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Entscheidung 4 Ob 157/90×

Entscheidung 4 Ob 157/90

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

4Ob157/90

Entscheidungsdatum

20.11.1990

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Prof.Dr.Friedl als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Gamerith, Dr.Kodek, Dr.Niederreiter und Dr.Redl als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei K***-V*** Gesellschaft mbH & Co KG, Wien 19,Muthgasse 2, vertreten durch Dr.Ewald Weiß, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei D*** G*** W*** Zeitschriftengesellschaft mbH, Wien 16,Odoakergasse 34-36, vertreten durch Dr.Michael Graff, Rechtsanwalt in Wien, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Streitwert im Provisorialverfahren S 480.000; Revisionsrekursinteresse S 240.000), infolge Revisionsrekurses der beklagten Partei gegen den Beschluß des Oberlandesgerichtes Wien als Rekursgerichtes vom 8.August 1990, GZ 2 R 100/90-9, womit der Beschluß des Handelsgerichtes Wien vom 18. April 1990, GZ 37 Cg 248/90-5, teilweise abgeändert wurde, folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Der Revisionsrekurs wird zurückgewiesen.

Die beklagte Partei hat die Kosten ihres Rechtsmittels selbst zu tragen; die klagende Partei hat die Kosten der Revisionsrekursbeantwortung vorläufig selbst zu tragen.

Text

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Die Vorauzssetzungen für die Zulässigkeit des Revisionsrekurses nach Paragraphen 78, 402, Absatz 2, EO, Paragraph 528, Absatz eins, ZPO liegen entgegen dem - für den Obersten Gerichtshof nicht bindenden (Paragraph 526, Absatz 2,, letzter Satz, ZPO) - Ausspruch des Rekursgerichtes gemäß Paragraphen 78, 402, Absatz 2, EO, Paragraph 500, Absatz 2, Ziffer 3,, Paragraph 526, Absatz 3, ZPO nicht vor:

Daß das Rekursgericht den von der Beklagten erhobenen Einwand des mangelnden Rechtsschutzinteresses im Einklang mit der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes (ÖBl 1990, 119;

NRsp 1990/204 = Eco 1990, 627; 4 Ob 129/90 ua) behandelt hat, ist der Beklagten selbst bewußt. Auch die Beurteilung der beanstandeten Ankündigung eines "Sonderdienstes für unsere Leser" als Verstoß gegen Paragraph 2, UWG steht im Einklang mit den Grundsätzen der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes, insbesondere mit dem Leitsatz, daß der Werbende bei Mehrdeutigkeit seiner Ankündigung immer die für ihn ungünstigste Auslegung gegen sich gelten lassen muß (ÖBl 1986, 68 und 159; ÖBl 1990, 176 uva). Ob im vorliegenden Fall bei einem nicht unerheblichen Teil des angesprochenen Publikums der vom Rekursgericht angenommene unrichtige Eindruck entstehen konnte, ist jedoch keine Frage, deren Lösung eine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung haben könnte; darin liegt demnach keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des Paragraph 528, Absatz eins, ZPO (JBl 1986, 192; vergleiche ÖBl 1984, 79, ÖBl 1985, 163 ua).

Aus diesen Erwägungen war der Revisionsrekurs zurückzuweisen (Paragraphen 78, 402, Absatz 2, EO, Paragraph 510, Absatz 3,, letzter Satz, Paragraph 528, a ZPO). Der Ausspruch über die Kosten deciRevisionsrekurses gründet sich auf Paragraphen 78, 402, Absatz 2, EO, Paragraphen 40, 50, 52, ZPO, jener über die Kosten der Revisionsrekursbeantwortung auf Paragraph 393, Absatz eins, EO. Die Rechtsmittelbeantwortung der Klägerin diente der zweckentsprechenden Rechtsverfolgung, weil darin auf die Unzulässigkeit eines Revisionsrekurses hingewiesen worden war.

Anmerkung

E22385

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:0040OB00157.9.1120.000

Dokumentnummer

JJT_19901120_OGH0002_0040OB00157_9000000_000

Rechtssätze aus dieser Entscheidung