Begründung:
Der ledige Landwirt August R*****, geboren 1912, ist am 28.Mai 1991 ohne Hinterlassung einer letztwilligen Verfügung kinderlos verstorben. Er war unter anderem Eigentümer der Liegenschaft EZ 46 Grundbuch *****, welche ein Ausmaß von rund 29 ha hat und einen Erbhof im Sinne des § 2 Abs 1 KrntEHG darstellt. Als Erben des Nachlasses haben auf Grund des Gesetzes der Bruder Alois R***** zu 15/36 Anteilen, die Halbschwester Theresia T***** zu 6/36 Anteilen und die drei Kinder der vorverstorbenen Schwester Maria S*****, nämlich Benno S*****, Simon S***** und Johanna W***** zu je 5/36 Anteilen die unbedingte Erbserklärung abgegeben. Alois R***** und Theresia T***** beanspruchen die Anerbenstellung für den Erbhof.Der ledige Landwirt August R*****, geboren 1912, ist am 28.Mai 1991 ohne Hinterlassung einer letztwilligen Verfügung kinderlos verstorben. Er war unter anderem Eigentümer der Liegenschaft EZ 46 Grundbuch *****, welche ein Ausmaß von rund 29 ha hat und einen Erbhof im Sinne des Paragraph 2, Absatz eins, KrntEHG darstellt. Als Erben des Nachlasses haben auf Grund des Gesetzes der Bruder Alois R***** zu 15/36 Anteilen, die Halbschwester Theresia T***** zu 6/36 Anteilen und die drei Kinder der vorverstorbenen Schwester Maria S*****, nämlich Benno S*****, Simon S***** und Johanna W***** zu je 5/36 Anteilen die unbedingte Erbserklärung abgegeben. Alois R***** und Theresia T***** beanspruchen die Anerbenstellung für den Erbhof.
Die Erbhofliegenschaft stand ursprünglich im Eigentum des Vaters des Erblassers, Franz R*****. Nach seinem Tode ging die Liegenschaft auf Grund der Einantwortung vom 15.Dezember 1918 in das Alleineigentum seiner Witwe Anna R***** mit der Verpflichtung über, die Liegenschaft zu Lebzeiten oder von Todes wegen einem der vier gemeinsamen Kinder Johann R*****, August R*****, Maria S***** oder Alois R*****, geboren am 10.Juni 1917, zu übergeben. In der Folge heiratete Anna R***** den Landwirt Anton H*****. Aus der zweiten Ehe stammt die Tochter Theresia T*****, geboren am 17.September 1920. Die im Eigentum des Anton H***** stehenden Liegenschaften EZ 50 und EZ 80 ***** und die der Anna H*****, verwitwete R***** eingeantwortete Liegenschaft EZ 46***** wurden gemeinsam von der Hofstelle *****Nr.48 aus bewirtschaftet.
Sowohl der Sohn aus erster Ehe Alois R***** als auch die aus der
zweite Ehe stammende Theresia H***** (später verehelichte T*****)
wuchsen auf der Hofstelle des Erbhofes auf und arbeiteten nach
besuchter Volksschule im elterlichen Betrieb mit. Als Hofübernehmer
der EZ 46 ***** war der im Jahre 1912 geborene August R***** - der
nunmehrige Erblasser - vorgesehen. 1938 bis 1939 war Alois R***** 9
Monate lang als Roßknecht bei einem benachbarten Landwirt tätig.
Danach wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg half er seiner Mutter - diese war seit dem Jahre 1943 wieder Witwe - bei der Bewirtschaftung des Erbhofes, bis sein Bruder August R***** aus dem Krieg heimkehrte. Im Jahre 1946 trat Alois R***** in den Justizdienst ein. Dort war er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1980 tätig.
