Rechtssatz RS0086995
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0086995
Entscheidungsdatum
27.05.2003
Rechtssatz
Kein nachträglicher Strafausspruch, wenn die Strafbemessungsvorschrift im Zeitpunkt des "Strafausspruchs" aus dem Rechtsbestand ausgeschieden ist.
Entscheidungstexte
- 11 Os 84/88
Entscheidungstext OGH 06.09.1988 11 Os 84/88
Veröff: JBl 1989,123
- 13 Os 90/91
Entscheidungstext OGH 25.09.1991 13 Os 90/91
- 13 Os 34/93
Entscheidungstext OGH 10.03.1993 13 Os 34/93
- 11 Os 95/02
Entscheidungstext OGH 27.05.2003 11 Os 95/02
Verstärkter Senat; Gegenteilig; Beisatz: Grundlage für den Strafausspruch, dessen Kontrolle und dessen Effektuierung ist der Schuldspruch. Dieser begründet den - von den gesetzlich normierten Ausnahmen (vgl § 40 letzter Satz StGB, §§12, 13 JGG) abgesehen - jedenfalls zu effektuierenden Strafanspruch des Staates, der nicht durch die Bedingung eingeschränkt ist, dass es in der Folge zu keiner Gesetzesänderung kommt. (T1); Beisatz: §1 Abs1 StGB stellt (ebenso wie §61 StGB) nur auf den Zeitpunkt des Schuldspruchs und nicht auf jeden der eine "Effektuierung" des dadurch festgelegten Strafanspruchs dienenden Ermessensentscheidungen ab. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0086995
Dokumentnummer
JJR_19880906_OGH0002_0110OS00084_8800000_001