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Rechtssatz RS0022775

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0022775

Geschäftszahl

1Ob600/86; 1Ob228/02i

Entscheidungsdatum

25.10.2002

Rechtssatz

Das Verfahrensrecht kann nicht als Institution verstanden werden, schlauen und bedenkenlosen Rechtsgenossen die Möglichkeit zu verschaffen, die materiellen Rechte ihrer Partner zu durchkreuzen oder ohne sachliche Rechtfertigung eigene materielle Vorteile zu erzielen. Wer Verfahrenshandlungen nur setzt, um auf die Gegenseite Druck auszuüben, mißbraucht das Verfahren und die Behörden in sittenwidriger Weise, was Schadenersatzpflichten zur Folge hat.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 600/86
    Entscheidungstext OGH 01.10.1986 1 Ob 600/86
    Veröff: JBl 1987,102 = SZ 59/159 = EvBl 1987/50 S 211
  • 1 Ob 228/02i
    Entscheidungstext OGH 25.10.2002 1 Ob 228/02i
    Auch; Beisatz: Die Inanspruchnahme verfahrensrechtlicher Möglichkeiten bildet nicht schlechthin einen Rechtfertigungsgrund. Das Verhalten desjenigen, der sich in einen Prozess eingelassen hat, obwohl er bei nötiger Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass der Prozess aussichtslos ist, verpflichtet zum Schadenersatz. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0022775

Dokumentnummer

JJR_19861001_OGH0002_0010OB00600_8600000_004