Rechtssatz RS0091546
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0091546
Entscheidungsdatum
09.02.1995
Rechtssatz
Voraussetzung für die Anrechenbarkeit einer Vorhaft ist, daß diese wegen einer mit gerichtlicher Strafe bedrohten Handlung verhängt wurde; einer Haft, die aus einem anderen Anlaß, etwa wegen des Verdachts von verwaltungsbehördlich ahndenden Delikten oder gar nur zur Sicherung der Vollstreckung eines Bescheides (hier: Abschiebung), angeordnet worden ist, mangelt es an dieser essentiellen Voraussetzung.
Entscheidungstexte
- 10 Os 156/79
Entscheidungstext OGH 02.09.1980 10 Os 156/79
- 10 Os 51/85
Entscheidungstext OGH 18.06.1985 10 Os 51/85
Vgl auch; Beisatz: Eine Verwaltungsstrafhaft kann unter keinen Umständen gemäß § 38 StGB angerechnet werden. (T1)
- 11 Os 158/86
Entscheidungstext OGH 08.12.1986 11 Os 158/86
Vgl; Beis wie T1
- 15 Os 189/94
Entscheidungstext OGH 09.02.1995 15 Os 189/94
Vgl auch; Beisatz: Unter "mit Strafe bedrohter Handlung" sind im Sinn des § 17 StGB mit gerichtlicher Strafe bedrohte Handlungen, sonach nur Verbrechen und Vergehen zu verstehen, deren Aburteilung den ordentlichen Gerichten zukommt. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0091546
Dokumentnummer
JJR_19800902_OGH0002_0100OS00156_7900000_003