Rechtssatz RS0100527
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0100527
Entscheidungsdatum
19.05.2026
Rechtssatz
Eine allfällige Zurechnungsunfähigkeit des Täters ist im geschwornengerichtlichen Verfahren nur dann zum Gegenstand einer Zusatzfrage zu machen, wenn Verfahrensergebnisse Anlass zu Zweifeln an der biologischen Schuldfähigkeit des Angeklagten, seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit im konkreten Fall, geben, wenn also im Beweisverfahren für das Vorliegen eines im § 11 StGB beschriebenen, die Dispositionsfähigkeit oder Diskretionsfähigkeit des Angeklagten ausschließenden Ausnahmezustandes konkrete (objektive) Anhaltspunkte hervorgekommen sind.Eine allfällige Zurechnungsunfähigkeit des Täters ist im geschwornengerichtlichen Verfahren nur dann zum Gegenstand einer Zusatzfrage zu machen, wenn Verfahrensergebnisse Anlass zu Zweifeln an der biologischen Schuldfähigkeit des Angeklagten, seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit im konkreten Fall, geben, wenn also im Beweisverfahren für das Vorliegen eines im Paragraph 11, StGB beschriebenen, die Dispositionsfähigkeit oder Diskretionsfähigkeit des Angeklagten ausschließenden Ausnahmezustandes konkrete (objektive) Anhaltspunkte hervorgekommen sind.
Entscheidungstexte
- 14 Os 1/93
Entscheidungstext OGH 16.02.1993 14 Os 1/93
- 14 Os 78/03
Entscheidungstext OGH 05.08.2003 14 Os 78/03
Auch
- 13 Os 121/05a
Entscheidungstext OGH 14.12.2005 13 Os 121/05a
- 15 Os 45/07t
Entscheidungstext OGH 21.06.2007 15 Os 45/07t
- 14 Os 122/12s
Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 122/12s
Vgl; Beisatz: Mit der Berufung auf einzelne Passagen aus der Verantwortung des Beschwerdeführers, wonach er „im Tatzeitpunkt unter dem Einfluss eines 'black out' stand“, spricht die Rüge kein die begehrte Fragestellung nach gesicherter allgemeiner Lebenserfahrung ernsthaft indizierendes Verfahrensergebnis (konkret für das Vorliegen eines in § 11 StGB beschriebenen, die Dispositionsfähigkeit oder Diskretionsfähigkeit ausschließenden Ausnahmezustands an. (T1)
- 14 Os 79/19b
Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 79/19b
Auch
- 15 Os 44/20i
Entscheidungstext OGH 13.05.2020 15 Os 44/20i
Vgl; Beis wie T1
- 14 Os 17/20m
Entscheidungstext OGH 24.03.2020 14 Os 17/20m
Vgl; Beis wie T1
- 11 Os 16/20t
Entscheidungstext OGH 19.03.2020 11 Os 16/20t
Vgl; Beis wie T1
- 12 Os 118/22b
Entscheidungstext OGH 07.12.2022 12 Os 118/22b
- 14 Os 58/23w
Entscheidungstext OGH 06.09.2023 14 Os 58/23w
vgl
- 15 Os 100/23d
Entscheidungstext OGH 04.10.2023 15 Os 100/23d
vgl
- 11 Os 33/24y
Entscheidungstext OGH 23.04.2024 11 Os 33/24y
vgl
- 15 Os 23/24g
Entscheidungstext OGH 15.05.2024 15 Os 23/24g
vgl; Beisatz wie T1
- 15 Os 75/24d
Entscheidungstext OGH 04.09.2024 15 Os 75/24d
vgl; Beisatz: Indem der Beschwerdeführer auf seine Verantwortung und die Diagnose im Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen verweist, allerdings dessen weitere Ausführungen zur aus medizinischer Sicht trotzdem vorgelegenen Zurechnungsfähigkeit unberücksichtigt lässt, zeigt er kein nach allgemeiner Lebenserfahrung ernst zu nehmendes Indiz für die begehrte Zusatzfrage nach dem Schuldausschließungsgrund der Zurechnungsunfähigkeit (§ 11 StGB) auf. (T2)
- 15 Os 149/24m
Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 149/24m
vgl
- 15 Os 38/25i
Entscheidungstext OGH 04.06.2025 15 Os 38/25i
vgl
- 14 Os 11/26p
Entscheidungstext OGH 19.05.2026 14 Os 11/26p
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0100527
Zuletzt aktualisiert am
17.06.2026
Dokumentnummer
JJR_19930216_OGH0002_0140OS00001_9300000_002