Gründe:
Auf Grund eines vom Landesgericht für Strafsachen Wien am 23. Juli 1981 erlassenen Haftbefehls (ON 32), wurde der am 1. November 1942 geborene Ing.Hans Peter S*** am 24.Juli 1981 um 14,30 Uhr festgenommen (ON 41) und mit Beschluß des genannten Gerichtshofs vom 29.Juli 1981, GZ 23 d Vr 1872/81 50, aus den Gründen der Z 2 und 3 des § 180 Abs. 2 StPO über ihn die Untersuchungshaft verhängt. Nachdem die Ratskammer des Landesgerichtes für Strafsachen Wien am 7.August 1981, ON 67, die Enthaftung des Angeklagten verfügt hatte, gab das Oberlandesgericht Wien mit Entscheidung vom 27.August 1981 der von der Staatsanwaltschaft dagegen erhobenen Beschwerde Folge und erkannte es dahin, daß die Untersuchungshaft aus den Hauptgründen der Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr fortzusetzen sei (26 Bs 337/81; ON 77 des Vr-Aktes). Am 23.September 1981 sprach der genannte Gerichtshof zweiter Instanz unter 24 Ns 746/81 schließlich aus, daß die über Ing.S*** verhängte Untersuchungshaft, soweit sie sich auf den Hauptgrund der Verdunkelungsgefahr stütze, bis zu drei Monaten dauern dürfe (ON 82). Am 2.Oktober 1981, 13,00 Uhr, wurde Ing.S*** auf freien Fuß gesetzt (ON 88) und mit rechtskräftigem Urteil des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom 9. September 1986 (ON 113) von der wegen Betruges gegen ihn erhobenen Anklage (ON 100) gemäß § 259 Z 3 StPO freigesprochen. Mit Anträgen vom 14.Oktober 1986 und vom 28.November 1986 (ON 121 und 125) begehrte Ing.S*** die beschlußmäßige Feststellung, d! die im § 2 Abs. 1 lit. b (der Sache nach auch: lit. a) StEG bezeichneten Anspruchsvoraussetzungen zur Geltendmachung einer Entschädigung nach dem strafrechtlichen Entschädigungsgesetz gegeben seien und keiner der im § 3 StEG bezeichneten Ausschlußgründe vorliege.Auf Grund eines vom Landesgericht für Strafsachen Wien am 23. Juli 1981 erlassenen Haftbefehls (ON 32), wurde der am 1. November 1942 geborene Ing.Hans Peter S*** am 24.Juli 1981 um 14,30 Uhr festgenommen (ON 41) und mit Beschluß des genannten Gerichtshofs vom 29.Juli 1981, GZ 23 d römisch fünf r 1872/81 50, aus den Gründen der Ziffer 2 und 3 des Paragraph 180, Absatz 2, StPO über ihn die Untersuchungshaft verhängt. Nachdem die Ratskammer des Landesgerichtes für Strafsachen Wien am 7.August 1981, ON 67, die Enthaftung des Angeklagten verfügt hatte, gab das Oberlandesgericht Wien mit Entscheidung vom 27.August 1981 der von der Staatsanwaltschaft dagegen erhobenen Beschwerde Folge und erkannte es dahin, daß die Untersuchungshaft aus den Hauptgründen der Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr fortzusetzen sei (26 Bs 337/81; ON 77 des Vr-Aktes). Am 23.September 1981 sprach der genannte Gerichtshof zweiter Instanz unter 24 Ns 746/81 schließlich aus, daß die über Ing.S*** verhängte Untersuchungshaft, soweit sie sich auf den Hauptgrund der Verdunkelungsgefahr stütze, bis zu drei Monaten dauern dürfe (ON 82). Am 2.Oktober 1981, 13,00 Uhr, wurde Ing.S*** auf freien Fuß gesetzt (ON 88) und mit rechtskräftigem Urteil des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom 9. September 1986 (ON 113) von der wegen Betruges gegen ihn erhobenen Anklage (ON 100) gemäß Paragraph 259, Ziffer 3, StPO freigesprochen. Mit Anträgen vom 14.Oktober 1986 und vom 28.November 1986 (ON 121 und 125) begehrte Ing.S*** die beschlußmäßige Feststellung, d! die im Paragraph 2, Absatz eins, Litera b, (der Sache nach auch: Litera a,) StEG bezeichneten Anspruchsvoraussetzungen zur Geltendmachung einer Entschädigung nach dem strafrechtlichen Entschädigungsgesetz gegeben seien und keiner der im Paragraph 3, StEG bezeichneten Ausschlußgründe vorliege.
Da vorliegend das Oberlandesgericht Wien (siehe oben) die über Ing.S*** bestehende Haft verlängerte, ist der Oberste Gerichtshof zur Entscheidung der Frage, ob die im § 2 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 bezeichneten Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind, sachlich zuständig (§ 6 Abs. 1 Strafrechtl. EntschG; siehe auch 11 Os 112/86 = ÖJZ-LSK 1987/26).Da vorliegend das Oberlandesgericht Wien (siehe oben) die über Ing.S*** bestehende Haft verlängerte, ist der Oberste Gerichtshof zur Entscheidung der Frage, ob die im Paragraph 2, Absatz eins, Litera a und Absatz 3, bezeichneten Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind, sachlich zuständig (Paragraph 6, Absatz eins, Strafrechtl. EntschG; siehe auch 11 Os 112/86 = ÖJZ-LSK 1987/26).
