Rechtssatz RS0016828
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtsgebiet
Zivilrecht, Strafrecht
Rechtssatznummer
RS0016828
Entscheidungsdatum
23.01.2014
Rechtssatz
Der Vertrag über die geschlechtliche Hingabe gegen Entgelt (hier geschlossen mit einer Prostituierten) ist unabhängig von der Rückforderung sittenwidrig. Dasselbe gilt für Verträge, die eine Teilnahme an Profit kommerzieller Ausbeutung der Sexualität bezwecken (hier: Benützung einer Sauna um die geschlechtliche Hingabe einer Prostituierten zu ermöglichen).
Entscheidungstexte
- 3 Ob 516/89
Entscheidungstext OGH 28.06.1989 3 Ob 516/89
Veröff: SZ 62/123 = EvBl 1990/13 S 82 = JBl 1989,784
- 2 Ob 23/03a
Entscheidungstext OGH 12.06.2003 2 Ob 23/03a
Vgl aber; Beisatz: Telefon-Sex-Verträge sind nicht sittenwidrig. (T1)
- 3 Ob 45/12g
Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 45/12g
Ausdrücklich gegenteilig; Beisatz: Hier: Sittenwidrigkeit von Vereinbarungen über sexuelle Handlungen verneint. (T2)
Veröff: SZ 2012/45
- 6 Ob 124/12x
Entscheidungstext OGH 13.09.2012 6 Ob 124/12x
Ausdrücklich gegenteilig; Beis ähnlich wie T2
- 12 Os 90/13x
Entscheidungstext OGH 23.01.2014 12 Os 90/13x
Gegenteilig; Beisatz: Die Vereinbarung zwischen einer Prostituierten und ihrem Kunden ist nicht generell sittenwidrig iSd § 879 Abs 1 ABGB. (T3)
Bem: Zur gegenteiligen Judikatur siehe RS0127783. (T4)
Beisatz: Der Vorwurf von Prostitution (Sexarbeit) ist geeignet, die diese verrichtende Person in der öffentlichen Meinung herabzusetzen und demnach ehrenrührig und somit taugliches Drohmittel iSd § 74 Abs 1 Z 5 StGB. (T5)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0016828
Zuletzt aktualisiert am
21.05.2014
Dokumentnummer
JJR_19890628_OGH0002_0030OB00516_8900000_001