Rechtssatz RS0030289
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0030289
Entscheidungsdatum
27.06.2022
Rechtssatz
Der Zweck der für Zeitmietverträge im Sinne des MRG vorgeschriebenen Schriftform liegt zum einen in einer Warnfunktion und Aufklärungsfunktion für den Mieter, aber zum andern auch in der Erleichterung und Sicherung des Beweises für die Befristung (Böhm, JBl 1987,660). Beide Zwecke werden bei einer Zulassung nicht schriftlicher Verlängerungen weitgehend verfehlt.
Entscheidungstexte
- 3 Ob 570/91
Entscheidungstext OGH 27.11.1991 3 Ob 570/91
- 8 Ob 1583/92
Entscheidungstext OGH 29.05.1992 8 Ob 1583/92
- 5 Ob 1564/92
Entscheidungstext OGH 14.07.1992 5 Ob 1564/92
Vgl auch; Beisatz: Die Entscheidung 6 Ob 541/85 (JBl 1987,659 = RdW 1987,258) ist vereinzelt geblieben. (T1)
- 1 Ob 569/94
Entscheidungstext OGH 14.07.1994 1 Ob 569/94
Auch; Beisatz: Es soll dem Mieter noch vor der vertraglichen Bindung eindringlich vor Augen geführt werden, dass er sich damit auf einen Zeitmietvertrag mit den für den Mieter zweifellos verbundenen Nachteilen einlässt. Für den Vermieter beschränkt sich dessen Zweck dagegen nur im Ergebnis auf die Beweiserleichterung. (T2)
Veröff: SZ 67/130 = ImmZ 1994,448
- 5 Ob 2085/96w
Entscheidungstext OGH 14.05.1996 5 Ob 2085/96w
Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Eine Aussage, dass bei zweiseitig verbindlichen Verträgen, die dem Schriftlichkeitsgebot unterliegen, schlechthin von der Unterschrift einer Partei (sei es auch nur ihres Vertreters) abgesehen werden könne, wenn der Schutzzweck des Formgebotes vornehmlich dem anderen Vertragsteil gilt, enthält 1 Ob 569/94 nicht; sollte sie herauszulesen sein, wäre ihr nicht zu folgen. (T3)
- 5 Ob 208/10i
Entscheidungstext OGH 20.12.2010 5 Ob 208/10i
Beis wie T2; Beisatz: Auch Verlängerungsvereinbarungen unterliegen dem Schriftformgebot. (T4)
Beisatz: Die Formvorschrift des § 29 MRG darf nicht zum Selbstzweck (zur „Schikane“) degradiert werden. Ausschlaggebend ist, ob die Unterfertigungen der Parteien dem Normzweck genügen. (T5)
Bem: Hier: Unterfertigung des Mieters auf der ersten und der letzten Seite, aber Unterfertigung für den Vermieter bloß auf der ersten Seite. (T6)
- 2 Ob 196/11d
Entscheidungstext OGH 22.12.2011 2 Ob 196/11d
nur: Der Zweck der für Zeitmietverträge im Sinne des MRG vorgeschriebenen Schriftform liegt zum einen in einer Warnfunktion und Aufklärungsfunktion für den Mieter, aber zum andern auch in der Erleichterung und Sicherung des Beweises für die Befristung. (T7)
Beis wie T2
- 3 Ob 219/13x
Entscheidungstext OGH 22.01.2014 3 Ob 219/13x
Auch
- 1 Ob 237/13d
Entscheidungstext OGH 23.01.2014 1 Ob 237/13d
Auch
- 10 Ob 88/18s
Entscheidungstext OGH 15.10.2019 10 Ob 88/18s
- 6 Ob 124/20h
Entscheidungstext OGH 15.09.2020 6 Ob 124/20h
nur T7; Beis wie T2
- 5 Ob 150/21a
Entscheidungstext OGH 21.03.2022 5 Ob 150/21a
Beis wie T4; nur T7
- 2 Ob 15/22b
Entscheidungstext OGH 27.06.2022 2 Ob 15/22b
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0030289
Zuletzt aktualisiert am
09.08.2022
Dokumentnummer
JJR_19911127_OGH0002_0030OB00570_9100000_001