Rechtssatz RS0106835
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0106835
Entscheidungsdatum
18.08.2022
Rechtssatz
Ein Vertrag auf Lieferung von Waren (auch Devisen) wird zum Differenzgeschäft, wenn der Vertrag nicht effektiv erfüllt, sondern nur die Differenz zwischen verschiedenen Waren(Devisen)kursen ausgeglichen werden soll. Diese gilt auch dann, wenn formell ein Kassageschäft als Deckmantel abgeschlossen wurde. Maßgeblich ist der Vertragszweck: War die (Währungs)Spekulation eines Vertragspartners Zweck des Geschäfts, dann handelt es sich um ein Differenzgeschäft, auch wenn nur ein Vertragspartner spekulierte.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 639/95
Entscheidungstext OGH 26.11.1996 1 Ob 639/95
Veröff: SZ 69/261
- 7 Ob 191/14k
Entscheidungstext OGH 26.11.2014 7 Ob 191/14k
Ähnlich; Beisatz: Hier: Zum Begriff des Differenzgeschäfts. (T1); Veröff: SZ 2014/119
- 7 Ob 210/14d
Entscheidungstext OGH 12.03.2015 7 Ob 210/14d
Vgl; Veröff: SZ 2015/17
- 7 Ob 111/15x
Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 111/15x
Auch
- 1 Ob 163/15z
Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 163/15z
Vgl auch; Beisatz: Ein zur Finanzierung eines "realen geschäftlichen Vorgangs" (hier: Ankauf einer Liegenschaft) aufgenommener endfälliger Fremdwährungskredit ist kein einem Termingeschäft ähnliches Spekulationsgeschäft. Ein Finanzinstrument nach § 1 Z 6 WAG 2007 liegt nicht vor. (T2); Veröff: SZ 2015/128
- 7 Ob 48/17k
Entscheidungstext OGH 17.05.2017 7 Ob 48/17k
Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Ein Kreditvertrag besteht auch nach (Teil‑)Konvertierung in einen Fremdwährungskredit fort und unterliegt nicht dem WAG. (T3)
- 6 Ob 132/18g
Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 132/18g
Vgl auch; Beis wie T3
- 7 Ob 155/18x
Entscheidungstext OGH 26.09.2018 7 Ob 155/18x
Vgl; Beis wie T2
- 10 Ob 18/21a
Entscheidungstext OGH 18.08.2022 10 Ob 18/21a
Vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0106835
Zuletzt aktualisiert am
03.10.2022
Dokumentnummer
JJR_19961126_OGH0002_0010OB00639_9500000_001