Dem Antrag des Ing.S*** zuwider kann aber im gegebenen Fall nicht konstatiert werden, daß seine gerichtliche Anhaltung gesetzwidrig angeordnet oder verlängert worden ist. In Ansehung des für jede strafgerichtliche Anhaltung unumgänglichen dringenden Tatverdachtes genügt es darauf zu verweisen (vgl. Mayerhofer-Rieder StPO 2 , § 180 Nr. 8 b), daß die Annahme, Ing.S*** habe im Jänner 1976 als Bauleiter des Projektes I*** B*** den Geschäftsführer der Firma P*** & Söhne, Heinrich P***, durch die Drohung erpreßt, er werde eine andere Firma mit der Fassadenverkleidung des Neubaues des I*** B*** beauftragen, wenn er nicht an ihn (Ing.S***) einen Betrag von 115.000,-- S bezahle (siehe den Pkt. 1 des Haftbefehles vom 23. Juli 1981 und den Einleitungssatz der Begründung des Beschlusses des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom 29.7.1981, ON 50), in den Bekundungen des Heinrich P*** vor der Polizei am 26.Mai 1981 (Band II S 475) volle Deckung fand. Im Zuge seiner gerichtlichen Einvernahme am 7.August 1981 (vgl. Band IV S 433 ff.) schwächte der Zeuge P*** zwar seine (ursprünglich) in Richtung Erpressung zielenden Angaben etwas ab, erweckte aber andererseits durch seine Erklärung, Ing.S*** habe von ihm (ohne Drohung) 115.000,-- S unter dem Titel "Planungskosten" gefordert, den (nach der damals gegebenen Beweissituation begründeten) Verdacht, Ing.S*** habe dadurch und weil er den genannten Geldbetrag nicht seiner Firma (D*** & W*** GesmbH) abführte, den Tatbestand der Untreue nach § 153 Abs. 1 und Abs. 2 StGB erfüllt. Daß die Anklagebehörde in der Folge (und nachdem sich die als Zeugen im Rechtshilfeweg befragten Mitarbeiter der Firma D*** & W*** zu denDem Antrag des Ing.S*** zuwider kann aber im gegebenen Fall nicht konstatiert werden, daß seine gerichtliche Anhaltung gesetzwidrig angeordnet oder verlängert worden ist. In Ansehung des für jede strafgerichtliche Anhaltung unumgänglichen dringenden Tatverdachtes genügt es darauf zu verweisen vergleiche Mayerhofer-Rieder StPO 2 , Paragraph 180, Nr. 8 b), daß die Annahme, Ing.S*** habe im Jänner 1976 als Bauleiter des Projektes I*** B*** den Geschäftsführer der Firma P*** & Söhne, Heinrich P***, durch die Drohung erpreßt, er werde eine andere Firma mit der Fassadenverkleidung des Neubaues des I*** B*** beauftragen, wenn er nicht an ihn (Ing.S***) einen Betrag von 115.000,-- S bezahle (siehe den Pkt. 1 des Haftbefehles vom 23. Juli 1981 und den Einleitungssatz der Begründung des Beschlusses des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom 29.7.1981, ON 50), in den Bekundungen des Heinrich P*** vor der Polizei am 26.Mai 1981 (Band römisch zwei S 475) volle Deckung fand. Im Zuge seiner gerichtlichen Einvernahme am 7.August 1981 vergleiche Band römisch vier S 433 ff.) schwächte der Zeuge P*** zwar seine (ursprünglich) in Richtung Erpressung zielenden Angaben etwas ab, erweckte aber andererseits durch seine Erklärung, Ing.S*** habe von ihm (ohne Drohung) 115.000,-- S unter dem Titel "Planungskosten" gefordert, den (nach der damals gegebenen Beweissituation begründeten) Verdacht, Ing.S*** habe dadurch und weil er den genannten Geldbetrag nicht seiner Firma (D*** & W*** GesmbH) abführte, den Tatbestand der Untreue nach Paragraph 153, Absatz eins und Absatz 2, StGB erfüllt. Daß die Anklagebehörde in der Folge (und nachdem sich die als Zeugen im Rechtshilfeweg befragten Mitarbeiter der Firma D*** & W*** zu den
wesentlichen Punkten der Aussage entschlagen hatten; vgl. ON 89 ff.) auch den Verdacht der Untreue fallen ließ und in Ansehung des fraglichen Faktums Betrugsanklage erhob, von welcher dann ein Freispruch erfolgte, ist - entgegen der im Antrag vertretenen Ansicht - nicht entscheidend; denn es kommt allein darauf an, daß während der Haft gegen Ing.S*** ein dringender Tatverdacht bestand.wesentlichen Punkten der Aussage entschlagen hatten; vergleiche ON 89 ff.) auch den Verdacht der Untreue fallen ließ und in Ansehung des fraglichen Faktums Betrugsanklage erhob, von welcher dann ein Freispruch erfolgte, ist - entgegen der im Antrag vertretenen Ansicht - nicht entscheidend; denn es kommt allein darauf an, daß während der Haft gegen Ing.S*** ein dringender Tatverdacht bestand.