Rechtssatz RS0051490
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0051490
Entscheidungsdatum
24.07.2019
Rechtssatz
Der Arbeitgeber ist weder berechtigt noch verpflichtet, Untersuchungen über die innere Willensbildung des Betriebsrates anzustellen, wenn ihm nicht bekannt war oder hätte sein müssen, dass die Erklärung des Betriebsratsvorsitzenden beschlussmäßig nicht gedeckt ist.
Entscheidungstexte
- 9 ObA 26/88
Entscheidungstext OGH 10.02.1988 9 ObA 26/88
- 9 ObA 208/90
Entscheidungstext OGH 29.08.1990 9 ObA 208/90
Beisatz: § 48 ASGG (T1)
- 9 ObA 117/92
Entscheidungstext OGH 08.07.1992 9 ObA 117/92
Beisatz: Gilt auch für Wissenserklärungen (hier: § 57 ArbVG). (T2)
Veröff: SZ 65/101 = WBl 1992,400 = Arb 11042 = ZAS 1993/10 S 136 (Kirschbaum) = DRdA 1993,122 (Marhold)
- 9 ObA 300/97a
Entscheidungstext OGH 11.03.1998 9 ObA 300/97a
- 9 ObA 12/01g
Entscheidungstext OGH 24.01.2001 9 ObA 12/01g
Auch; Beisatz: Dem Arbeitgeber muss schon aus den Umständen bekannt sein, dass die innerhalb einer Minute nach der Verständigung von der Kündigungsabsicht gefaxte Erklärung des im Ausland befindlichen Vorsitzenden durch keinen entsprechenden Beschluss des Betriebsrates gedeckt sein konnte. (T2a)
Bem: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen T-Nummer "T2" auf (T2a) - Mai 2013 (T2b)
Beisatz: Weder konkludentes Verhalten der übrigen Betriebsmitglieder noch eine telefonische Umfrage oder ein Umlaufverfahren können eine kollegiale Willensbildung in Form einer ausdrücklichen Abstimmung nach einer ordnungsgemäßen Beratung ersetzen. (T3)
- 9 ObA 191/01f
Entscheidungstext OGH 05.09.2001 9 ObA 191/01f
Beis wie T3
- 9 ObA 8/04y
Entscheidungstext OGH 15.09.2004 9 ObA 8/04y
- 9 ObA 109/08g
Entscheidungstext OGH 20.08.2008 9 ObA 109/08g
- 9 ObA 108/11i
Entscheidungstext OGH 24.09.2012 9 ObA 108/11i
Beisatz: Der grundlegende Gedanke, dass der Arbeitgeber keine Untersuchungen über die innere Willensbildung des Betriebsratskollegiums anstellen soll oder muss, wenn ihm nicht bekannt ist oder bekannt sein muss, dass die Erklärung des Betriebsratsvorsitzenden beschlussmäßig nicht gedeckt ist, ist verallgemeinerungsfähig und reicht über die Fälle der Zustimmung nach § 105 ArbVG hinaus. (T4)
Beisatz: Hier: Kompetenzübertragung vom Betriebsrat auf den Zentralbetriebsrat. (T5)
Beisatz: Die Frage, ob dem Betriebsinhaber eine allenfalls unterlaufene Verletzung der Vorschriften über die Willensbildung der Betriebsratskollegien hätte bekannt sein müssen, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab. (T6)
- 8 ObA 47/12p
Entscheidungstext OGH 04.03.2013 8 ObA 47/12p
Beis wie T5
- 9 ObA 12/13z
Entscheidungstext OGH 19.03.2013 9 ObA 12/13z
Auch
- 9 ObA 38/13y
Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 ObA 38/13y
- 8 ObA 80/13t
Entscheidungstext OGH 29.11.2013 8 ObA 80/13t
- 9 ObA 56/15y
Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 ObA 56/15y
Auch
- 9 ObA 114/15b
Entscheidungstext OGH 28.10.2015 9 ObA 114/15b
Beis wie T4
- 9 ObA 35/16m
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 35/16m
Auch; Beis ähnlich wie T4
- 9 ObA 124/17a
Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 124/17a
Auch; Beis wie T4
- 9 ObA 42/18v
Entscheidungstext OGH 17.05.2018 9 ObA 42/18v
Beis wie T6
- 9 ObA 34/19v
Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 34/19v
- 8 ObA 30/19y
Entscheidungstext OGH 24.07.2019 8 ObA 30/19y
Vgl auch; Beisatz: Der Arbeitgeber ist auch weder berechtigt noch verpflichtet, Untersuchungen über die innere Willensbildung der Betriebsversammlung durchzuführen. (T7)
Veröff: SZ 2019/68
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0051490
Zuletzt aktualisiert am
27.07.2021
Dokumentnummer
JJR_19880210_OGH0002_009OBA00026_8800000_001