Theresia H*****, später verehelichte T*****, arbeitete zunächst bis
zum Jahre 1943 auf den elterlichen Liegenschaften EZ 50 und EZ 80
sowie EZ 46 *****. Nach dem Tode ihres Vaters Anton H***** wurde
sie auf Grund der Einantwortungsurkunde vom 11.März 1944 Eigentümerin
von dessen Liegenschaften EZ 50 und EZ 80 *****. Alle drei
Liegenschaften wurden bis 1947 von der Mutter Anna H***** und ihrer
Tochter von der Hofstelle ***** aus bewirtschaftet. Danach führte
Anna H***** ihren landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam mit ihrem
Sohn August R*****, dem sie die Liegenschaft EZ 46 ***** mit
Übergabsvertrag vom 6.Juli 1970 in das Eigentum übertrug. Im Jahr
1947 heiratete Theresia H***** den Landwirt Georg T***** und zog
zu diesem nach Unterleidenberg, von wo aus sie einige Jahre hindurch
die ihr im Erbweg zugekommenen Liegenschaften EZ 50 und EZ 80 *****
versorgte. Ab dem Jahre 1954 nutzte sie diese Liegenschaften nur
mehr als Viehweide und forstwirtschaftlich. Bis zu ihrer
Pensionierung im Jahre 1985 arbeitete sie als Bäuerin. Die
Liegenschaften EZ 50 und EZ 80 ***** hat sie an ihre Tochter Rosalia
O***** verpachtet.
Theresia T***** ist rüstig und ohne körperliche Gebrechen. Sie beabsichtigt, für den Fall ihrer Bestimmung als Anerbin den Erbhof EZ 46 ***** mit Unterstützung ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes, die beide Landwirte sind, zu bewirtschaften.
Alois R***** hat Kriegsverletzungen im Bereich des Ellbogens und der Kniekehle erlitten, ist aber, wie seine Halbschwester, noch rüstig. Er beabsichtigt, sollte er zum Anerben bestellt werden, den Erbhof mit Hilfe seines 41-jährigen Sohnes, der gegenwärtig als Koch arbeitet, zu bewirtschaften.
Sowohl Alois R***** als auch Theresia T***** sind auf Grund ihres Alters und ihres Gesundheitszustandes nicht mehr zur persönlichen Bewirtschaftung des Erbhofes in der Lage.
Theresia T***** hat hinsichtlich ihres Halbbruders Alois R***** einen Ausschließungsgrund nach § 8 Abs 1 Z 1 KrntEHG geltend gemacht.Theresia T***** hat hinsichtlich ihres Halbbruders Alois R***** einen Ausschließungsgrund nach Paragraph 8, Absatz eins, Ziffer eins, KrntEHG geltend gemacht.
Das Erstgericht bestimmte Theresia T***** als Anerbin des Erbhofes EZ
46 Grundbuch *****. Es führte aus, der Anerbe sei nach der Bestimmung
des § 6 Abs 1 Z 4 KrntEHG zu bestimmen. Sowohl Theresia T***** als
auch Alois R***** seien nicht unversorgt, beide seien auf dem Hof
aufgewachsen. Da das KrntEHG die Erhaltung wirtschaftlich
leistungsfähiger bäuerlicher Betriebe bezwecke, sei bei der
Bestimmung des Anerben auf dessen Eignung für die Landwirtschaft zu
achten. Theresia T***** habe bis zu ihrer Pensionierung im Jahre
1985 als Bäuerin gearbeitet und durch ihre langjährige Tätigkeit
große Berufserfahrung erlangen können, während Alois R***** seit
1946 nicht mehr in der Land- und Forstwirtschaft tätig gewesen sei, weshalb er als Anerbe weniger geeignet erscheine.
Das Rekursgericht gab dem Rekurs des Alois R***** Folge, hob den
Beschluß des Erstgerichtes auf und trug diesem die neuerliche Entscheidung nach Verfahrensergänzung auf.
