, 147, Absatz 3, StGB), als Untreue (Paragraph 153, Absatz eins und 2 zweiter Fall StGB) und nach Paragraph 255, Absatz eins, Ziffer eins, AktG (jeweils aF) beurteilten Vorwürfen, welche die Privatbeteiligte mit Subsidiaranklage aufrecht erhalten hatte, freigesprochen.

Im Senat 14 des Obersten Gerichtshofs, dessen Mitglieder Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer und Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann sind, steht nunmehr zu AZ 14 Os 27/16a, 14 Os 124/16s die Entscheidung über die im Spruch bezeichneten Rechtsmittel an.

Nach Paragraph 43, Absatz eins, Ziffer eins, StPO ist ein Richter im gesamten Verfahren ausgeschlossen, wenn er selbst im Verfahren bereits als Staatsanwalt eingeschritten war. Diese Bestimmung ist angesichts der von Dr. Nordmeyer zurückliegend im Bundesministerium für Justiz de facto übernommenen staatsanwaltlichen Tätigkeit insoweit analog heranzuziehen vergleiche 12 Ns 24/16z; Lässig, WK-StPO Vor Paragraphen 43 –, 47, Rz 5).

Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann war – vor ihrer Ernennung zum Obersten Gerichtshof – als Richterin des Landesgerichts für Strafsachen Wien als beisitzende Richterin Mitglied des Schöffengerichts anlässlich der verurteilenden, in weiterer Folge mit Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 23. Dezember 2010, AZ 14 Os 143/09z, teilweise aufgehobenen Entscheidung vom 4. Juli 2008, GZ 122 Hv 31/07h-1933. Gemäß Paragraph 43, Absatz 3, StPO ist ein Richter eines Rechtsmittelgerichts unter anderem ausgeschlossen, wenn er selbst im Verfahren als Richter der ersten Instanz tätig gewesen ist vergleiche Lässig, WK-StPO Paragraph 43, Rz 28).

Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer und Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann sind somit von der Entscheidung über die im Spruch genannten Rechtsmittel ausgeschlossen.

An ihre Stelle treten aufgrund der laufenden Vertretungsregelung der Geschäftsverteilung des Obersten Gerichtshofs Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé und Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Bachner-Foregger (Paragraph 45, Absatz 2, StPO).

Textnummer

E118166

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2017:0120NS00031.17F.0421.000

Im RIS seit

04.06.2017

Zuletzt aktualisiert am

04.06.2017

Dokumentnummer

JJT_20170421_OGH0002_0120NS00031_17F0000_000