Rechtssatz RS0098484
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0098484
Entscheidungsdatum
27.01.2022
Rechtssatz
Das Gericht ist an die Auffassung des Anklägers nur gebunden, soweit die Straftat in der Anklage individualisiert ist; die Identität der Tat geht auch dann nicht verloren, wenn das Urteil abweichend von der Anklage andere, in den Rahmen des Gesamtverhaltens des Angeklagten fallende Handlungen, aus denen der strafgesetzwidrige Erfolg resultiert, in den Kreis seiner Erwägungen einbezieht und den in der Anklage individualisierten Sachverhalt einer anderen rechtlichen Beurteilung unterzieht.
Entscheidungstexte
- 14 Os 68/88
Entscheidungstext OGH 23.11.1988 14 Os 68/88
- 14 Os 42/94
Entscheidungstext OGH 13.09.1994 14 Os 42/94
Vgl auch
- 14 Os 47/99
Entscheidungstext OGH 06.04.1999 14 Os 47/99
nur: Die Identität der Tat geht auch dann nicht verloren, wenn das Urteil abweichend von der Anklage andere, in den Rahmen des Gesamtverhaltens des Angeklagten fallende Handlungen, aus denen der strafgesetzwidrige Erfolg resultiert, in den Kreis seiner Erwägungen einbezieht und den in der Anklage individualisierten Sachverhalt einer anderen rechtlichen Beurteilung unterzieht. (T1)
- 12 Os 9/01
Entscheidungstext OGH 15.02.2001 12 Os 9/01
Vgl auch
- 11 Os 129/03
Entscheidungstext OGH 20.10.2003 11 Os 129/03
Vgl auch; Beisatz: Der Anklagegrundsatz bindet das Gericht nur hinsichtlich eines bestimmten (in der Vergangenheit gelegenen) Lebenssachverhalts, nicht aber bezüglich dessen rechtlicher Subsumtion durch den Ankläger. (T2)
- 11 Os 72/03
Entscheidungstext OGH 11.11.2003 11 Os 72/03
Vgl auch
- 11 Os 26/08w
Entscheidungstext OGH 27.05.2008 11 Os 26/08w
Auch; Beisatz: WK-StPO § 281 Rz 512 f. (T3)
- 12 Os 143/21b
Entscheidungstext OGH 27.01.2022 12 Os 143/21b
Vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0098484
Zuletzt aktualisiert am
02.03.2022
Dokumentnummer
JJR_19881123_OGH0002_0140OS00068_8800000_002