Rechtssatz RS0109217
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0109217
Entscheidungsdatum
02.02.2022
Rechtssatz
Während das Namensrecht durch Bestreitung, Namensanmaßung oder Namensgebrauch verletzt wird, also das Recht zur Identifikation mit dem Namen einer Person durch Dritte in Anspruch genommen wird, geht es bei der Namensnennung nicht um die Kennzeichenfunktion des Namens, sondern darum, dass der Namensträger selbst mit seinem Namen bezeichnet und über ihn etwas ausgesagt wird.
Entscheidungstexte
- 7 Ob 329/97a
Entscheidungstext OGH 17.12.1997 7 Ob 329/97a
- 1 Ob 14/08b
Entscheidungstext OGH 11.08.2008 1 Ob 14/08b
nur: Das Namensrecht wird durch Bestreitung, Namensanmaßung oder Namensgebrauch verletzt, also das Recht zur Identifikation mit dem Namen einer Person durch Dritte in Anspruch genommen. (T1)
Veröff: SZ 2008/105
- 17 Ob 2/09g
Entscheidungstext OGH 24.02.2009 17 Ob 2/09g
Auch; Beisatz: Die bloße Namensnennung berührt mangels Identitäts- oder Zuordnungsverwirrung nicht das Namensrecht, sondern das allgemeine Persönlichkeitsrecht. (T2)
Veröff: SZ 2009/28
- 4 Ob 51/12x
Entscheidungstext OGH 11.05.2012 4 Ob 51/12x
Auch; Beisatz: Anders als bei der Verletzung des Namensrechts kommt es bei der Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch eine Namensnennung nicht entscheidend darauf an, ob der Namensträger die Namensnennung gestattet hat. Der Namensträger hat kein uneingeschränktes Recht zu entscheiden, ob sein Name in der Öffentlichkeit genannt werden darf. (T3)
Beisatz: Eine Namensnennung verstößt dann gegen das Persönlichkeitsrecht, wenn sie schutzwürdige Interessen des Genannten beeinträchtigt. Dabei kommt es auf den Inhalt der mit der Namensnennung verbundenen Aussage an. (T4)
Veröff: SZ 2012/55
- 4 Ob 38/12k
Entscheidungstext OGH 11.05.2012 4 Ob 38/12k
Vgl auch; nur T1
- 6 Ob 26/16s
Entscheidungstext OGH 30.03.2016 6 Ob 26/16s
Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 2016/42
- 6 Ob 48/16a
Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 48/16a
Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Die Nennung des Namens einer Person in Mitgliederverzeichnissen ist ein Fall der Namensnennung. (T5)
- 6 Ob 241/16h
Entscheidungstext OGH 22.12.2016 6 Ob 241/16h
Auch; Beis wie T3
- 6 Ob 198/18p
Entscheidungstext OGH 21.11.2018 6 Ob 198/18p
Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
- 6 Ob 181/18p
Entscheidungstext OGH 27.02.2019 6 Ob 181/18p
Vgl auch; Beis wie T3 nur: Der Namensträger hat kein uneingeschränktes Recht zu entscheiden, ob sein Name in der Öffentlichkeit genannt werden darf. (T6)
- 6 Ob 99/19f
Entscheidungstext OGH 24.10.2019 6 Ob 99/19f
Auch; Beis wie T2
- 6 Ob 129/21w
Entscheidungstext OGH 02.02.2022 6 Ob 129/21w
Vgl; Beis wie T3
Schlagworte
Persönlichkeitsschutz, Namensnennung, Namensanonymität
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0109217
Zuletzt aktualisiert am
14.04.2022
Dokumentnummer
JJR_19971217_OGH0002_0070OB00329_97A0000_001