Da sich mehrere nach dem verstorbenen Alleineigentümer des Erbhofes
eintretende Miterben nicht darüber einigen könnten, wer von ihnen
Anerbe werden sollte, sei dieser nach den Vorschriften des § 6 Abs 1
und 2 KrntEHG zu bestimmen. Das Erstgericht habe zu Unrecht § 6 Abs
1 Z 4 angewendet. Im vorliegenden Fall komme vielmehr § 6 Abs 1 Z 3
zum Tragen, daß nämlich dann, wenn der Erblasser, wie im
vorliegenden Fall, weder Nachkommen noch einen Ehegatten hinterlassen
habe und der Erbhof von der Seite eines Elternteiles stamme, den
Miterben von dieser Seite das Vorrecht gebühre. Diese Bestimmung
solle verhindern, daß bei Nichtvorhandensein von Abkömmlingen und
einem Ehegatten der Erbhof an eine Linie falle, von der er nicht
stamme. Der ursprünglich im Alleieigentum des Vaters des Erblassers
gestandene Erbhof sei nach dessen Tod seiner Ehefrau nur mit der
Auflage eingeantwortet worden, diesen zu Lebzeiten oder von Todes
wegen einem der vier Kinder aus dieser Ehe ins Alleineigentum zu
übertragen, was 1970 durch den Übergabsvertrag zugunsten des
Erblassers auch geschehen sei. Der Hof stamme damit ursprünglich von
der Vaterseite des Erblassers, sodaß nach der Regelung des § 6 Abs
1 Z 3 KrntEHG dem Miterben Alois R***** vor seiner Halbschwester aus
der zweiten Ehe der gemeinsamen Mutter das Vorrecht zukomme.
Zum gleichen Ergebnis gelange man bei Anwendung des § 6 Abs 2 Z 2,
wenn § 6 Abs 1 Z 4 wegen gleicher Voraussetzungen der beiden
Prätendenten zu keinem Ergebnis führen könne. Beide seien auf dem
Erbhof aufgewachsen, beide nicht unversorgt und beide in gleicher
Weise ohne besondere schulische Ausbildung zur Landwirtschaft erzogen
worden. Die Fähigkeit als Landwirt gebe nur im Zusammenhang mit §
6 Abs 2 Z 2 den Ausschlag und auch dies nur bei gleichem Alter der
Miterben, wobei überdies noch die Wünsche des Erblassers nach
Tunlichkeit zu berücksichtigen seien. Hier müßte das höhere Alter
des Alois R***** den Ausschlag geben.
Eine Abänderung des erstgerichtlichen Beschlusses sei noch nicht möglich, weil das Erstgericht zum geltend gemachten Ausschließungsgrund nach § 8 Abs 1 Z 1 KrntEHG keine ausreichenden Feststellungen getroffen habe.Eine Abänderung des erstgerichtlichen Beschlusses sei noch nicht möglich, weil das Erstgericht zum geltend gemachten Ausschließungsgrund nach Paragraph 8, Absatz eins, Ziffer eins, KrntEHG keine ausreichenden Feststellungen getroffen habe.
Das Rekursgericht sprach aus, daß der Wert des Entscheidunggegenstandes S 50.000,- übersteige und der ordentliche Revisionsrekurs an den Obersten Gerichtshof zulässig sei, weil eine Rechtsprechung zu den hier anzuwendenden Bestimmungen des § 6 KrntEHG fehle und der Lösung dieser Rechtsfragen über den Einzelfall hinaus Bedeutung zukomme.Das Rekursgericht sprach aus, daß der Wert des Entscheidunggegenstandes S 50.000,- übersteige und der ordentliche Revisionsrekurs an den Obersten Gerichtshof zulässig sei, weil eine Rechtsprechung zu den hier anzuwendenden Bestimmungen des Paragraph 6, KrntEHG fehle und der Lösung dieser Rechtsfragen über den Einzelfall hinaus Bedeutung zukomme.